Die Fed hat gesprochen – und der Krypto-Markt? Der bleibt überraschend ruhig. Am Mittwochabend hielt die US-Notenbank die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 4,25 % bis 4,50 %. Für Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP bedeutete das: ein kurzes Zucken – und dann: Stabilität. Doch was heißt das nun für dich als Anleger?
Klarer Kurs von der Fed – aber die Richtung bleibt offen
Dass die US-Zentralbank ihre Zinsen nicht anfasst, kam nicht überraschend. Schon im Vorfeld wurde gemunkelt, dass es wohl bei der aktuellen Zinsspanne bleibt. Die Botschaft der Fed: Wir wollen weiter Richtung Vollbeschäftigung und 2 % Inflation – aber wir lassen uns Zeit. Denn: Der Arbeitsmarkt läuft gut, die Konjunktur ebenfalls. Kein Grund zur Eile.
In ihrem Ausblick lässt die Fed dennoch durchblicken, dass bis Ende des Jahres zwei Zinssenkungen à 25 Basispunkte drin sein könnten – genau wie im März bereits angedeutet. Also: kleine Schritte statt großer Sprung. Und langfristig? Die Prognose ist ernüchternd. Für 2026 rechnet die Fed mit einem Leitzins von 3,6 %, 2027 sollen es dann 3,4 % sein. Das ist weniger als viele sich erhofft hatten – und zeigt: Die Lockerung kommt, aber sie kommt im Schneckentempo.
Powell bleibt abwartend – Trump setzt ihn unter Druck
Fed-Chef Jerome Powell nutzte seine Ansprache, um erneut auf „Geduld“ zu setzen. Die Wirtschaft sei stark, der Arbeitsmarkt stabil, von einer Abschwächung keine Spur. „Die US-Wirtschaft hat in den letzten drei Jahren wirklich jede Schwächeprognose Lügen gestraft“, so Powell. Kein Grund also, jetzt voreilig zu handeln.
Doch ganz ohne Störgeräusche ging es nicht. US-Präsident Donald Trump kritisierte Powell direkt – mal wieder. Der Vorwurf: Der Fed-Chef reagiere zu spät. In einem Interview bezeichnete Trump ihn sogar als „nicht besonders klugen Kerl“. Für Powell ist das nichts Neues – für den Markt jedoch ein weiteres Signal, dass die Geldpolitik auch politisch unter Spannung steht.
Bitcoin hält sich über 104.800 Dollar – Altcoins legen zu
Und wie reagierte der Krypto-Markt? Kurz gesagt: erstaunlich stabil. Bitcoin konnte sich zeitweise über der Marke von 104.800 US-Dollar behaupten. Auch die Altcoins haben sich erholt: Ethereum und Solana legten jeweils rund 1 % zu, XRP kam auf ein Plus von 0,5 % innerhalb von 24 Stunden. Die Erholung wirkt klein – ist aber ein deutliches Zeichen von Stärke.
Denn: Trotz Zinspause und verhaltener Aussicht auf Lockerungen bleibt der Markt gelassen. Große Abverkäufe? Fehlanzeige. Vielmehr zeigt sich: Die Anleger glauben an die langfristige Geschichte von Bitcoin & Co.
Nicht alle Krypto-Sektoren profitieren
Doch das Bild ist nicht ganz einheitlich. Während die großen Coins stabil bleiben, mussten einzelne Marktsegmente kräftig Federn lassen. Die Meme-Coin-Kategorie, rund um Dogecoin und Co., rutschte innerhalb eines Tages um 2,7 % ab. Auf Wochensicht sind es sogar über 15 % Verlust – ein deutliches Signal, dass spekulative Werte aktuell wenig gefragt sind.
Auch andere Trendthemen wie künstliche Intelligenz und Real-World-Assets kamen unter Druck. Die Verluste: 4,8 % bzw. 3 % in nur 24 Stunden. Hier scheint die Marktstimmung deutlich vorsichtiger zu werden – gerade wenn Zinsfantasien nicht sofort aufgehen.
Fazit: Viel Lärm um wenig? Nicht ganz.
Die Fed lässt den Fuß auf der Bremse – und genau das bringt dem Krypto-Markt momentan Stabilität. Klar: Schnelle Zinssenkungen wären für risikobehaftete Assets wie Bitcoin ein Turbo gewesen. Aber auch ohne diesen Schub zeigt sich der Markt erstaunlich robust.
Was heißt das für dich? Der große Ausverkauf bleibt aus. Und das ist – in einem Umfeld aus politischen Spannungen, langsamerer Zinsfantasie und volatilen Altcoins – vielleicht schon das beste Signal überhaupt.
Wenn du langfristig auf Krypto setzt, musst du jetzt nicht in Panik verfallen – aber du solltest wachsam bleiben. Denn was ruhig wirkt, kann sich jederzeit wieder beschleunigen. Und wer frühzeitig die richtigen Schlüsse zieht, sitzt im nächsten Bullrun nicht auf der Zuschauerbank.
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