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Euro bleibt unter 1,1200 defensiv, da sich der USD vor den US-Zwischenwahlen stabilisiert

  • EUR/USD-Bullen bleiben in der Defensive, da der USD von den freundlichen Daten vom Montag Unterstützung erhält.
  • Auch die Wetten auf Zinserhöhungen der Fed stützen den Buck, während Frankreichs Schuldenkrise dazu beiträgt, den Euro zu begrenzen.
  • Die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen könnten vor wichtigen Makroveröffentlichungen für etwas Volatilität sorgen.

Die EUR/USD-Paarung wird im asiatischen Handel am Dienstag mit leicht negativer Tendenz gehandelt und versucht, den moderaten Pullback des Vortages aus dem Bereich von 1,1235, bzw. einem Eineinhalb-Wochen-Hoch, auszuweiten. Die Kassakurse handeln derzeit knapp unter der Marke von 1,1200, wobei dem Rückgang jedoch die Anschlussdynamik fehlt, da sich die Händler vor den US-Zwischenwahlen zurückhaltend zeigen.

Die Prognosemärkte favorisieren klar einen Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus, und ein republikanischer Erdrutschsieg wäre eine größere Marktüberraschung, die die Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar (USD) nach oben treiben könnte. Dennoch könnten die Wahlergebnisse kurzfristig für Volatilität sorgen und der EUR/USD-Paarung etwas Auftrieb geben. In der Zwischenzeit scheinen die besser als erwarteten US-Makrodaten vom Montag zusammen mit den hawkishen Wetten auf die US-Notenbank (Fed) als Rückenwind für den Buck zu wirken.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe des Institute for Supply Management (ISM) stieg im Oktober 2026 von 54,5 im Vormonat auf 55,5 und markierte damit den zehnten Monat in Folge mit Expansion. Darüber hinaus zeigt das FedWatch-Tool der CME Group, dass Händler eine Wahrscheinlichkeit von über 70% einpreisen, dass die US-Notenbank im Dezember die Kreditkosten anheben wird. Dies wiederum wirkt als Rückenwind für den USD, obwohl Hoffnungen auf eine Iran-Diplomatie die Gewinne begrenzen und das Paar EUR/USD stützen könnten.

Tatsächlich sagte US-Präsident Donald Trump am Montag, Iran wolle eine Einigung zur Beendigung des Krieges erzielen, und eine solche Vereinbarung könnte zustande kommen. Hinzu kommt, dass der iranische Außenminister Abbas Araqchi erklärte, die Konsultationen über Vermittler seien sehr intensiv gewesen. Allerdings brachten mehrere Tage von Verhandlungen zwischen iranischen Vertretern und katarischen Vermittlern trotz überarbeiteter Vorschläge keinen größeren Durchbruch, was die geopolitische Risikoprämie im Spiel hält.

Dies könnte Händler davon abhalten, aggressive bärische Wetten auf den USD einzugehen, was zusammen mit den Sorgen über Frankreichs weiter steigende Schuldenlast und die politische Blockade dazu beitragen sollte, das Paar EUR/USD zu begrenzen. Händler blicken nun auf die Veröffentlichung der US JOLTS-Stellenangebote, um vor dem vorläufigen Verbraucherpreisindex (CPI) der Eurozone und dem US ISM-EMI für den Dienstleistungssektor am Mittwoch neue Impulse zu erhalten. Der Fokus wird jedoch weiterhin auf dem US-Bericht zu den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (NFP) am Freitag liegen.

EUR/USD 4-Stunden-Chart

Chart Analysis EUR/USD

Technische Analyse

Vor dem Hintergrund eines Rückgangs vom monatlichen August-Hoch könnte die in den vergangenen etwa vier Wochen beobachtete, innerhalb einer Spanne verlaufende Kursentwicklung als bärische Konsolidierungsphase eingestuft werden. Darüber hinaus notiert das Paar EUR/USD auf dem 4-Stunden-Chart unter dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA), was den kurzfristig negativen Ton beibehält.

Allerdings ist ein überzeugender Durchbruch unter die Unterstützung der Handelsspanne nahe der runden Marke von 1,1100 erforderlich, um den bärischen Ausblick zu bestätigen und den Weg für tiefere Verluste zu ebnen. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 200-Perioden-SMA bei 1,1267. Die Bullen müssten diese Hürde zurückerobern, um den Abwärtsdruck zu verringern und den Weg für eine konstruktivere Tendenz zu öffnen.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Autor

Haresh Menghani

Haresh Menghani, Finanzmarkt Analyst und Autor, kam zu FXStreet, nach dem er bereits 8 Jahre umfangreiche Erfahrungen mit der Analyse der globalen Finanzmärkte gesammelt hatte.

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