Ethereum (ETH) hat in den vergangenen zehn Tagen einen seiner heftigsten historischen Kurseinbrüche erlebt. Der Kurs verlor rund 40 Prozent an Wert und fiel zeitweise unter die Marke von 2.000 US-Dollar.
Mit dem Rückgang rutschte ETH zudem unter seinen sogenannten realisierten Preis, also den durchschnittlichen Einstandskurs der Investoren. Ein solches Ereignis hat in der Vergangenheit häufig zusätzlichen Verkaufsdruck ausgelöst, da Anleger Verluste begrenzen.
Besonders auffällig ist das Verhalten eines großen Onchain-Investors. Der als „Trend Research“ bekannte Wallet-Inhaber, der zuvor 792.532 ETH im Gegenwert von 2,59 Milliarden US-Dollar über kreditfinanzierte Positionen bei Binance aufgebaut hatte, überwies 772.865 ETH zurück an die Börse, als sich der Kurs der Liquidationsschwelle näherte. Dabei entstand ein Verlust von rund 747 Millionen US-Dollar. Der verbleibende Bestand von Trend Research beläuft sich laut Daten des Smart-Money-Trackers Lookonchain auf 21.301 ETH.
Auch kleinere Marktteilnehmer bauen Positionen ab. Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH sowie zwischen 1.000 und 10.000 ETH veräußerten in der vergangenen Woche zusammen rund 820.000 ETH.
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ETH-Bestand nach Haltergröße. Quelle: CryptoQuant
Ethereum könnte V-förmige Erholung erleben
Unterdessen verzeichnet auch das auf Ethereum spezialisierte Treasury-Unternehmen BitMine Immersion (BMNR) hohe nicht realisierte Verluste. Auf seine Bestände von 4,28 Millionen ETH summieren sich die Buchverluste infolge des Kursrückgangs auf mehr als sieben Milliarden US-Dollar. BitMine-Chairman Thomas Lee erklärte am Freitag in einem Beitrag auf X, dass Ethereum in den vergangenen acht Jahren sieben Mal ähnliche Rückgänge erlebt habe, jeweils mit Kursverlusten von 60 Prozent oder mehr.
Zugleich verwies Lee darauf, dass ETH nach solchen Phasen starker Verluste häufig eine V-förmige Erholung gezeigt habe. „Die besten Einstiegszeitpunkte für Kryptowährungen und Aktien kommen nach einem Rückgang. Das ist eine Phase, in der man nach Chancen Ausschau halten sollte“, ergänzte Lee.
Lees Aussagen fielen zeitlich mit einer Stellungnahme von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin zusammen. Dieser schrieb in einem Beitrag auf X, dass „ETH ein Wertspeicher (Store of Value) und eine der wichtigsten Anwendungen auf Ethereum“ sei.
Ethereum-Kursausblick: ETH testet 2.100 Dollar nach Erholung von 1.740
In den vergangenen 24 Stunden kam es laut Daten von Coinglass zu Liquidationen an den Terminmärkten im Umfang von 136 Millionen US-Dollar, davon entfielen 87 Millionen US-Dollar auf Short-Positionen.
Am Freitag prallte ETH nach dem stärksten Rückgang seit dem sogenannten Leverage-Flush vom 10. Oktober an der Unterstützung bei 1.740 US-Dollar nach oben ab. Am Samstag testete die größte Altcoin den Bereich um 2.100 US-Dollar. Bei einem Ausbruch darüber wäre ein Anstieg bis in den Bereich von 2.380 US-Dollar möglich. Ein erneutes Scheitern könnte den Kurs jedoch zurück in Richtung 1.740 US-Dollar drücken.

ETH/USDT-Tageschart
Der Relative-Stärke-Index (RSI) sowie der Stochastik-Oszillator haben sich leicht aus dem überverkauften Bereich zurückgezogen. Dies deutet auf eine gewisse Abschwächung des Abwärtsdrucks hin.
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