• Die parabolische Rallye des Goldes stagniert erneut nahe 4.380 USD, da Gewinnmitnahmen vor den Handelsgesprächen zwischen den USA und China einsetzen.
  • Der US-Dollar versucht, seine Erholung angesichts der Handelsprobleme zwischen den USA und China, der Risikoströme und der verlängerten US-Regierungsschließung wiederzubeleben.  
  • Gold könnte frische Käufer an der Widerstandszone, die sich in eine Unterstützung bei 4.285 USD verwandelt hat, finden, falls die Korrektur sich ausweitet.

Gold zieht am frühen Dienstag in Richtung 4.300 USD zurück, nachdem es erneut in der Nähe der 4.380 USD-Region abgelehnt wurde. Der Fokus liegt auf den Handelsgesprächen zwischen den USA und China inmitten einer breiteren Marktunsicherheit.

Gold bleibt der bevorzugte sichere Hafen

Fundamental scheint sich für Gold nichts geändert zu haben.

Die Märkte haben jedoch die Hoffnung geschöpft, dass die Vereinigten Staaten (USA) und China in dieser Woche einen Handelsdeal erreichen könnten, da die hochrangigen Gespräche wieder aufgenommen werden.

US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Freitag, dass er diese Woche mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng in Malaysia zusammentreffen wolle, um die erneuten Handels Spannungen abzubauen.

Die Entspannung der Handelsbedenken zwischen den USA und China belebt die Erholung des US-Dollars (USD) und begrenzt den Aufwärtstrend des Goldpreises.

Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, sagte am Montag, dass die Regierungsschließung wahrscheinlich in dieser Woche enden könnte, was die Risikostimmung weiter anhebt und als Gegenwind für die rekordverdächtige Rallye des Goldes wirkt.

Dennoch bleibt Gold ein bevorzugtes sicheres Anlagegut und ein „Kauf bei Rücksetzern“-Handel, da die Anleger vor der wichtigen Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (CPI) am Freitag und den wichtigen Unternehmensberichten großer US-Firmen Unsicherheiten gegenüberstehen.

In der Zwischenzeit halten wachsende Wetten auf zwei Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) die Nachfrage nach dem glänzenden Metall aufrecht.

Darüber hinaus verarbeiten die Märkte die jüngsten Zollbedrohungen von US-Präsident Donald Trump, der am späten Montag drohte, ab dem 1. November 155% Zölle auf China zu erheben, es sei denn, sie schließen einen Deal ab.

Insgesamt werden Goldhändler weiterhin die Handelsupdates zwischen den USA und China sowie die breitere Marktentwicklung im Auge behalten, um frische Richtlinien zu erhalten.

Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Da Gold in der vergangenen Woche täglich Rekordhöhen verzeichnet hat, wird die unmittelbare Hürde im Angebotsbereich von 4.380 USD gesehen, über der die 4.400 USD überwunden werden müssen.

Der nächste Widerstand wird auf der psychologischen Marke von 4.450 USD gesehen, gefolgt von der 4.500 USD-Marke.

Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) sinkt weiter aus dem extrem überkauften Bereich und liegt derzeit bei etwa 78,50, was darauf hindeutet, dass Käufer sich auf einen neuen Anstieg bei Rücksetzern vorbereiten könnten.

Auf der Abwärtsseite könnte der steigende Widerstand, der sich in eine Unterstützung bei 4.285 USD verwandelt hat, die Korrektur begrenzen.

Eine nachhaltige Bewegung unterhalb dieses Niveaus könnte weitere Rückgänge in Richtung der tatsächlichen Unterstützung des Kanals bei 4.136 USD eröffnen.

Die natürliche Tendenz der steigenden Kanalformation ist ein Durchbruch nach unten, und daher könnte ein täglicher Kerzenschluss unterhalb letzterer einen bärischen Durchbruch bestätigen und einen neuen Abwärtstrend in Richtung 4.001 USD einleiten, wo der 21-Tage Simple Moving Average (SMA) liegt.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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