Chinas Wirtschaftsdaten werden von globalen Investoren oft mit einer gewissen Vorsicht betrachtet. Die Herausforderung besteht nicht unbedingt darin, dass die Zahlen falsch sind, sondern dass sie sehr unterschiedliche Teile einer großen und komplexen Wirtschaft beschreiben können. Nirgends ist das deutlicher als bei Chinas PMIs.
In erster Linie bin ich, und war immer, äußerst skeptisch gegenüber chinesischen Daten. Die folgenden Bemerkungen sind ein Versuch, einige Einblicke in die verschiedenen Messungen zu geben, die zur Beurteilung der Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe oder im Dienstleistungssektor verwendet werden.
Jeden Monat veröffentlicht das Land mehrere Umfragen zur Messung der industriellen Aktivität. Auf dem Papier zielen sie darauf ab, dieselbe Realität zu erfassen – die Richtung des chinesischen verarbeitenden Gewerbes. In der Praxis erzählen diese China PMIs oft zwei sehr unterschiedliche Geschichten.
So war es auch in diesem Jahr. Während eine Quelle der PMIs eine geringe Kontraktion der Geschäftstätigkeit anzeigte, wiesen die anderen Indikatoren auf eine gesunde Expansion hin. Was ist da los?

Der offizielle Einkaufsmanagerindex, der vom Nationalen Statistikamt (NBS) veröffentlicht wird, signalisiert tendenziell relative Stabilität. Währenddessen zeichnen private Indikatoren wie der RatingDog EMI für das verarbeitende Gewerbe häufig ein fragileres Bild des zugrunde liegenden Momentums.
Wenn die beiden divergieren, offenbaren sie etwas Wichtiges: Sie messen nicht unbedingt dasselbe China.
Die Staatswirtschaft: durch Politik stabilisiert
Der offizielle NBS PMI spiegelt hauptsächlich die Bedingungen unter Chinas großen, staatlich verbundenen Unternehmen wider, insbesondere derjenigen, die mit der Schwerindustrie verbunden sind. Diese Unternehmen stehen in der Regel viel näher an der Unterstützung durch die Regierung, Infrastrukturprogrammen und Kreditstimuli.
Wenn Peking also die Liquidität aufdreht oder Mittel in strategische Sektoren lenkt, sind diese Unternehmen normalerweise die ersten, die von den Vorteilen profitieren.
Das hilft zu erklären, warum der offizielle PMI oft relativ stabil aussieht. Selbst wenn das Momentum in der breiteren Wirtschaft zu verlangsamen scheint, können die Teile der Wirtschaft, die am stärksten mit staatlicher Unterstützung verbunden sind, weiterhin relativ gut abschneiden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Ergebnisse ungenau sind – sie spiegeln einfach die Zusammensetzung der Umfrage wider.
Große Industrieunternehmen sind weniger anfällig für zyklische Volatilität und politische Straffungen.
Die Privatwirtschaft und die globale Nachfrage
Auf der anderen Seite versucht der RatingDog PMI, kleinere und exportorientierte Hersteller widerzuspiegeln. Die Aktivität dieser Unternehmen steht näher am Puls der globalen Nachfrage und der Trends im inländischen Konsum.
Das heißt, diese Unternehmen könnten den Druck früher spüren, wenn die externe Nachfrage nachlässt oder die Finanzierungsbedingungen sich verschärfen.
Tatsächlich, wenn die Aktivität in diesem Sektor Schwierigkeiten hat, reichen die Auswirkungen weit über die Grenzen des Landes hinaus. Sie stehen im Zentrum globaler Lieferketten und Handelsströme.
Divergenz als Signal
Darüber hinaus sind Perioden der Divergenz zwischen den beiden PMIs nicht ungewöhnlich und heben oft hervor, dass die Wirtschaft anscheinend mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten voranschreitet.
Politische Unterstützung, Infrastrukturinvestitionen oder strategische industrielle Initiativen können den staatlich unterstützten Industrien helfen. Gleichzeitig müssen kleinere Hersteller und Exporteure mit sinkender Nachfrage und schmaleren Margen umgehen.
Die globalen Märkte sind immer wachsam gegenüber dieser Spaltung.
Chinas Wachstumszahlen mögen stabil erscheinen, wenn die staatlichen Investitionen stark bleiben. Aber der private Sektor liefert oft ein klareres Signal über das zugrunde liegende Momentum im Handel, im verarbeitenden Gewerbe und in der globalen Nachfrage.
Warum die Märkte genau hinschauen
Für die globalen Märkte ist die Divergenz zwischen Chinas PMIs mehr als nur eine statistische Kuriosität.
Wenn sich diese Signale auseinander bewegen, ist die Frage nicht, welches richtig ist, sondern welcher Teil von Chinas Wirtschaft an Momentum gewinnt.
Die Rohstoffmärkte neigen dazu, die Antwort genau zu beobachten.
Wenn der private Sektor im verarbeitenden Gewerbe Schwierigkeiten hat, während die staatlich unterstützten Industrien stabil bleiben, kann Chinas Nachfrage nach Rohstoffen am Rand nachlassen, selbst wenn die Hauptaktivität stabil erscheint.
Für Währungen, die eng mit Chinas industriellem Zyklus verbunden sind, wie den Australischen Dollar, bleiben solche Verschiebungen selten unbemerkt.
Die PMIs mögen dieselbe Wirtschaft messen. Aber wenn sie divergieren, können sie sehr unterschiedliche Signale an die globalen Märkte senden.
Fazit
Chinas zwei PMI-Umfragen messen dieselbe Wirtschaft, erfassen jedoch oft unterschiedliche Realitäten.
Wenn sie divergieren, offenbaren sie die Bruchlinien zwischen dem staatlich unterstützten industriellen Motor des Landes und seinem marktsensitiveren privaten Sektor.
Für die globalen Märkte, die versuchen, die wahre Richtung von Chinas Wirtschaft zu beurteilen, können diese Unterschiede ebenso wichtig sein wie die Wachstumszahlen selbst.
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