XRP rutscht weiter ab – doch ein Detail ignorieren gerade Millionen Anleger: Die ETF-Zahlen erzählen eine völlig andere Geschichte.
Ripple (XRP) fällt am Donnerstag erneut und notiert nur noch bei 2,17 US-Dollar. Am Montag scheiterte der Token bereits klar an der Marke von 2,30 US-Dollar. Viele Anleger werten das als erneutes Schwächesignal – und tatsächlich dominiert im Kryptomarkt eine hartnäckige Unsicherheit. Doch wer jetzt glaubt, XRP sei am Ende, übersieht einen entscheidenden Punkt: Ausgerechnet die institutionellen Investoren kaufen weiter. Und das in einem Ausmaß, das Anleger zum Nachdenken bringen sollte.
Seit dem Start der US-gelisteten XRP-ETFs Mitte November zieht das institutionelle Interesse spürbar an. Gleich vier Produkte am Markt – darunter XRPC, der Bitwise-XRP-ETF, Grayscales GXRP und der XRPZ von Franklin Templeton – sammeln frisches Geld ein. Am Dienstag allein flossen 35 Millionen US-Dollar in diese Fonds. Insgesamt liegen die Zuflüsse inzwischen bei 622 Millionen US-Dollar, die verwalteten Vermögen bei rund 645 Millionen US-Dollar. Das ist ein klares Signal: Große Investoren steigen weiter ein, während die breite Masse zögert. Und genau diese Diskrepanz macht den Markt aktuell so explosiv.

Die Entwicklung im Retail-Bereich sieht dagegen deutlich schwächer aus. Das Futures-Open-Interest, also der Gesamtwert aller offenen XRP-Futures-Kontrakte, schafft es seit dem 11. November nicht mehr dauerhaft über 4 Milliarden US-Dollar. Am Mittwoch lag der Durchschnitt bei 3,96 Milliarden US-Dollar. Noch im Juli erreichte der Markt ein Rekordhoch von 10,94 Milliarden US-Dollar – kurz bevor XRP sein Allzeithoch von 3,66 US-Dollar markierte. Damals spiegelte das steigende Open Interest eine massive Risikobereitschaft wider. Heute zeigt der Rückgang: Der Privatanleger bleibt vorsichtig, teilweise sogar verunsichert. Genau das erschwert eine stabile Erholung und könnte den Preis weiter belasten, sollte die Nachfrage gedämpft bleiben.
Spannend wird der Blick auf die technische Lage. XRP kommt aktuell nicht über den 50-Tage-EMA, der bei 2,37 US-Dollar verläuft. Dieser gleitende Durchschnitt deckelt sämtliche Erholungsversuche. Auch die fallende Trendlinie seit dem Rekordhoch bei 3,66 US-Dollar bleibt intakt und begrenzt die Bewegungen nach oben. Der Widerstand bei 2,68 US-Dollar wirkt wie eine Decke, gegen die der Kurs immer wieder anrennt – ohne Durchbruch.
Doch ein Detail fällt auf: Der MACD hat ins Positive gedreht. Das Histogramm weitet sich aus, die MACD-Linie hat die Signallinie nach oben gekreuzt. Das ist ein typisches Frühwarnsignal dafür, dass der Markt kurzfristig Kraft sammeln könnte. Noch ist das nicht der Startschuss für eine Trendwende, aber es deutet an, dass die Verkäufer an Druck verlieren. Der RSI bei 46 bleibt dagegen neutral und zeigt, dass die Marktteilnehmer abwarten. Für eine echte Erholung bräuchte XRP einen Tagesschluss über dem 50-Tage-EMA. Erst dann öffnet sich ein neues Kursfenster.

Aktuell aber bleibt die charttechnische Gesamtlage schwer. Solange XRP unter dem 200-Tage-EMA bei 2,51 US-Dollar und dem 100-Tage-EMA bei 2,52 US-Dollar notiert, dominiert Abwärtsdruck. Das Momentum liegt weiterhin unter der Nulllinie und verläuft flach. Das spricht eher für eine Pause der Bären als für einen Stimmungswechsel. Ein erster Anlauf könnte im Bereich des 50-Tage-EMA enden, wo das Verkaufsinteresse traditionell hoch ist.
Für Anleger ergibt sich dadurch ein ungewöhnliches Szenario: Während der Spot-Preis kämpft, bleiben die ETF-Zuflüsse stabil. Institutionelle Investoren scheinen überzeugt zu sein, Retail-Anleger dagegen verunsichert. Genau dieser Gegensatz hat in der Vergangenheit schon häufiger für scharfe Bewegungen gesorgt. Ob XRP die Kurve bekommt oder weiter abrutscht, hängt entscheidend davon ab, ob die Privatanleger wieder Mut fassen. Bis dahin bleibt der Markt fragil und anfällig – mit der Chance auf eine Überraschung, sobald die technische Bestätigung oberhalb des 50-Tage-EMA gelingt.
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