• Der Goldpreis fällt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag auf ein Siebenmonatstief bei rund 3.995 USD. 
  • Zunehmende Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA üben einen gewissen Verkaufsdruck auf den Goldpreis aus. 
  • Der US-Inflationsbericht zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Mai rückt am Donnerstag in den Fokus. 

Der Goldpreis (XAU/USD) fällt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag auf rund 3.995 USD. Das Edelmetall setzt den Rückgang unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 USD zum ersten Mal seit November 2025 fort, angesichts der Aussicht auf höhere Zinssätze und einen stärkeren US-Dollar (USD). Alle Augen richten sich auf die US-Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Mai, die am Donnerstag veröffentlicht werden. 

Die Händler haben ihre Wetten auf Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr nach den hawkischen Signalen der US-Notenbank (Fed) bei ihrer Sitzung im Juni und angesichts anhaltender Inflationsängste durch den Iran-Krieg verstärkt. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft als Inflationsschutz genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.

Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 34,2 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Sitzung im Juli ein, nach 8,5 % vor einer Woche, und 66,4 % für September, nach 29,1 %, so das CME FedWatch Tool.

„Gold handelt eindeutig im Einklang mit den Markterwartungen hinsichtlich steigender Zinsen in den USA“, sagte Darwei Kung, Leiter Rohstoffe bei der DWS Group, da der Fokus auf Inflation durch den Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, die Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik verstärkte.

Die Händler bereiten sich auf die US-PCE-Daten für Mai vor, das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, die am Donnerstag weitere Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick geben könnten. Jegliche Anzeichen einer nachlassenden Inflation in den USA könnten den Greenback belasten und dem in USD notierten Rohstoffpreis etwas Unterstützung bieten. 

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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