Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag unter die Marke von 65.000 US-Dollar gefallen und hat binnen 24 Stunden rund 11 Prozent verloren. Damit verzeichnet die größte Kryptowährung den stärksten Rückgang seit dem sogenannten Leverage Flush vom 10. Oktober. Seit diesem Ereignis hat Bitcoin mehr als 50 Prozent seines damaligen Wertes eingebüßt.

BTC/USDT-Tageschart
Auch andere große Kryptowährungen geraten deutlich unter Druck. Ethereum (ETH), BNB, XRP und Solana (SOL) verloren jeweils rund 11 Prozent, 10 Prozent, 16 Prozent beziehungsweise 11 Prozent.
Der Kursrutsch hat den gesamten Kryptomarkt um mehr als 10 Prozent nach unten gezogen. Seit dem 10. Oktober summieren sich die Verluste damit auf nahezu 40 Prozent. Besonders deutlich fällt der Wertverlust seit Mitte Januar aus: Die globale Marktkapitalisierung des Kryptomarktes ist seit dem 14. Januar um mehr als eine Billion US-Dollar geschrumpft, was einem durchschnittlichen Rückgang von rund 45 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht.
Die Abwärtsbewegung löste in den vergangenen 24 Stunden Liquidationen im Umfang von mehr als 2,09 Milliarden US-Dollar aus. Die größte einzelne Zwangsliquidation entfiel auf die Handelsplattform Binance und betraf ein BTC-USDT-Geschäft im Wert von 12,02 Millionen US-Dollar. Seit dem 24. Januar belaufen sich die Krypto-Liquidationen auf rund 10 Milliarden US-Dollar, was etwa 55 Prozent des Rekordwertes vom 10. Oktober entspricht, wie die Analysten von The Kobeissi Letters mitteilten.
Auch an den Aktienmärkten zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite verloren 1,23 Prozent beziehungsweise 1,59 Prozent. Die Aktie von Amazon sackte im nachbörslichen Handel um nahezu 11 Prozent ab, nachdem der Konzern bei der Vorlage seiner Zahlen für das vierte Quartal Investitionsausgaben von rund 200 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2026 in Aussicht gestellt hatte.
Warum Kryptowährungen seit Oktober unter Druck stehen
Nach Einschätzung von The Kobeissi Letters ist der aktuelle Marktrückgang struktureller Natur, da sich Kryptowährungen seit dem Leverage Flush vom 10. Oktober „nie wirklich erholt“ hätten. In einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag erklärten die Analysten, der Markt befinde sich in einem „Teufelskreis“, in dem sich Liquidationen und eine Eintrübung der Stimmung wiederholt abwechselten, obwohl sich die fundamentalen Rahmenbedingungen kaum verändert hätten.
Zu den weiteren Belastungsfaktoren zählten eine um rund 30 Prozent geringere Markttiefe bei Bitcoin im Vergleich zum Oktober-Hoch – ein Niveau, das an den Zusammenbruch der Börse FTX im Jahr 2022 erinnere – sowie der schnelle Kursrückgang an den Aktienmärkten trotz robuster Unternehmensgewinne und nur geringer fundamentaler Veränderungen. „Liquidationslücken im Kryptomarkt greifen auf die Aktienmärkte über“, hieß es in dem Beitrag.
Die Analysten ergänzten, der heutige Preisrückgang von etwa 9.000 US-Dollar könnte auf den Abverkauf von Beständen durch einen institutionellen Investor zurückzuführen sein. Ein nachhaltiger Boden werde sich erst dann bilden, wenn strukturelle Liquidität zurückkehre – allerdings erst nach einer „Kapitulation bei Preisen und Verschuldung“ sowie einer Phase stark negativer Marktstimmung.
„Wir scheinen uns diesem Punkt bereits zu nähern“, schrieben die Analysten.
Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am Donnerstag bei rund 64.400 US-Dollar.
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