XAU/USD Aktueller Preis: 3.298,70 $
- Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Zollpolitiken von US-Präsident Trump belastet die Stimmung.
- Der Offenmarktausschuss wird die Protokolle der Juni-Sitzung veröffentlichen.
- XAU/USD ist kurzfristig fest bärisch und könnte auf 3.247 $ fallen.

Der Goldpreis kämpft weiterhin darum, seinen Glanz zurückzugewinnen und kann sich trotz eines risikoscheuen Marktumfelds nicht über die Marke von 3.350 $ erholen. Der US-Dollar (USD) verlor im Laufe der ersten Tageshälfte etwas an Wert, erholte sich jedoch mit der Eröffnung von Wall Street und stieg, während die Aktien fielen, was deutlich die trübe Marktstimmung widerspiegelt.
Die Bedenken drehen sich um die jüngste Ankündigung von US-Präsident Trump zu Zöllen. Spät am Montag teilte Trump auf Truth Social verschiedene Briefe mit, die er an Handelskollegen gesendet hatte, in denen er neue Zölle von 25 % bis 40 % ankündigte. Er verlängerte auch die Frist zur Umsetzung der Abgaben bis zum 1. August und öffnete die Tür für weitere Verlängerungen.
Trump zielt darauf ab, bessere Handelsabkommen mit den meisten großen Partnern zu erzielen, was ihm bisher nicht gelungen ist. Er möchte das ständige US-Defizit im Außenhandel reduzieren und die lokale Produktion stärken, hat jedoch in dieser Angelegenheit bisher wenig Fortschritte erzielt.
Die US-Indizes entwickeln sich besser, nachdem sie am Dienstag stark gefallen waren. Der Nasdaq Composite handelt mit moderaten Gewinnen, während der Dow Jones Industrial Average und der S&P 500 die meisten ihrer Verluste vor der Eröffnung wieder wettgemacht haben, jedoch weiterhin im Minus notieren. Die Marktteilnehmer sind hin- und hergerissen zwischen der Unsicherheit über Trumps Politiken und der Hoffnung, dass das schlimmste Szenario - massive Zölle und explodierende Inflation - nicht eintreten wird.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Offenmarktausschuss (FOMC), der am Mittwoch die Protokolle der Juni-Sitzung zur Geldpolitik veröffentlichen wird. Das Dokument wird voraussichtlich bestätigen, was das spekulative Interesse bereits weiß, nämlich dass die Vertreter der Federal Reserve (Fed) mit ihrer kürzlich angenommenen Abwartestrategie zufrieden sind.
XAU/USD kurzfristige technische Perspektive
Das Währungspaar XAU/USD durchbricht derzeit die 3.300 $-Marke, und die technischen Indikatoren im Tageschart unterstützen einen weiteren Rückgang. Ein flacher 20 Simple Moving Average (SMA) konvergiert mit dem 50%-Fibonacci-Retracement des Juni-Rückgangs bei 3.350 $, was Käufer abweist. Das Paar handelt derzeit um das 23,6%-Retracement des gleichen Rückgangs, wobei ein Durchbruch darunter die Tür für einen Test der Basis der Spanne bei 3.247,83 $ öffnet. Die 100- und 200-SMAs zeigen weiterhin nach oben, weit unter dem aktuellen Niveau. Schließlich gewinnen die technischen Indikatoren innerhalb negativer Werte an Abwärtsdynamik, was die Stärke der Verkäufer widerspiegelt.
Kurzfristig und gemäß dem 4-Stunden-Chart ist das bärische Szenario noch stärker. Das Währungspaar XAU/USD beschleunigte den Rückgang nach wiederholten gescheiterten Versuchen, einen bärischen 20 SMA zu überwinden, der unter den längeren SMAs an Abwärtsdynamik gewinnt. Gleichzeitig bewegen sich die technischen Indikatoren fast vertikal nach unten und nähern sich überverkauften Bedingungen, haben jedoch noch Spielraum, um ihre Rückgänge auszudehnen.
Unterstützungsniveaus: 3.287,40 3.274,50 3.259,40
Widerstandsniveaus: 3.309,40 3.325,00 3.350,00
Zölle - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.
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