• GBP/USD steigt im asiatischen Handel am Donnerstag auf rund 1,3385. 
  • Die britische VPI-Inflation fiel im Juni stärker als erwartet auf 2,6%.
  • Die USA starteten neue Angriffe, während der Iran vor regionalen Unruhen warnte. 

Das Währungspaar GBP/USD erholt sich im asiatischen Handel am Donnerstag auf fast 1,3385. Das Aufwärtspotenzial für das Major-Paar dürfte jedoch angesichts der kühler als erwartet ausgefallenen britischen Inflationsdaten und der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten begrenzt sein. Händler werden weitere Hinweise aus dem Bericht zu den britischen Einzelhandelsumsätzen ziehen, der später am Freitag veröffentlicht wird. 

Die britische VPI-Inflation im Jahresvergleich verlangsamte sich im Juni auf 2,6% und damit auf den niedrigsten Stand seit März 2025, nach 2,8% im Mai, wie das Office for National Statistics (ONS) am Mittwoch mitteilte. Dieser Wert fiel schwächer aus als die Markterwartungen von 2,7% Wachstum. 

Unterdessen stieg der Kern-VPI, ohne volatile Lebensmittel- und Energieposten, im Juni im Jahresvergleich um 2,6% gegenüber 2,6% in der vorherigen Veröffentlichung und fiel damit heißer aus als die Prognose von 2,5%. Auf Monatsbasis sank die britische VPI-Inflation im Juni auf 0,1% nach 0,2% im Mai und entsprach damit dem Marktkonsens. 

Händler erwarten, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins in der kommenden Woche bei 3,75% belassen wird, da sie weiterhin die Auswirkungen des Nahostkonflikts bewertet. Laut Reuters preisten die Finanzmärkte bis Ende 2026 eine oder möglicherweise zwei Zinserhöhungen um jeweils einen Viertelpunkt ein, kaum verändert gegenüber Dienstag. 

Die Vereinigten Staaten (US) haben eine zwölfte Nacht in Folge Angriffe auf Ziele im Iran gestartet, nachdem Teheran mit weiteren eigenen Angriffen in der Golfregion gedroht hatte. US-Präsident Donald Trump drohte damit, für jedes im Golf von Hormus angegriffene Schiff eine Brücke oder ein Kraftwerk zu bombardieren. 

Am Donnerstag teilte die kuwaitische Armee mit, dass sie feindliche Drohnen abfängt, nachdem es mehrere Tage lang iranische Angriffe auf das Land gegeben hatte. Unterdessen berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr, dass ein Ort in der Nähe von Ahwaz bei einem US-Raketenangriff getroffen worden sei. Die zunehmenden Spannungen und Anzeichen eines lang anhaltenden Konflikts im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) in naher Zukunft gegenüber dem Britischen Pfund (GBP) stützen. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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