• Der Goldpreis erholt sich am Mittwoch erneut aus der Nähe der 2.970 $-Region.  
  • Risikoaversion dominiert, während Händler sich auf 104% US-Zölle auf chinesische Importe und die Fed-Protokolle vorbereiten.
  • Der Goldpreis bleibt zwischen zwei wichtigen täglichen SMAs gefangen; der RSI erholt sich und nähert sich der 50er-Marke.

Der Goldpreis scheint am frühen Mittwoch endlich seine Korrekturbewegung nach unten zu beenden und findet erneut Nachfrage in der Nähe der 2.970 $-Region. Ein nachhaltiger Anstieg des Goldpreises hängt von der Marktreaktion auf die reziproken Zölle und die Protokolle der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank (Fed) im März ab.  

Der Goldpreis konzentriert sich auf Zollupdates für neue Richtlinien

Der Goldpreis profitiert von dem sinkenden Vertrauen der Investoren, da die globalen reziproken Zölle von US-Präsident Donald Trump in Kraft treten. Die Märkte sind hauptsächlich aufgrund der enormen 104% Zölle auf chinesische Waren verunsichert, die in Kraft traten und die Handels Spannungen zwischen den USA und China verschärfen.

Das Weiße Haus bestätigte am späten Dienstag, dass die 104% Zölle auf Importe aus China nach Mitternacht am Mittwoch in Kraft treten würden.

Angesichts der drohenden Zollunsicherheit und der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession bleibt der US-Dollar (USD) in seinem bärischen Momentum, was dem Goldpreis hilft, sich zu stabilisieren. Sollte jedoch das Fed-Protokoll Vorsicht aufgrund der Risiken höherer Inflation signalisieren, könnte der Greenback eine vorübergehende Erholungsrallye erleben. Verkäufer des USD werden wahrscheinlich schnell reagieren, da die reziproken Zölle in Kraft treten.

Insgesamt dürfte der Goldpreis als klarer Gewinner hervorgehen, selbst wenn die Fed-Protokolle als vorsichtig wahrgenommen werden, im Zuge der Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China. Am späten Dienstag beschuldigte Präsident Trump China, die Währung zu manipulieren, um sich gegen Zölle abzusichern, blieb jedoch optimistisch, dass China irgendwann einen Deal abschließen würde.

Unterdessen könnte die anhaltende Erholung der Renditen von US-Staatsanleihen den Anstieg des zinslosen Goldpreises gefährden. Der Einfluss könnte jedoch begrenzt sein, da die Wetten auf eine dovish Geldpolitik der Fed hinsichtlich Zinssenkungen zunehmen.

Der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen könnte damit zusammenhängen, dass Investoren das sichere Anlagegut verkaufen, um Verluste anderswo auszugleichen. Daher könnten die erhöhten Wetten auf aggressive Zinssenkungen der Fed bald den Anstieg der Renditen bremsen.

Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Goldkäufer kämpfen darum, die Kontrolle zurückzugewinnen, da der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) die 50er-Marke von unten durchbricht.

Der Goldpreis benötigt eine Akzeptanz über dem 21-tägigen einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) bei 3.036 $ auf Tagesbasis, um die Rekordrallye fortzusetzen.

Käufer werden dann das wöchentliche Hoch von 3.056 $ anvisieren, über dem 3.100 $ getestet werden.

Auf der anderen Seite würde ein nachhaltiger Durchbruch unter den 50-Tage-SMA bei 2.952 $ die kurzfristige bullische Neigung negieren und die Tür zur runden Marke von 2.900 $ öffnen.

Die nächsten relevanten Unterstützungsniveaus liegen bei den Tiefs vom 10. und 11. März bei 2.880 $ und dem 100-Tage-SMA bei 2.809 $.

Zölle FAQs

Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.

Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.

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