• Der Euro notiert vor den Einzelhandelsumsätzen der Eurozone für Juni fest nahe 182,25 gegenüber dem japanischen Yen.
  • Anleger suchen nach Klarheit darüber, ob die USA und Japan erneut intervenieren werden.
  • Marktexperten sind der Ansicht, dass der Yen auch Unterstützung durch inländische Verbesserungen benötigt, um die jüngste Stärke zu untermauern.

Der Euro (EUR) hält sich während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag bei rund 182,25 gegenüber dem japanischen Yen (JPY) mit Gewinnen aus den vergangenen zwei Tagen. Es wird erwartet, dass das Währungspaar volatil bleibt, während Anleger Klarheit darüber suchen, ob die Vereinigten Staaten (USA) und Japan erneut intervenieren werden, um die japanische Währung zu stützen.

In der vergangenen Woche bestätigte das japanische Finanzministerium (MoF) eine gemeinsame Intervention von USA und Japan, um "übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen des japanischen Yen in den vergangenen Monaten einzudämmen".

Anfang dieser Woche bestätigte die japanische Finanzministerin (FM) Satsuki Katayama, dass Japan "nicht zögern wird, gemeinsam mit den USA weitere Deviseninterventionen durchzuführen".

Unterdessen sind Marktexperten der Ansicht, dass die durch Interventionen getriebene Stärke der Währung aus dem Asien-Pazifik-Raum nicht lange anhalten wird, sofern die USA und Japan nicht erneut intervenieren, um den Yen zu stützen.

Erholung des Yen trotz historischer USD/JPY-Intervention gefährdet

Commerzbank weist darauf hin, dass USD/JPY bereits "einen Teil seiner Gewinne seit der historischen Intervention der vergangenen Woche wieder abgegeben hat", und obwohl der Schritt "beeindruckend ... in Bezug auf das Ausmaß" gewesen sei, sehe die Bank "gute Gründe, daran zu zweifeln, dass dies ausreichen wird, um eine nachhaltige Aufwertung des Yen auszulösen." Damit sich die jüngste Erholung halte, müsse der Markt laut Commerzbank davon überzeugt werden, dass "koordinierte Interventionen der BoJ und der US-Behörden auch künftig auf dem Tisch bleiben werden." In diesem Zusammenhang verweist die Bank auf die Äußerungen von Finanzminister Scott Bessent, der angedeutet habe, dass die USA "bei Bedarf erneut handeln würden", auch wenn die Anleger weiterhin davon überzeugt werden müssten, dass eine solche Unterstützung sowohl glaubwürdig als auch dauerhaft sein werde.

Auf der Eurozonen-Seite warten Anleger auf die Einzelhandelsumsätze für Juni, die um 09:00 GMT veröffentlicht werden. Eurostat dürfte berichten, dass die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für die Konsumausgaben, im Monatsvergleich (MoM) moderat um 0,1% gestiegen sind, nachdem im Mai ein Wachstum von 0,2% verzeichnet worden war. Auf annualisierter Basis dürfte das Wachstum des Maßes für die Konsumausgaben bei 1% geblieben sein und damit langsamer als der vorherige Wert von 1,6% sein.

Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.

Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.

Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.

Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.

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