- EUR/USD gewinnt am Dienstag im frühen europäischen Handel an Boden und notiert um 1,1545.
- Es wird allgemein erwartet, dass die EZB auf ihrer Juni-Sitzung am Donnerstag die Leitzinsen anhebt.
- Trump sagte, er könnte innerhalb von Tagen einen Vorschlag zum Iran-Abkommen vorlegen.
Das Paar EUR/USD gewinnt am Dienstag im frühen europäischen Handel nahe 1,1545 an Stärke, gestützt durch die hawkische Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Händler bereiten sich auf die US-Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) am Mittwoch vor. Am Donnerstag richten sich alle Blicke auf die Zinsentscheidung der EZB.
Die EZB wird voraussichtlich auf ihrer kommenden Juni-Sitzung am Donnerstag zum ersten Mal seit fast drei Jahren die Leitzinsen anheben und damit als erste unter ihren Pendants die Geldpolitik als Reaktion auf den Anstieg der Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten straffen.
„Auf ihrer Sitzung am 11. Juni wird die EZB sehr wahrscheinlich die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben, im Einklang mit ihrer jüngsten hawkischen Kommunikation“, sagte Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird die Pressekonferenz abhalten, um die geldpolitische Erklärung zu verkünden und Fragen der Journalisten zu beantworten. Jegliche hawkischen Kommentare der EZB-Politiker könnten dem Euro (EUR) gegenüber dem Greenback kurzfristig Unterstützung bieten.
US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag laut Reuters, dass er innerhalb von Tagen einen Vorschlag zum Iran-Abkommen vorlegen könnte. Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt jedoch hoch. Bereits am Montag erklärte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, dass der Krieg gegen den Iran und dessen im Libanon ansässige Proxy-Miliz Hisbollah „noch nicht beendet“ sei, obwohl er betonte, dass beide schwächer als je zuvor seien. Anzeichen steigender Spannungen im Nahen Osten könnten den US-Dollar (USD) als sicheren Hafen stärken und dem wichtigen Währungspaar Gegenwind verleihen.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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Das sollten Sie am Mittwoch, den 17. Juni, im Blick behalten:
Die Märkte halten sich am Mittwochmorgen in Europa vorsichtig, da sich die Anleger auf die geldpolitischen Bekanntgaben der US-Notenbank (Fed) vorbereiten. Eurostat wird die überarbeiteten Inflationsdaten des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Mai veröffentlichen, und im US-Wirtschaftskalender stehen die Einzelhandelsumsätze an.