Die Analysten der Commerzbank weisen darauf hin, dass die südkoreanischen Behörden ihre Überwachung des Devisenmarkts verschärft haben, um den Won zu stabilisieren. Dazu zählen häufigere Prüfungen der Devisenpositionen von Banken sowie gemeinsame Inspektionen mit der Bank of Korea. Das Währungspaar USD/KRW bewegt sich derzeit um die Marke von 1.520, nachdem es den höchsten Stand seit 2009 erreicht hatte. Die Behörden hoffen, mit diesen Maßnahmen den spekulativen Druck zu begrenzen und den Won kurzfristig zu stützen.
Behörden nehmen spekulativen Druck auf den Won ins Visier
„Die südkoreanischen Behörden haben ihre Bemühungen zur Stabilisierung des Won verstärkt und sind von verbalen Warnungen zu direkten Aufsichtsmaßnahmen übergegangen. Der Finanzaufsichtsdienst FSS hat den Prüfungsrhythmus für die Devisenpositionen großer Banken von monatlich auf wöchentlich verkürzt.“
„Dies könnte künftig sogar auf tägliche Kontrollen ausgeweitet werden, was auf eine noch intensivere Überwachung hindeuten würde, falls sich der Won nicht stabilisiert. Zudem gab es Hinweise auf informellen Druck, da die Banken aufgefordert wurden, auf eine aggressive Vermarktung von Dollareinlagen oder Positionierungen zu verzichten, die die Schwankungen des Won verstärken könnten.“
„Die Bank of Korea (BoK) und die Finanzaufsicht FSS werden außerdem gemeinsame Inspektionen großer Devisenbanken aufnehmen – erstmals seit 14 Jahren. Dabei soll geprüft werden, ob Handelsaktivitäten das Risiko einer Destabilisierung des Marktes erhöht haben. Nach Angaben der Behörden wird untersucht, ob Marktteilnehmer versucht haben, Wechselkurse zu beeinflussen oder auf bestimmten Niveaus festzusetzen, um unrechtmäßige Gewinne zu erzielen. Verstöße sollen streng geahndet werden.“
„Der Kospi zählt in diesem Jahr bislang zu den weltweit stärksten Aktienmärkten. Trotz einer Korrektur von mehr als 12 Prozent gegenüber dem Hoch der vergangenen Woche liegt der Index seit Jahresbeginn noch immer 83 Prozent im Plus. Bereits im vergangenen Jahr war er im Zuge des KI-Booms um 76 Prozent gestiegen. Der Won stand dagegen unter Druck, belastet durch Netto-Kapitalabflüsse aus dem Aktienmarkt, höhere Ölpreise und anhaltende geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten.“
„USD/KRW bewegt sich derzeit um die Marke von 1.520, nachdem das Währungspaar am vergangenen Freitag bis auf 1.558 gestiegen war – den höchsten Stand seit 2009. Seit Jahresbeginn hat der Won 5,4 Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren und zählt damit nach der indischen Rupie (-5,9 Prozent) und der indonesischen Rupiah (-7,3 Prozent) zu den schwächsten asiatischen Währungen. Die jüngsten Maßnahmen könnten den spekulativen Druck kurzfristig eindämmen. In dieser Woche hat der Won gegenüber dem Dollar bislang bereits mehr als zwei Prozent zugelegt.“
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