Ethereum (ETH) ist am Mittwoch auf 2.400 US-Dollar gefallen, nachdem der CLARITY Act im Senat nicht vorangekommen ist. Trotz dieses Rückschlags und der am Markt nahezu sicheren Erwartung einer Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung der Federal Reserve (Fed) zieht der führende Altcoin weiter frisches Kapital an.
ETH-Wale und institutionelle Anleger zeigen Stärke
Ethereum-Käufer dominieren seit einigen Tagen die Verkäuferseite. Daten zu den Nettoflüssen an Börsen zeigen, dass Abhebungen von Handelsplätzen die Einzahlungen in den vergangenen fünf Tagen übertroffen haben. Dadurch sanken die Börsenreserven in diesem Zeitraum um 159.000 ETH.

ETH-Börsenreserven. Quelle: CryptoQuant
Sinkende Börsenreserven deuten darauf hin, dass Anleger ihre Bestände in private Wallets verschieben. Damit verringert sich die Menge an Coins, die kurzfristig für Verkäufe verfügbar ist.
Ein großer Teil des Kaufdrucks dürfte von Wallets mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH stammen, also von sogenannten Walen. In der vergangenen Woche erhöhten diese Wallets ihren gemeinsamen Bestand um rund 200.000 ETH.
Privatanleger-Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH sowie zwischen 1.000 und 10.000 ETH gaben dagegen rund 192.000 ETH ab. Damit setzte sich ihr Verkaufstrend fort, der seit Jahresbeginn anhält.
Auf institutioneller Seite verzeichneten US-Spot-ETFs auf ETH am Montag den zweiten Tag in Folge Nettozuflüsse. Laut Daten von SoSoValue flossen 121 Millionen US-Dollar zu. Am Freitag hatten die Produkte trotz Abflüssen bei BTC-ETFs 216,4 Millionen US-Dollar eingesammelt.
Die anhaltende Kaufstärke kommt in einem Umfeld hoher Erwartungen an eine Zinserhöhung bei der anstehenden Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am Donnerstag. Anleger rechnen mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte. Laut CME FedWatch Tool lag die Wahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt der Erstellung bei 92,3 Prozent.
Zudem ist der CLARITY Act für den Kryptomarkt im Senat nicht vorangekommen, nachdem die erforderlichen 60 Stimmen für die Beendigung der Debatte verfehlt wurden. Das löste unmittelbar Verkaufsdruck am Kryptomarkt aus. ETH fiel um 5 Prozent in Richtung 2.400 US-Dollar.
Technischer Ethereum-Ausblick: ETH könnte bis zum 50-Tage-EMA fallen
Ethereum verzeichnete in den vergangenen 24 Stunden Liquidationen von rund 220 Millionen US-Dollar. Davon entfielen laut Coinglass-Daten 194 Millionen US-Dollar auf Long-Liquidationen.
Auf dem Tageschart ist ETH unter die ersten Unterstützungen am exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) und an der Marke von 2.431 US-Dollar gefallen. Der Kurs hält sich jedoch weiter über dem 200-, 100- und 50-Tage-EMA, die zwischen rund 2.153 und 2.270 US-Dollar gebündelt verlaufen. Damit bleibt die übergeordnete Tendenz trotz des jüngsten Rücksetzers von den Hochs konstruktiv.
Das Momentum hat sich abgekühlt. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich nahe dem neutralen Bereich bei 51, während der Stochastik-Indikator in die überverkaufte Zone fällt. Das deutet darauf hin, dass Käufer eher pausieren, statt den Aufwärtstrend vollständig aufzugeben, während der Kurs knapp unter dem kurzfristigen 20-Tage-EMA bei 2.435 US-Dollar konsolidiert.
Falls ETH die Marke von 2.431 US-Dollar nicht zurückerobert, könnte auf der Unterseite Unterstützung am 50-Tage-EMA um 2.270 US-Dollar und am 200-Tage-EMA bei 2.266 US-Dollar warten. Darunter folgt der frühere Widerstand, der nun als Boden bei 2.172 US-Dollar dient, sowie der 100-Tage-EMA nahe 2.153 US-Dollar. Ein tieferer Rückgang würde 1.961 US-Dollar und anschließend 1.809 US-Dollar als weiter entfernte Unterstützungen freilegen.
ETH/USDT-Tageschart
Auf der Oberseite steht ETH weiter am Widerstand bei 2.544 US-Dollar unter Druck. Über dieser Marke gelang im jüngsten Aufwärtstrend kein nachhaltiger Tagesschluss. Darüber folgen die Hürden bei 2.626 und 2.786 US-Dollar.
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