Die Ökonomen Hunter Chan und Shuang Ding von Standard Chartered bewerten die chinesischen Konjunkturdaten für Mai als Zeichen einer robusten Produktion bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage. Sie erwarten, dass sich das Wachstum der Industrieproduktion nach der Schwäche im April teilweise erholt hat, gestützt durch starke Exporte und die Hightech-Industrie. Die Investitionen in Sachanlagen dürften angesichts der anhaltenden Krise am Immobilienmarkt schwach geblieben sein. Zudem dürfte sich das Kreditwachstum weiter verlangsamt haben, da die Nachfrage gedämpft geblieben sei.
Produktion robust, Nachfrage schwächer
„Die Einkaufsmanagerindizes deuten darauf hin, dass die Produktionsaktivität im Mai solide geblieben ist, während die Nachfrage nachgelassen hat. Das Wachstum der realwirtschaftlichen Aktivität dürfte sich nach dem Rückgang im April teilweise erholt haben, während die Investitionen wahrscheinlich gesunken sind. Das Kreditwachstum könnte sich weiter verlangsamt haben, da die Nachfrage vermutlich schwach geblieben ist. Außen heiß, innen kühl: Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Mai von zuvor 50,3 auf 50,0 Punkte und blieb damit unter den Konsensschätzungen.“
„Sowohl der Index für Neuaufträge als auch der Index für neue Exportaufträge rutschten in den kontraktiven Bereich und deuten damit auf eine schwächere Nachfrage hin.“
„Das Wachstum der Industrieproduktion dürfte sich im Mai auf 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr beschleunigt haben, nachdem es im April auf 4,1 Prozent zurückgegangen war. Unterstützt wurde dies durch eine robuste Exporttätigkeit.“
„Die Investitionen in Sachanlagen könnten in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent gesunken sein, da die Schwäche am Immobilienmarkt anhält.“
„Der Gipfel zwischen den USA und China hat nach unserer Einschätzung dazu beigetragen, die Stimmung in der Wirtschaft zu stabilisieren. Dadurch wurden die Auswirkungen von Maßnahmen zur Steuerung von Überkapazitäten in einzelnen Branchen im Rahmen wettbewerbsrechtlicher Regulierungen teilweise ausgeglichen.“
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