- Der Goldpreis fällt am frühen Freitag im asiatischen Handel auf rund 4.470 USD.
- Es gab keine Anzeichen für Fortschritte bei den Waffenstillstandsgesprächen zwischen den USA und dem Iran, was den Goldpreis belastet.
- Händler bereiten sich auf den US-Arbeitsmarktbericht für Mai vor, der später am Freitag veröffentlicht wird.
Der Goldpreis (XAU/USD) gibt am frühen Freitag im asiatischen Handel leicht nach und nähert sich der Marke von 4.470 USD. Das Edelmetall bleibt angesichts der anhaltenden geopolitischen Turbulenzen volatil. Händler werden die Entwicklungen rund um das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie den US-Arbeitsmarktbericht für Mai, der später am Freitag veröffentlicht wird, genau beobachten.
US-Präsident Donald Trump erklärte, die Waffenstillstandsgespräche befänden sich in der „Endphase“, während der iranische Außenminister mitteilte, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten seien. Am Mittwoch feuerte der Iran Raketen und Drohnen auf Kuwait und Bahrain ab, wobei eine Person am Hauptflughafen Kuwaits getötet und Dutzende verletzt wurden, nachdem die USA einen Öltanker auf dem Weg zur Islamischen Republik angegriffen hatten.
Das Ausbleiben von Fortschritten bei den Waffenstillstandsgesprächen zwischen den USA und dem Iran nach der schlimmsten Gewaltwelle seit Wochen schürt weiterhin Sorgen über die Inflation und die Erwartungen an erhöhte Zinssätze, was den Goldpreis als zinsloses Asset belastet.
„Höhere Inflationserwartungen, verbunden mit negativen Angebotsschocks, haben die Renditen entlang der Kurve steigen lassen, den USD gestützt und die Märkte dazu veranlasst, eine Zinserhöhung der Fed Ende 2026 einzupreisen“, sagte Bart Melek von TD Securities.
Der US-Arbeitsmarktbericht wird später am Tag im Mittelpunkt stehen. Die Nonfarm Payrolls (NFP) werden voraussichtlich einen Zuwachs von 85.000 Arbeitsplätzen im Mai ausweisen, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich unverändert bei 4,3 % bleiben wird. Jegliche Anzeichen einer überraschenden Schwächung des US-Arbeitsmarktes könnten den US-Dollar (USD) unter Druck setzen und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig stützen.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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