Die Ökonomen Taimur Baig und Chang Wei Liang von DBS Group Research sehen die anhaltend hohe Inflation in den USA weiterhin als Belastungsfaktor für die US-Notenbank Fed. Gleichzeitig sprechen ihrer Einschätzung nach die schwächere Konsumnachfrage, verhaltene Investitionen und eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt für eine Zinspause. Trotz gemischter Konjunkturdaten, gestiegener Zinserwartungen und einer umfangreichen Emission neuer Staatsanleihen rechnen sie kurzfristig nicht mit einer weiteren Anhebung des Leitzinses.

Hartnäckige Inflation trifft auf nachlassende Nachfrage

„Die hartnäckige Kerninflation, angeheizt durch höhere Preise für Elektronik, Einwanderung, Zölle und Dienstleistungen, bereitet zunehmend Sorgen. Verschärft wird die Lage durch den infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Anstieg der Kraftstoffpreise.“

„Für eine Zentralbank, die offiziell eine Inflationsrate von 2 Prozent anstrebt, ist eine Kerninflation von mehr als 3 Prozent seit Dezember 2025 gelinde gesagt problematisch.“

„Die derzeit eingehenden Konjunkturdaten zeichnen allerdings ein gemischtes Bild und liefern den Befürwortern einer abwartenden Haltung durchaus Argumente.“

„Nach unserer Einschätzung spricht derzeit vieles für eine Zinspause, wenn man das Lohnwachstum - real betrachtet nahe null -, die eher schwachen Einzelhandelsumsätze und die Lage der öffentlichen Finanzen mit den bevorstehenden umfangreichen Anleiheemissionen, die vor allem auf kurze Laufzeiten ausgerichtet sind, berücksichtigt.“

„Die Fed steht vor einer schwierigen Entscheidung: Die hartnäckige Inflation spricht für weitere Zinserhöhungen. Die schwache Nachfrage, verhaltene Investitionen, das gedämpfte Lohnwachstum und die hohe Emission neuer Staatsanleihen sprechen jedoch dafür, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen.“

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