• Goldpreis erholt sich auf knapp 4.050 USD, während der US-Dollar korrigiert.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed in diesem Jahr mindestens zwei Zinserhöhungen vornimmt, hat sich leicht verringert.
  • Ein Rückgang der Ölpreise hat die globalen Inflationserwartungen verankert.

Der Goldpreis (XAU/USD) notiert während der europäischen Handelssitzung am Freitag 0,6 % höher bei knapp 4.050 USD. Das Edelmetall erholt sich, nachdem es in den vergangenen zwei Handelstagen Unterstützung bei rund 3.960 USD gefunden hat. Das gelbe Metall erhält etwas Entlastung nach einer längeren Underperformance, da der US-Dollar (USD) an Schwung verliert und Händler ihre hawkischen Wetten auf die Federal Reserve (Fed) überdenken.

Technisch gesehen bietet eine Korrektur des US-Dollars günstige Risiko-Rendite-Chancen für den Goldpreis.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, 0,25 % tiefer bei rund 101,20. Der DXY hat sich von seinem Jahreshoch bei 101,80, das am Mittwoch erreicht wurde, korrigiert.

Laut dem CME FedWatch-Tool liegen die Chancen, dass die Fed in diesem Jahr mindestens zwei Zinserhöhungen vornimmt, bei 41,7 %, nach 50,2 % vor einer Woche.

Die Händler haben ihre hawkischen Fed-Wetten leicht reduziert, da die Ölpreise aufgrund eines Anstiegs der Energieflüsse durch die Straße von Hormus auf das Vorkriegsniveau zurückgekehrt sind, ein Szenario, das die globalen Inflationserwartungen verankert.

Unterdessen beschleunigte der US-Kern-Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE), der bevorzugte Inflationsindikator der Fed, wie erwartet im Mai auf 3,4 % im Jahresvergleich (YoY) von 3,3 % im April.

Technische Analyse Gold

XAU/USD notiert höher bei rund 4.050 USD, behält jedoch eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Preis unter dem 20-Perioden-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.232,13 USD bleibt. Das Metall zieht sich von den jüngsten Höchstständen zurück, und der EMA fungiert nun als Überkopfwiderstand, was darauf hindeutet, dass Aufwärtsbewegungen unterhalb dieser Barriere begrenzt sein könnten.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) bei 34,63 liegt knapp über dem überverkauften Bereich, was auf anhaltendes negatives Momentum, aber mit etwas Spielraum für eine korrigierende Gegenbewegung hindeutet.

Auf der Oberseite stellt das Tief vom 23. März bei 4.098,88 USD den unmittelbaren Widerstand dar, den der Goldpreis durchbrechen muss, um eine Mittelwertumkehr in Richtung des 20-Perioden-EMA bei rund 4.232 USD einzuleiten. Nach unten könnte der Goldpreis seinen Rückgang in Richtung des Tiefs vom 28. Oktober bei 3.886,62 USD und des Hochs vom 23. September bei 3.791,12 USD ausweiten, falls er unter das Tief vom 24. Juni bei 3.959,51 USD fällt.

(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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