• Asiatische Aktienmärkte stehen unter starkem Verkaufsdruck und folgen damit den Verlusten der US-Chiphersteller.
  • US- und südkoreanische Chiphersteller geraten aufgrund technologischer Fortschritte bei chinesischen Chips unter Druck.
  • Anleger warten gespannt auf die CPI-Daten für September aus China und den USA.

Die asiatischen Aktienmärkte verzeichnen in der Sitzung am Dienstag einen deutlichen Ausverkauf und folgen damit der Schwäche der Technologieaktien in den Vereinigten Staaten (USA), die am Columbus Day zu beobachten war.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung führt der KOSPI die Verluste mit einem Rückgang von über 7% an, der Shanghai-Index liegt 1% im Minus bei knapp 3.760, der Nikkei 225 stürzt um fast 2,5% auf rund 67.350 ab.

US-Technologieaktien wurden durch Hinweise belastet, dass ein chinesischer Chiphersteller bei seinen Produkten bemerkenswerte technologische Fortschritte erzielt hat, was Bedenken hinsichtlich des Monopols von US-Chipherstellern wie Nvidia, Micron Technology und San Disk aufkommen ließ.

Laut einem Reuters-Bericht hatte der chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies Fortschritte bei einem DRAM-Design der nächsten Generation namens 4F² erzielt, das die Speicherdichte erhöhen könnte. Der Reuters-Bericht zeigte zudem, dass Nvidia von Januar bis Juni 678.000 KI-Beschleuniger in China ausgeliefert hat, was laut IDC-Daten einem Rückgang von 44% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Südkoreanische Chiphersteller: Samsung und SK Hynix, die im Business-to-Business-(B2B)-Bereich tätig sind und zu den führenden Lieferanten von Nvidia zählen, scheinen direkte Opfer der wachsenden Konkurrenz aus China zu sein. Beide Aktien liegen im Dienstagshandel bis zu 8,5% im Minus.

In dieser Woche werden die CPI-Daten für September aus China und den USA ein wichtiger Impulsgeber für die globalen Märkte sein; ihre Veröffentlichung ist für Mittwoch geplant. Die US-CPI-Daten dürften die Zinserwartungen der Federal Reserve (Fed) erheblich beeinflussen. Fed-Vertreter haben in ihren jüngsten Äußerungen signalisiert, dass sie angesichts des anhaltend hohen Inflationsdrucks sehr besorgt sind.

Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.

Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.

Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.

Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.

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