- EUR/JPY testet ein neues YTD-Hoch von 172,28, während der sichere Yen unter Druck bleibt.
- Europa bleibt optimistisch hinsichtlich eines potenziellen Handelsabkommens mit den USA, aber ein Mangel an Fortschritt begrenzt die Gewinne.
- EUR/JPY bleibt in überkauften Bedingungen, nachdem es nicht gelungen ist, den Widerstand bei 173,00 zu testen.
Der Euro (EUR) rutscht gegenüber dem japanischen Yen (JPY) ab und fällt von seinem jüngsten Jahr-zu-Datum-Hoch von 172,28, das am Mittwoch erreicht wurde, angesichts neuer Bedenken über potenzielle US-Zölle, die Japan betreffen könnten.
Nach sieben aufeinanderfolgenden Wochen mit Gewinnen und einem Anstieg von mehr als 10% seit März hat das EUR/JPY-Paar schließlich Widerstand erreicht. Die Marktteilnehmer hatten Optimismus eingepreist, aber mit den wieder aufkeimenden Handelskonflikten und der Divergenz der Zentralbanken ist das Paar unter die 172,00-Marke zurückgefallen.
Händler beobachten nun genau die laufenden Verhandlungen zwischen den USA, der EU und Japan.
Zollbedrohungen und Handelskonflikte schüren Unsicherheit für Europa und Japan
Am Montag deutete Präsident Trump an, dass innerhalb von zwei Tagen ein offizieller Brief mit neuen Zollmaßnahmen veröffentlicht werden würde, was Spekulationen auslöste, dass die EU ihn am Mittwoch erhalten könnte.
Um die Dringlichkeit zu erhöhen, wandte sich der deutsche Kanzler Friedrich Merz am Mittwoch an die Abgeordneten und äußerte die Hoffnung auf ein zügiges Handelsabkommen mit den USA, das idealerweise die Zollgebühren auf beiden Seiten minimiert.
In der Zwischenzeit drängt die US-Regierung mit Plänen voran, ab August gegenseitige Zölle einzuführen. Dies hat die Bedenken über die globalen Kostenimplikationen, insbesondere für Branchen wie Autos, Stahl und Aluminium, neu entfacht.
Für die politischen Entscheidungsträger steigen die Einsätze.
Höhere Zölle könnten die Inflation anheizen, ein Anliegen, das besonders in Japan relevant ist, wo die Verbraucherpreise bereits in die Nähe des Ziels der Bank of Japan gekrochen sind.
Sowohl die EU als auch Japan bereiten sich auf 25% Zölle auf Autoteile und eine 50% Abgabe auf nach Amerika exportierten Stahl und Aluminium vor. Japan wurde insbesondere vor einem pauschalen Zoll von 25% auf alle Waren, die auf den amerikanischen Markt gehen, gewarnt.
Da die Bank of Japan ihren Leitzins bei 0,5% stabil hält, trübt die zunehmende Handelskonkurrenz die kurzfristigen Aussichten auf eine Zinserhöhung. Mit zunehmender Unsicherheit wird erwartet, dass die Währungsvolatilität in den kommenden Sitzungen hoch bleibt.
EUR/JPY zieht sich zurück, während das Paar in überkauften Bereichen bleibt
EUR/JPY hat begonnen, sich zurückzuziehen, wobei die Preisbewegung ins Stocken gerät, nachdem die Bullen es nicht geschafft haben, das psychologische Widerstandsniveau von 173,00 zu testen. Nach dem Höchststand von 172,28 bewegt sich das Paar nach unten, wobei die Preise zum Zeitpunkt der Erstellung unter 172,00 fallen.
Technisch gesehen bleibt das Paar in einem starken Aufwärtstrend; jedoch beginnen Anzeichen von Erschöpfung aufzutauchen. Der Relative Strength Index (RSI) bleibt im überkauften Bereich über 73 und zeigt nach unten, was auf eine mögliche kurzfristige Konsolidierung oder einen korrektiven Pullback hindeutet.
EUR/JPY Tageschart

Die Unterstützung liegt nahe dem 78,6%-Fibonacci-Retracement-Level des Abwärtstrends von Juli bis August 2024 bei 170,93, gefolgt vom 20-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 168,89. Ein Bruch unter diese Niveaus könnte das 61,8%-Retracement bei 167,40 offenbaren.
Auf der Oberseite könnte ein Anstieg über das psychologische Niveau von 173,00 das Hoch von Juli 2024 bei 175,43 ins Spiel bringen. Aber die Bullen benötigen möglicherweise einen fundamentalen Katalysator, wie ein günstiges Handelsabkommen, um von hier aus weiter zu steigen.
Insgesamt deutet das technische Setup darauf hin, dass, während der breitere bullische Trend intakt bleibt, das kurzfristige Momentum möglicherweise überdehnt ist und eine Pause oder Korrektur wahrscheinlich ist, es sei denn, handelsbezogene Schlagzeilen liefern weiteren Antrieb.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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