- EUR/USD fällt im frühen asiatischen Handel am Mittwoch leicht auf rund 1,1410.
- Die nachlassende Inflation in Deutschland hat die Erwartungen an Zinserhöhungen der EZB gesenkt.
- Die US-Wirtschaft bleibt widerstandsfähig, was der Fed ausreichend Spielraum gibt, ihre hawkische geldpolitische Haltung beizubehalten.
Das Paar EUR/USD verliert im frühen asiatischen Handel am Mittwoch an Schwung und fällt auf rund 1,1410, belastet durch nachlassende Wetten auf eine aggressive Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Händler werden weitere Hinweise aus der vorläufigen Veröffentlichung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone und dem US-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe erwarten, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden.
Anzeichen für nachlassenden Preisdruck in wichtigen europäischen Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich und Italien haben die Erwartungen an eine restriktive EZB-Politik reduziert, was den Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD) belastet. Daten des Bundesamts für Statistik Destatis vom Dienstag zeigten, dass die Inflation des Verbraucherpreisindex (VPI) in Deutschland im Juni auf 2,3 % gesunken ist, nach 2,6 % im Mai. Dieser Wert lag unter den Markterwartungen von 2,5 %.
„Das macht eine EZB-Pause im Juli so gut wie sicher, es sei denn, die Ölpreise erleben vor der Sitzung eine spektakuläre Erholung“, sagte Claus Vistesen, Chefvolkswirt für die Eurozone bei Pantheon Macroeconomics.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte letzte Woche, dass keine „kraftvollen“ Maßnahmen erforderlich seien, und verwies auf fallende Energiepreise sowie das Ausbleiben von „Zweitrundeneffekten“ wie höheren Lohnforderungen, die die Inflation weiter anheizen könnten.
Auf der anderen Seite hielt die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins bei der geldpolitischen Sitzung im Juni in einer Zielspanne von 3,50 % bis 3,75 % stabil. Das Update der Zentralbank strich zudem eine Formulierung, die auf eine zukünftige Zinssenkung hindeutete. Laut dem CME FedWatch Tool haben Fed Funds Futures eine fast 63%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis September eingepreist.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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