- Gold kämpft, während sich Öl nach dem Abfangen iranischer Raketen durch die USA erholt und damit die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie Inflationssorgen erneut anheizt.
- Ungewöhnlich hohe Marktunsicherheit umgibt die Zinsentscheidung der Fed, wobei einige weitere Zinserhöhungen einpreisen.
- Händler preisen eine Wahrscheinlichkeit von 76,6% für eine Zinserhöhung im September ein, was die Kreditkosten erhöht hält.
Der Goldpreis (XAU/USD) bleibt am zweiten Tag in Folge gedämpft und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch bei rund 4.020 USD je Feinunze. Gold gibt nach, da sich die Ölpreise nach den erneuten Feindseligkeiten im Nahen Osten erholt haben, was die geopolitischen Spannungen wieder aufleben lässt und die Anleger auf Inflationsdruck sowie den Zinsausblick fokussiert hält.
Die Eskalation geht auf einen iranischen Angriff auf US-Truppen in der gesamten Region zurück, wobei Iran gegen 17:45 Uhr ET mehrere ballistische Raketen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien abgefeuert hat. Laut Erklärungen und Videomaterial des US-Militärs wurden alle überraschenden IRGC-Raketen erfolgreich abgefangen. Der Angriff gilt weithin als direkte Reaktion auf jüngste US-Maßnahmen gegen iranische Marineboote.
Unterdessen beobachten Anleger die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) genau, bei der allgemein erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinsen unverändert lässt. Trotz wiederholter Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach niedrigeren Zinssätzen bleibt die Marktstimmung vorsichtig; Händler preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 30,5% für eine unmittelbare Zinserhöhung ein, ein ungewöhnlich hohes Maß an Unsicherheit so kurz vor einer geldpolitischen Ankündigung. Mit Blick weiter voraus preisen die Märkte zudem eine Wahrscheinlichkeit von 76,6% für eine Zinserhöhung im September ein, was die Erwartung untermauert, dass die Kreditkosten länger erhöht bleiben könnten.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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Das Australian Bureau of Statistics wird am Mittwoch um 01:30 GMT den Verbraucherpreisindex für Juni veröffentlichen. Es wird erwartet, dass der Bericht zeigt, dass die Inflation im Jahresvergleich um 4 % gestiegen ist und damit dem Wert von Mai entspricht. Die monatliche VPI-Rate wird nach dem Wert von -0,7 % im Mai voraussichtlich bei 0,2 % liegen. Das ABS wird auch den Trimmed Mean VPI veröffentlichen, den bevorzugten Inflationsindikator der Reserve Bank of Australia.