Goldpreis unter Druck: Droht jetzt der nächste Rutsch?


Der Goldpreis steckt in einer heiklen Phase. Die Notierung hält sich zwar noch über einer wichtigen Unterstützung, gleichzeitig bleibt der übergeordnete Trend angeschlagen. Genau deshalb dürfte sich jetzt entscheiden, ob Gold zu einer spürbaren Erholung ansetzt - oder ob die nächste Verkaufswelle startet.

Die Gold-Futures für Dezember 2026 (GCZ6) notieren Montagmorgen bei 4.212,07 US-Dollar und damit 0,10 % im Minus. Wichtig ist dabei: Die Tageskerze ist noch nicht abgeschlossen. Ein bestätigtes Schlusskurssignal gibt es also noch nicht.

Trotzdem ist das technische Bild eindeutig genug, um die entscheidenden Marken zu benennen. Der Goldpreis liegt unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei 4.254,84 US-Dollar, unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 4.391,24 US-Dollar und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 4.557,04 US-Dollar.

Damit haben die Verkäufer im größeren Bild weiterhin die Kontrolle.

Goldpreis Prognose
Goldpreis Prognose

Goldpreis bleibt unter Druck - aber das Momentum dreht leicht

Ganz so schwach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist die Lage allerdings nicht.

Der MACD liegt weiterhin im negativen Bereich. Die MACD-Linie steht bei -55,65, die Signallinie bei -58,82. Gleichzeitig ist das Histogramm mit 3,223 leicht positiv.

Und genau das ist interessant.

Denn obwohl der Trend noch nicht gedreht hat, lässt der negative Druck offenbar etwas nach. Die Verkäufer verlieren also leicht an Momentum.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Goldpreis jetzt nach oben dreht. Aber es zeigt, dass der Abverkauf an Kraft verliert.

Ähnlich sieht es beim RSI aus. Mit 43,09 ist der Indikator schwach, aber noch nicht überverkauft.

Für Anleger und Trader ist das wichtig, weil damit beide Richtungen offenbleiben. Der Goldpreis hat noch Luft nach unten, bevor technisch eine überverkaufte Situation entsteht. Gleichzeitig wäre auch eine kurzfristige Gegenbewegung jederzeit möglich.

Der entscheidende Punkt lautet deshalb: Das Momentum stabilisiert sich leicht, die Trendstruktur selbst ist aber noch nicht repariert.

Diese Marken entscheiden über den Goldpreis

Kurzfristig läuft beim Goldpreis jetzt sehr viel auf den Bereich zwischen 4.150 und 4.255 US-Dollar hinaus.

Die Marke von 4.255 US-Dollar ist der erste wichtige Widerstand. Sie liegt nahezu auf Höhe des 20-Tage-Durchschnitts bei 4.254,84 US-Dollar.

Darüber wartet bereits die nächste massive Hürde zwischen 4.391 und 4.400 US-Dollar. Genau dort liegt auch der 50-Tage-Durchschnitt bei 4.391,24 US-Dollar.

Die größte Hürde bleibt allerdings der 200-Tage-Durchschnitt bei 4.557,04 US-Dollar.

Auf der Unterseite sieht es ähnlich klar aus.

Die erste Unterstützung liegt bei 4.150 US-Dollar. Darunter wird die Marke von 4.091 US-Dollar entscheidend.

Sollte auch diese Zone brechen, wären 3.955 US-Dollar und anschließend 3.890 US-Dollar die nächsten tieferen Unterstützungen.

Damit ist die Lage eigentlich ziemlich klar: Solange Gold zwischen 4.091 und 4.405 US-Dollar bleibt, fehlt ein sauberes Signal.

Ein nachhaltiger Anstieg über rund 4.405 US-Dollar würde das bearishe Setup deutlich schwächen.

Ein klarer Bruch unter 4.091 US-Dollar würde dagegen genau das Gegenteil bewirken.

Goldpreis: Drei Szenarien sind jetzt realistisch

Das erste Szenario ist ein klarer Bruch nach unten.

Dafür müsste der Goldpreis nach einem bestätigten Tagesschluss unter 4.090 US-Dollar fallen. In diesem Fall läge ein möglicher Stop bei 4.325 US-Dollar und damit oberhalb des nächstgelegenen Widerstandsbereichs.

Das Kursziel läge anschließend bei 3.955 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt 2,22 zu 1. Die Einschätzung liegt bei mittel, weil erst ein bestätigter Bruch der Unterstützung die aktuelle Schwäche wirklich untermauern würde.

Dieses Szenario eignet sich daher vor allem für Trader, die auf eine klare Bestätigung warten.

Das zweite Szenario wäre eine Erholung - allerdings nur vorübergehend.

Sollte der Goldpreis in den Bereich zwischen 4.350 und 4.400 US-Dollar steigen und dort erneut scheitern, könnte genau diese Zone zum nächsten Wendepunkt werden.

Ein möglicher Stop läge bei 4.455 US-Dollar, also oberhalb des Widerstandsbereichs. Das Kursziel wäre 4.150 US-Dollar.

Hier ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,82 zu 1.

Auch dieses Szenario wird mit mittlerer Wahrscheinlichkeit bewertet, weil es gut zur aktuellen Lage rund um die gleitenden Durchschnitte passt. Interessant wäre es vor allem für geduldige kurzfristige Trader.

Dann gibt es noch das bullishe Szenario.

Dafür müsste der Goldpreis nach einem bestätigten Tagesschluss über 4.405 US-Dollar steigen.

Ein möglicher Stop läge bei 4.045 US-Dollar und damit unterhalb der jüngsten Unterstützungsstruktur. Das Kursziel läge bei 4.550 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt hier 1,28 zu 1.

Die Einschätzung ist aktuell niedrig. Der Grund ist einfach: Für eine echte Trendwende fehlen bislang noch überzeugende technische Signale.

Wann die Bullen wieder die Kontrolle übernehmen

Für die Bullen ist die Marke von 4.150 US-Dollar jetzt besonders wichtig.

Solange diese Unterstützung hält und sich der MACD weiter verbessert, bleibt eine Gegenbewegung möglich.

Der erste echte Fortschritt wäre eine Rückeroberung von 4.255 US-Dollar. Gelingt das, könnte der Goldpreis anschließend in Richtung 4.391 bis 4.400 US-Dollar laufen.

Wirklich interessant würde es aber erst oberhalb von 4.405 US-Dollar.

Ein bestätigter Schlusskurs über dieser Marke würde das Erholungsszenario deutlich stärken und gleichzeitig die aktuell bearishe Struktur abschwächen.

Für die Bären sieht die Rechnung genau umgekehrt aus.

Scheitert Gold erneut bei 4.255 US-Dollar oder wird eine Erholung um 4.400 US-Dollar abgefangen, bleibt die Serie tieferer Hochs bestehen.

Noch wichtiger wäre ein Bruch unter 4.091 US-Dollar.

Dann würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Goldpreis zunächst 3.955 US-Dollar und anschließend 3.890 US-Dollar testet.

Beim Goldpreis fällt jetzt die Entscheidung

Der Goldpreis liefert aktuell noch kein Signal, dem Anleger blind folgen sollten.

Genau darin liegt aber auch die Chance.

Die entscheidenden Marken sind klar definiert.

Oberhalb von 4.405 US-Dollar würde das bearishe Chartbild deutlich an Kraft verlieren. Unterhalb von 4.091 US-Dollar würde es sich dagegen weiter verschärfen.

Dazwischen bleibt Gold in einer technischen Entscheidungszone.

Für Anleger und Trader bedeutet das: Nicht jede Bewegung muss sofort gehandelt werden. Gerade jetzt dürfte es wichtiger sein, auf eine Bestätigung zu warten.

Denn sobald eine der beiden Marken fällt, könnte der Goldpreis deutlich mehr Dynamik entwickeln.

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