- Asiatische Aktienmärkte starten angesichts erneuter Spannungen im Nahen Osten vorsichtig in die Woche.
- Der Austausch von Angriffen zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise nach oben getrieben.
- Hawkische Fed-Wetten nehmen zu, da Fed-Mitglied Warsh die hohen Inflationsrisiken erneut bekräftigt.
Die asiatischen Aktienmärkte stehen zu Wochenbeginn weiterhin unter Druck, da sich die Risikostimmung angesichts erneuter Spannungen im Nahen Osten und eines deutlichen Anstiegs der Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) eintrübt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der Nikkei225 0,25% im Minus bei knapp 66.250, der Hang Seng fällt um 0,36% leicht unter 22.500. Die chinesischen Aktienmärkte notieren jedoch mit bis zu 0,7% im Plus, und der KOSPI steigt um 0,46% auf rund 6.820.
Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran haben sich wieder verschärft, nachdem der Iran als Vergeltung US-Stützpunkte in Jordanien angegriffen hat, nachdem Washington iranische Raketenwerfer getroffen hatte, die sich darauf vorbereiteten, Minen in die Straße von Hormus zu schicken, berichtete Bloomberg.
Dies hat zu einem deutlichen Anstieg der Ölpreise geführt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wird der WTI-Ölpreis 2,5% höher bei knapp 84,85 USD gehandelt.
Höhere Ölpreise sind für verschiedene asiatische Volkswirtschaften angesichts ihrer erheblichen Abhängigkeit von Ölimporten zur Deckung ihres Energiebedarfs ein schlechtes Zeichen.
Unterdessen haben Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium, wonach die Zentralbank entschlossen sei, den Preisdruck zu senken, die hawkischen Fed-Wetten verstärkt.
Laut dem CME FedWatch Tool sind die Chancen, dass die Fed die Zinsen auch auf der September-Sitzung unverändert lässt, auf 39,4% gesunken, nach fast 60%, die vor einer Woche gesehen wurden.
Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.
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Das sollten Sie am Montag, den 31. August, im Blick behalten:
Die Finanzmärkte nehmen am letzten Tag des Augusts eine vorsichtige Haltung ein, da die Anleger die sich verändernden Chancen auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September und die sich erneut verschärfenden Spannungen im Nahen Osten bewerten. Der Wirtschaftskalender wird später am Tag vorläufige Inflationsdaten für August aus Deutschland enthalten.