• GBP/USD fällt unter 1,3300 und erreicht neue Zwei-Monats-Tiefs.
  • Warsh hält Prognosen zurück und lässt die Märkte über den geldpolitischen Kurs rätseln.
  • Fed-Statement verzichtet auf Leitlinien, betont jedoch erhöhte Inflationsrisiken.

Das Pfund Sterling fiel am Mittwoch um über 1 %, nachdem die Federal Reserve beschlossen hatte, die Zinsen unverändert zu lassen, doch das Dot-Plot in der Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) zeigte, dass die meisten Vertreter eine Zinssenkung erwarten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist GBP/USD unter die Marke von 1,3300 gefallen und hat neue Zwei-Monats-Tiefs erreicht.

GBP/USD erreicht Zwei-Monats-Tiefs, da die Fed den Inflationskampf in den Mittelpunkt stellt.

Die Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh war geprägt von fehlenden Forward Guidance, wobei er anerkannte, dass er seine Wirtschaftsprognosen, insbesondere den Zinspfad, nicht vorgelegt habe. Dennoch sagte er, dass „die Inflation deutlich über dem 2%-Ziel liegt“ und dass die FOMC-Mitglieder einstimmig sind, Preisstabilität zu gewährleisten.

Zum Statement sagte er, es liefere lediglich die Fakten. Warsh fügte hinzu, dass er Arbeitsgruppen zu Kommunikation, Bilanz, Datenquellen, Produktivität, Beschäftigung und Inflation unter anderem nutzen werde, um die aktuellen Fed-Rahmenwerke zu bewerten.

Auf die Frage zum Doppelmandat antwortete er, dass die Fed keine „grausame Wahl“ zwischen Preisstabilität und maximaler Beschäftigung habe, aber anerkannte, dass die Fed „auf dem Gebiet der Preisstabilität noch Arbeit zu leisten hat“.

Fed-Geldpolitisches Statement

In der Erklärung strich die Fed die Formulierung zur Forward Guidance, was Kevin Warshs ersten Führungsstil in der Geldpolitik markiert. Die Fed erkannte an, dass die Wirtschaft trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt weiterhin stark wächst, und stellte fest, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibt, wobei die Arbeitslosenquote nahezu unverändert blieb.

Darüber hinaus „bleibt die Inflation im Vergleich zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses erhöht, was teilweise auf Angebotsschocks zurückzuführen ist, die Preissteigerungen in bestimmten Sektoren, einschließlich Energie, verursacht haben. Der Ausschuss wird Preisstabilität gewährleisten.“

Die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) zeigt, dass die Medianprognose für den Fed Funds Rate bei 3,8 % liegt, gegenüber 3,4 % im März. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft bis Ende 2026 um 2,2 % wächst. Gleichzeitig wird der Kern-PCE, das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, mit 3,3 % prognostiziert, was 1,3 % über dem 2 %-Ziel der Fed liegt.

Quelle: Federal Reserve

Reaktion von GBP/USD auf die Entscheidung

GBP/USD setzt seine Verluste unterhalb der Marke von 1,3300 fort, da Fed-Vorsitzender Kevin Warsh erklärte, dass die Zentralbank auf dem Gebiet der Preisstabilität noch Arbeit zu leisten habe. Dies trieb die US-Staatsanleihenrenditen nach oben, wobei die zweijährige US-Treasury-Note, die am empfindlichsten auf Zinserwartungen reagiert, um 15 Basispunkte auf 4,20 % stieg.

GBP/USD Tageschart

Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.

In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.

Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.

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