• Der australische Dollar bleibt durch den angespannten Arbeitsmarkt und die Zinserhöhungserwartungen gestützt, aber die hawkischen FOMC-Protokolle begrenzen das Aufwärtspotenzial.
  • Die Zinserhöhung der RBA im Februar auf 3,85% und der robuste Beschäftigungsbericht für Januar am Donnerstag halten die Markterwartungen für weitere Straffungen am Leben, wobei eine Erhöhung im Mai zu etwa 65% eingepreist ist.
  • Die hawkischen FOMC-Protokolle vom Mittwoch verstärkten die Fed-Haltung von 3,50% bis 3,75%, wobei Mitglieder warnten, dass die Desinflation möglicherweise "langsamer und ungleichmäßiger" als erwartet sein könnte; der US-Kern-PCE am Freitag ist der nächste wichtige Test.

Die Zinserhöhung der RBA im Februar auf 3,85%, die erste seit über zwei Jahren, stützt weiterhin den australischen Dollar, nachdem die Protokolle dieser Woche erhöhte Inflationsrisiken signalisierten und die Tür für weitere Straffungen offen ließen. Die Beschäftigungsdaten für Januar am Donnerstag bestätigten diese Haltung, da die Arbeitslosenquote bei 4,1% (unter den erwarteten 4,2%) blieb und die Zahl der Arbeitslosen im vierten Monat in Folge fiel.

Auf der Seite des US-Dollars schlugen die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle des Offenmarktausschusses (FOMC einen hawkischen Ton an, wobei Mitglieder die Desinflation als potenziell "langsamer und ungleichmäßiger" als erwartet beschrieben und einige Teilnehmer darauf hinwiesen, dass nach oben gerichtete Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen werden könnten. Die Märkte preisen nun eine 94%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed im März hält. Die US-BIP-Daten für das vierte Quartal und der Kern-PCE am Freitag werden entscheidend sein, um die Zinserwartungen für das zweite Quartal zu gestalten.

Konsolidierung unter 0,7147, da der Stochastische Oszillator aus dem überkauften Bereich zurückgeht

Auf dem Tages-Chart handelte AUD/USD am Donnerstag in einer engen Spanne nahe 0,7050. Das Paar hält sich über dem steigenden 50-Tage-EMA bei 0,6865 und deutlich über dem 200-Tage-EMA bei 0,6625, was bestätigt, dass der Aufwärtstrend von den Januartiefs nahe 0,6664 anhält. Nachdem ein Jahreshoch von 0,7147 Anfang Februar erreicht wurde, hat sich der Preis in einem Bereich von etwa 0,7000 bis 0,7100 konsolidiert, wobei die psychologische Marke von 0,7000 als Unterstützung fungiert.

Der Stochastische Oszillator hat den überkauften Bereich bärisch überschritten und bewegt sich nun in Richtung neutralem Gebiet, was darauf hindeutet, dass die Rallye pausiert, anstatt sich umzukehren. Mehrere kleine Kerzen und Dojis nahe 0,7050 deuten auf Unentschlossenheit vor den US-Daten am Freitag hin. Der Widerstand liegt am Hoch von 0,7147; ein Durchbruch darüber würde 0,7200 anvisieren. Die Unterstützung liegt bei 0,7000, gefolgt von 0,6900 und dem 50-Tage-EMA bei 0,6865.

AUD/USD Tageschart


Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

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