Analysten der Commerzbank berichten, dass USD/CNY nahe 6,78 gehandelt wird. Ihr Modell deute auf eine etwas stärkere Festsetzung des Referenzkurses durch die chinesische Notenbank gegenüber dem Vortag hin. Der Yuan werde derzeit von Chinas Entscheidung beeinflusst, auf heimische Ölreserven zurückzugreifen, anstatt auf den Weltmärkten aggressiv um Rohöl zu konkurrieren. Steigende Erzeugerpreise und eine verhaltene Verbraucherpreisinflation verdeutlichten den Margendruck in der Wirtschaft, hätten bislang jedoch keine größeren Bewegungen am Devisenmarkt ausgelöst.
Heimische Ölreserven dämpfen Auswirkungen auf den Yuan
„Die Erzeugerpreisinflation in China hat sich im Mai beschleunigt. Der PPI stieg im Jahresvergleich um 3,9 Prozent nach 2,8 Prozent im April. Ausschlaggebend dafür waren eine globale Energiekrise infolge des Kriegs im Iran sowie ein kräftiger Anstieg der Investitionen in KI-Infrastruktur. Demgegenüber erhöhte sich der Verbraucherpreisindex um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entsprach er unserer Erwartung, blieb jedoch unter dem Bloomberg-Konsens von 1,3 Prozent. Die Kerninflation, bei der die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie ausgeklammert werden, verlangsamte sich auf 1,1 Prozent nach 1,2 Prozent im April.“
„Durch diese zunehmende Divergenz weitete sich die Lücke zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen auf den größten Stand seit Juni 2022 aus. Dies deutet auf einen erheblichen Margendruck bei nachgelagerten Herstellern hin, die angesichts des intensiven Wettbewerbs im Inland Schwierigkeiten haben, die gestiegenen Rohstoffkosten weiterzugeben.“
„Um die Folgen des anhaltenden Kriegs im Iran zu begrenzen, hat Peking inzwischen begonnen, kommerzielle und strategische Rohölreserven anzuzapfen, anstatt auf dem internationalen Markt um teures Rohöl zu konkurrieren. Satellitendaten zufolge hat China im Monat bis zum 7. Juni nahezu 25 Millionen Barrel Rohöl aus seinen Beständen entnommen.“
„Für die kommenden Monate wird erwartet, dass die täglichen Lagerbestandsentnahmen durchschnittlich rund eine Million Barrel pro Tag betragen werden. Dieses Volumen entspricht etwa einem Drittel der Lieferausfälle für China infolge der nahezu vollständigen Schließung der Straße von Hormus. Angesichts der auf insgesamt 1,2 Milliarden Barrel geschätzten Reserven des Landes gilt dieser Rückgang jedoch als beherrschbar.“
„Die Nutzung heimischer Lagerbestände hat die Auswirkungen des globalen Ölpreisschocks bislang vergleichsweise begrenzt gehalten. Darüber hinaus haben strukturelle Veränderungen im chinesischen Verkehrssystem der Wirtschaft zusätzliche Flexibilität während dieses Energieschocks verschafft. Staatliche Raffinerien haben ihre Verarbeitungsraten auf Rekordtiefs gesenkt, während Treibstoffexporte im Rahmen von Erhaltungsmaßnahmen für Kriegszeiten eingeschränkt wurden.“
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