- Eskalierende US-Iran-Konflikte und Angriffe im Roten Meer schüren massive Sorgen über globale Unterbrechungen der Ölversorgung.
- Trump warnt nach Huthi-Angriffen auf saudische Öltanker vor massiver militärischer Vergeltung.
- Globale Umleitungen im Schiffsverkehr und ein Stopp der Verladungen im Schwarzen Meer drosseln weiter wichtige Rohölexportrouten.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl beendet seine dreitägige Gewinnserie und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag bei rund 90,20 USD pro Barrel. Der WTI-Rohölpreis steuert jedoch auf einen Anstieg von über 10 % in dieser Woche zu. Die dramatische Rally kommt, da die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten massive Sorgen über weitreichende globale Unterbrechungen der Ölversorgung schüren.
Die Marktangst wird zusätzlich angeheizt, nachdem die Vereinigten Staaten bereits den 13. Tag in Folge Angriffe gegen den Iran durchgeführt haben, wobei beide Länder kurzfristige diplomatische Gespräche entschieden ausgeschlossen haben. Die Spannungen verschärften sich weiter, nachdem Präsident Trump "große militärische Bestrafung" gegen den Iran und die Huthi-Kräfte für weitere Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer angedroht hatte und zugleich erklärte, dass er einen "massiven Angriff" auf den Iran selbst erwäge.
Diese scharfen Warnungen folgen auf jüngste Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Milizen auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer. Die betroffene Wasserstraße dient Saudi-Arabien als wichtiger alternativer Exportkorridor, insbesondere da die anhaltenden Kämpfe die Schiffsbewegungen durch die entscheidende Straße von Hormus weiter behindern.
Als Reaktion auf die wachsende Gefahr haben asiatische Importeure bereits Gespräche aufgenommen, um saudische Rohöllieferungen über den Suezkanal und um Afrika herum umzuleiten. Verstärkt wird die regionale Angebotsverknappung dadurch, dass das Caspian Pipeline Consortium nach Angriffen auf Tanker die Rohölladungen an seinem Terminal am Schwarzen Meer ausgesetzt hat, wodurch rund 80 % der kasachischen Ölexporte faktisch abgeschnitten werden.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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