DAX Futures vor dem Befreiungsschlag: Doch ein Risiko bleibt


Die DAX Futures hängen fest. Am Mittwoch notieren sie bei 25.469 Punkten und damit 0,56 % im Minus. Auf den ersten Blick wirkt das unspektakulär. Technisch ist die Lage aber ziemlich spannend, denn der Markt sitzt genau zwischen zwei wichtigen Zonen fest.

Nach oben wartet ein massiver Widerstandsbereich, nach unten eine Unterstützung, die für den gesamten mittelfristigen Trend entscheidend werden könnte. Solange keine dieser Marken fällt, bleibt der DAX in einer Range gefangen.

Genau das macht die aktuelle Situation tückisch.

Denn der langfristige Aufwärtstrend ist noch intakt, gleichzeitig fehlt kurzfristig aber die Kraft für einen neuen Schub nach oben. Anleger sollten deshalb aktuell weniger auf kleine Bewegungen schauen, sondern auf die beiden Grenzen, an denen sich das Bild wirklich verändern würde.

DAX
DAX

DAX Futures: Der Aufwärtstrend lebt noch

Der wichtigste positive Punkt zuerst: Die DAX Futures notieren weiterhin über der 200-Tage-Linie.

Sie verläuft aktuell bei 24.958 Punkten und gilt als einer der wichtigsten langfristigen Trendindikatoren überhaupt. Solange der DAX darüber bleibt, ist die große Aufwärtsstruktur technisch noch nicht gebrochen.

Auf mittlere Sicht sieht es allerdings weniger überzeugend aus.

Die 50-Tage-Linie liegt bei 25.930 Punkten und damit deutlich über dem aktuellen Kurs. Das zeigt, dass der DAX zuletzt an Momentum verloren hat.

Kurzfristig sieht die Lage wiederum ausgeglichener aus. Die 20-Tage-Linie verläuft bei 25.512 Punkten und damit fast genau auf Höhe der aktuellen DAX Futures.

Der Markt steht damit praktisch direkt an seinem kurzfristigen Durchschnitt.

Das passt zur aktuellen Situation: Es gibt weder einen klaren Aufwärts- noch einen klaren Abwärtstrend.

Auch der RSI bestätigt dieses Bild. Mit 46,15 liegt er leicht unter der neutralen Marke von 50. Verkäufer haben damit momentan einen kleinen Vorteil, von einer überverkauften Situation ist der DAX aber noch weit entfernt.

Oder anders gesagt: Der Markt ist schwach genug, um vorsichtig zu sein, aber noch nicht schwach genug, um bereits von einem echten Trendbruch zu sprechen.

Diese DAX-Marken entscheiden jetzt

Die wichtigste Zone auf der Oberseite liegt zwischen 25.800 und 25.930 Punkten.

Dort treffen mehrere technische Widerstände zusammen. Unter anderem verläuft die 50-Tage-Linie in diesem Bereich. Zusätzlich liegt das mittlere Bollinger-Band bei etwa 25.830 Punkten.

Damit entsteht oberhalb des aktuellen Kurses eine regelrechte Widerstandszone.

Für die Bullen dürfte deshalb vor allem die Marke von 25.950 Punkten entscheidend sein.

Ein nachhaltiger Tagesschluss darüber würde das technische Bild deutlich verbessern. Der DAX würde nicht nur die aktuelle Widerstandszone verlassen, sondern gleichzeitig auch die 50-Tage-Linie zurückerobern.

Dann könnte der Blick wieder klar nach oben gehen.

Auf der Unterseite liegt die erste relevante Unterstützung bei rund 25.100 Punkten. Dort haben Käufer zuletzt eingegriffen und größere Verluste verhindert.

Noch wichtiger ist aber die Zone um 24.958 Punkte.

Dort verläuft die 200-Tage-Linie.

Und genau hier wird es ernst.

Fällt der DAX auf Tagesschlussbasis unter diese Marke, wäre nicht mehr nur die kurzfristige Schwäche das Problem. Dann würde auch die langfristige Aufwärtsstruktur Schaden nehmen.

Die nächste größere Unterstützung liegt anschließend erst bei 24.361 Punkten.

Damit ist der aktuelle Bereich ziemlich klar abgesteckt: Zwischen rund 25.100 Punkten und 25.930 Punkten steckt der DAX in einer breiten Seitwärtszone.

Solange er sich darin bewegt, bleiben schnelle Richtungswechsel wahrscheinlich.

Warum die aktuelle Range so gefährlich ist

Hinzu kommt die hohe Schwankungsbreite.

Der ATR über 14 Tage liegt bei 307,99 Punkten.

Das bedeutet, dass sich die DAX Futures innerhalb eines normalen Handelstages derzeit durchaus mehrere hundert Punkte bewegen können.

Genau deshalb ist die Mitte der aktuellen Range besonders unangenehm.

Ein Einstieg ohne klares Signal kann schnell auf die falsche Seite geraten, obwohl sich am übergeordneten Chartbild noch gar nichts verändert hat.

Das ist derzeit einer der wichtigsten Punkte.

Der DAX bewegt sich zwar nicht in einem klaren Abwärtstrend, aber auch nicht in einer sauberen Aufwärtsbewegung. Wer mitten in dieser Zone handelt, bekommt damit das schlechteste aus beiden Welten: wenig Trend, aber trotzdem hohe Schwankungen.

Drei Szenarien für die DAX Futures

Für offensivere Anleger könnte zunächst die Zone um 25.100 Punkte interessant werden.

Sollte der DAX dort erneut Unterstützung finden und ein klares bullishes Umkehrsignal zeigen, wäre ein Einstieg im Bereich dieser Marke denkbar.

Ein möglicher Stopp läge bei 24.638 Punkten und damit unterhalb der Unterstützung sowie ungefähr 1,5 ATR-Einheiten entfernt.

Als erstes Ziel bietet sich die Zone um 25.800 Punkte an.

Daraus würde sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 1,5 zu 1 ergeben.

Dieses Szenario setzt allerdings voraus, dass die Käufer die Unterstützung tatsächlich erneut verteidigen.

Wer defensiver vorgehen möchte, wartet hingegen auf einen bestätigten Ausbruch nach oben.

Dafür müsste der DAX die Marke von 25.950 Punkten auf Tagesschlussbasis überwinden.

Das wäre deutlich mehr als nur ein kleiner technischer Befreiungsschlag.

Der DAX würde damit die 50-Tage-Linie zurückerobern und hätte wieder Luft nach oben.

Ein möglicher Stopp könnte in diesem Fall bei 25.488 Punkten liegen. Als Ziel käme anschließend das vorherige Hoch bei rund 26.665 Punkten infrage.

Das Chance-Risiko-Verhältnis läge damit bei ungefähr 2 zu 1.

Auch dieses Szenario ist nicht sicher. Der Vorteil liegt aber auf der Hand: Anleger würden erst dann reagieren, wenn der Markt selbst bestätigt, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen.

Auf der Unterseite liegt die entscheidende Marke bei rund 24.950 Punkten.

Ein Tagesschluss darunter würde die 200-Tage-Linie brechen.

Dann könnte sich das technische Bild schnell verschlechtern.

In diesem Fall wäre die Unterstützung bei 24.361 Punkten das nächste größere Ziel.

Ein möglicher Stopp läge bei etwa 25.410 Punkten. Das Chance-Risiko-Verhältnis würde auch hier ungefähr 1,5 zu 1 betragen.

Wichtig wäre allerdings, dass der DAX nicht nur kurz unter die 200-Tage-Linie fällt und anschließend direkt wieder nach oben dreht.

Ein echter negativer Impuls braucht anhaltenden Verkaufsdruck.

Beim DAX läuft alles auf diese Entscheidung hinaus

Die Ausgangslage bei den DAX Futures ist damit klarer, als es der aktuelle Kursverlauf vermuten lässt.

Solange der Markt zwischen 25.100 und 25.930 Punkten steckt, bleibt die Richtung offen.

Auf der Oberseite wäre ein Tagesschluss über 25.950 Punkten das entscheidende Signal. Dann könnte der DAX wieder Kurs auf das bisherige Hoch bei 26.665 Punkten nehmen.

Auf der Unterseite steht dagegen die 200-Tage-Linie bei 24.958 Punkten im Mittelpunkt.

Fällt diese Marke nachhaltig, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben und die Zone bei 24.361 Punkten in den Fokus rücken.

Genau deshalb ist aktuell Geduld gefragt.

Denn mitten in der Range bietet der DAX nur begrenzt attraktive Chancen. Die interessanteren Signale entstehen erst an den Rändern.

Für Anleger ist deshalb weniger entscheidend, ob die DAX Futures heute 100 Punkte steigen oder fallen. Entscheidend ist, welche der beiden großen Marken zuerst bricht.

Dann dürfte aus der aktuellen Seitwärtsbewegung schnell wieder ein klarer Trend werden.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien und anderen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Teilen: Feed-News

Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.

NEUESTE NACHRICHTEN


NEUESTE NACHRICHTEN

Autor wählen

Goldpreis unter Druck: Warum die langfristige Story trotzdem intakt bleibt

Goldpreis unter Druck: Warum die langfristige Story trotzdem intakt bleibt

Der Goldpreis steht wieder unter Druck. Eigentlich hätte das Umfeld zuletzt besser aussehen müssen: Der US-Arbeitsmarktbericht für September fiel schwächer aus als erwartet und auch das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank für August überraschte auf der Unterseite. Trotzdem kommt Gold nicht nachhaltig vom Fleck.
DAX Futures vor dem Befreiungsschlag: Doch ein Risiko bleibt

DAX Futures vor dem Befreiungsschlag: Doch ein Risiko bleibt

Die DAX Futures hängen fest. Am Mittwoch notieren sie bei 25.469 Punkten und damit 0,56 % im Minus. Auf den ersten Blick wirkt das unspektakulär. Technisch ist die Lage aber ziemlich spannend, denn der Markt sitzt genau zwischen zwei wichtigen Zonen fest.
Ripple steckt bei 1,50 Dollar fest - XRP wartet auf den großen Ausbruch

Ripple steckt bei 1,50 Dollar fest - XRP wartet auf den großen Ausbruch

Ripple (XRP) bewegt sich am Mittwoch seitwärts um die zentrale Marke von 1,50 Dollar. Der Remittance-Token hält sich zugleich in einer breiteren Spanne mit Unterstützung bei 1,40 Dollar und Widerstand bei 1,60 Dollar. Ein Ausbruch auf einer der beiden Seiten könnte Tempo und Richtung für XRP im vierten Quartal 2026 vorgeben.
Dogecoin weitet Korrektur aus und schwächeres Momentum erhöhen Abwärtsrisiken

Dogecoin weitet Korrektur aus und schwächeres Momentum erhöhen Abwärtsrisiken

Dogecoin weitet seine Verluste aus und notiert bei rund 0,090 USD, nachdem er in dieser Woche bislang um mehr als 5% gefallen ist. Der Abwärtsdruck verstärkt sich, da Short-Positionen ein Einmonatshoch erreichen und sich die Händler in überhitzten Bedingungen befinden. Unterdessen deuten auch schwächer werdende Momentum-Indikatoren auf weitere Verluste bei DOGE hin. Die Derivatedaten zeigen vorsichtige Signale unter den Händlern.

Das sollten Sie am Mittwoch, den 7. Oktober, im Blick behalten:

Das sollten Sie am Mittwoch, den 7. Oktober, im Blick behalten:

Der US-Dollar-Index bleibt am Mittwochmorgen in Europa nahe 102,00 im positiven Bereich, nachdem er am Dienstag im negativen Bereich geschlossen hatte. Später in der amerikanischen Sitzung wird die Federal Reserve das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung im September veröffentlichen und das US-Finanzministerium wird eine Auktion für 10-jährige Anleihen abhalten.

MAJORS

Wirtschaftsindikatoren

ANALYSEN