Der Dow Jones hat in zwei Tagen mehr als 1000 Punkte verloren und seinen Jahresgewinn damit neutralisiert. Dennoch lässt sich keine Kapitulation der Käufer erkennen. Es gibt noch keine Panik. Das ist eigentlich eine schlechte Nachricht. Denn eine solche Panik beendet in der Regel diese Marktphasen. Am Ende einer Korrektur oder eines Crashs werfen alle das Handtuch, es gibt einen Ausverkauf bei hohen Umsätzen und danach ist der Markt bereinigt. 
 
Noch aber fehlt das außerordentlich hohe Volumen. Zum Vergleich: Im Januar wurde der Ausverkauf von mehr als doppelt so hohen Umsätzen wie normal begleitet, gestern lag das Plus bei gerade mal 30 Prozent über Durchschnitt. Beim Blick auf einzelne Aktien erkennt man die aktuell noch vorhandene Zuversicht der Anleger: Der Chiphersteller AMD eröffnete erst zehn Prozent im Minus, schnellte dann 14 Prozent nach oben und beendete den Handel im Plus. Die arg gebeutelte Aktie des Grafikkarten-Spezialisten Nvidia legte eine Rally von 15 Prozent hin. Resignation sieht anders aus. 
 
Morgen bleiben die US-Börsen wegen Thanksgiving geschlossen, am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Große institutionelle Investoren müssen davon ausgehen, dass sie wegen des langen Wochenendes weniger Volumen am Markt vorfinden werden. Das heißt, wer heute große Positionen aufbaut, bekommt sie am Donnerstag und Freitag bei geringem Marktvolumen nur sehr schwer wieder los. Das engt den Planungsspielraum für die Profis drastisch ein. Es kann also passieren, dass heute noch Positionen abgestoßen werden, die man schon nächste Woche wieder aufbaut, nur um den kurzfristigen hohen Schwankungen und dem Feiertagshandel aus dem Weg zu gehen. 

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