- Gold dreht ein moderates Minus aus der asiatischen Sitzung ins Plus, doch eine nennenswerte Aufwertung scheint unerreichbar.
- Die USD-Käufe bleiben unvermindert, da ölgetriebene Inflationssorgen die Renditen von US-Anleihen auf erhöhtem Niveau halten.
- Geopolitische Risiken stützen den sicheren Buck zusätzlich und mahnen die Gold-Bullen bei XAU/USD zur Vorsicht.
Gold (XAU/USD) zieht am Donnerstag während der asiatischen Sitzung einige Käufer bei Rücksetzern in den Bereich von 4.139 USD an und stoppt damit den Pullback vom Vortag aus dem Bereich von 4.220 USD, der als Reaktion auf schwächer als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten eingesetzt hatte. Allerdings bleiben die erhöhten Renditen von US-Anleihen unterstützend für die vorherrschende starke bullische Stimmung rund um den US-Dollar (USD) und dürften jede nennenswerte Aufwertung des zinslosen gelben Metalls begrenzen.
Das US Bureau of Economic Analysis (BEA) meldete am Mittwoch, dass der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) im August im Jahresvergleich um 3,4% gestiegen ist, unverändert gegenüber dem nach unten revidierten Wert des Vormonats und unter den Erwartungen von 3,7%. Zudem lag die Kernkennzahl, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, mit 3% im Jahresvergleich auf dem nach unten revidierten Juli-Wert und blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommen dovishe Äußerungen von John Williams, dem Präsidenten der New Yorker Federal Reserve (Fed), sowie gedämpfte Wetten auf eine Zinserhöhung im Oktober, was Gold etwas Unterstützung verlieh.
US-Inflationsrevisionen dämpfen den Druck, lassen eine Zinserhöhung der FOMC im Oktober aber im Spiel
Jan Groen von Societe Generale merkt an, dass die US-Inflationsdaten für August ein gemischtes Signal für die Entscheidungsträger geliefert haben. Zwar habe der „Core PCE die Erwartungen verfehlt“, doch warnt er, dass „die Details weniger beruhigend waren“, da „eine schwächere Kernwareninflation“ faktisch „eine erneute Beschleunigung bei den Kerndienstleistungen und der Superkerninflation verdeckte und auf weiterhin robuste zugrunde liegende Preisdrucke hindeutet“.
Mit Blick auf das breitere geldpolitische Umfeld argumentiert Groen, dass „die Inflationsrevisionen leicht günstig waren, die Wachstumsrevisionen jedoch wichtiger waren“. Seiner Ansicht nach „ging die Wirtschaft mit stärkerem Schwung als bisher angenommen in die zweite Hälfte des Jahres 2026, während die zugrunde liegende Inflation weiterhin zu hoch bleibt, um der Fed klare Sicherheit zu geben“. Vor diesem Hintergrund hält Societe Generale fest, dass „eine Pause im Oktober weiterhin möglich ist, eine Zinserhöhung im Oktober jedoch bis zu den September-Daten zum VPI und EPI auf dem Tisch bleibt“.
Die erste Marktreaktion erwies sich jedoch als nur von kurzer Dauer, nachdem das US-BIP-Wachstum für das zweite Quartal 2026 von 1,5% auf eine annualisierte Rate von 2,2% nach oben revidiert wurde. Darüber hinaus stützen ölgetriebene Inflationsrisiken die Aussichten auf weitere Straffungen durch die Fed, was die Renditen von US-Anleihen nahe mehrjähriger Höchststände hält. Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler weiterhin mit einer Wahrscheinlichkeit von über 85% ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis zum Jahresende anheben wird. Hinzu kommt, dass die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran den sicheren Greenback auf ein neues Hoch seit dem 28. Juli treibt und damit als Gegenwind für den Goldpreis wirkt.
Die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung zur Beendigung des US-Iran-Krieges schwanden, nachdem Präsident Donald Trump einen siebentägigen Friedensvorschlag des Iran zur Beilegung des militärischen Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus abgelehnt hatte. Zudem habe Trump seinen Beratern mitgeteilt, dass er nach den Zwischenwahlen im November mit größeren Kampfhandlungen und erneuten Bombardierungen gegen den Iran rechne. In weiteren Entwicklungen forderte US-Außenminister Marco Rubio die iranische Delegation auf, das Land umgehend zu verlassen, da die Friedensgespräche festgefahren seien. Dies hält die geopolitische Risikoprämie im Spiel, begünstigt USD-Bullen und begrenzt den Goldpreis
Händler blicken nun auf den US-Wirtschaftskalender – mit den üblichen wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung und dem ISM-EMI für das verarbeitende Gewerbe. Darüber hinaus werden Reden einer Reihe einflussreicher FOMC-Mitglieder die USD-Nachfrage antreiben und dem Edelmetall etwas Auftrieb verleihen. Unterdessen bleibt der Fokus auf den US Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag gerichtet, die auf weitere Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Fed geprüft werden. Zudem könnten die eingehenden geopolitischen Schlagzeilen weiterhin Volatilität an den globalen Finanzmärkten auslösen und rund um Gold bedeutende Handelschancen schaffen.
XAU/USD 4-Stunden-Chart
Technische Analyse
Das Paar XAU/USD behält einen bärischen, gedeckelten Ton bei und bleibt innerhalb eines abwärts gerichteten parallelen Kanals gefangen. Die obere Begrenzung des Kanals fällt mit dem 100-Perioden Simple Moving Average (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart zusammen und verstärkt das Überangebot nahe 4.300 USD. Allerdings hat der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator ins Positive gedreht, während der Relative Strength Index (RSI) bei etwa 44 verharrt und damit auf ein sich stabilisierendes Momentum hindeutet. Gemischte Momentum-Indikatoren signalisieren lediglich eine Abschwächung des Abwärtsdrucks, statt die vorherrschende bärische Struktur umzukehren.
Daher könnte jeder anschließende Anstieg weiterhin als Verkaufsgelegenheit gesehen werden und nahe der genannten Konfluenz-Hürde gedeckelt bleiben. Auf der Unterseite fungiert die untere Begrenzung des Kanals bei 4.082 USD als wichtige Unterstützung, und ein klarer Durchbruch unter diesen Boden würde kurzfristig wahrscheinlich den Weg für eine breitere bärische Fortsetzung ebnen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Inflation - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.
Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.
Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.
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Hyperliquid (HYPE) liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am Donnerstag um 2 % im Minus und baut damit seine 5%igen Gewinne vom Vortag ab. Die institutionelle Nachfrage lässt nach, wobei am Mittwoch Abflüsse in Höhe von 5 Millionen US-Dollar verzeichnet wurden, was die Stimmung der Anleger auf kurze Sicht belastet. Der technische Ausblick für HYPE deutet auf einen kurzfristig gemischten Ton hin, da der Preis weiterhin unter 90 $ gedeckelt bleibt.