Gold hat sich in der vergangenen Woche beeindruckend entwickelt. Nach einem ruhigen Start drehte der Kurs und konnte fast 3 % zulegen, was den höchsten Stand seit dem 31. Oktober in der Region um 2.780 US-Dollar markierte. Damit rückt das Allzeithoch in greifbare Nähe. Doch der Blick richtet sich jetzt auf die kommende Woche, in der wichtige Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) anstehen. Die technische Lage bleibt vielversprechend, zeigt jedoch auch Anzeichen einer überkauften Situation.

Warum Gold aktuell gefragt ist

Die Woche begann zunächst verhalten. In den USA blieben die Märkte am Montag aufgrund des Martin Luther King Jr. Day geschlossen. Doch bereits am Abend sorgten politische Entwicklungen für Bewegung. Medienberichte deuteten darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump zu Beginn seiner Amtszeit keine sofortigen Zollerhöhungen plant. Stattdessen sollen Behörden Handelsdefizite und unfaire Praktiken prüfen. Diese Zurückhaltung belastete den US-Dollar und gab Gold Auftrieb.

Am Dienstag verschärfte sich die Situation: Trump ließ über soziale Medien verlauten, dass er Zölle auf chinesische Importe verhängen könnte, falls China einem geplanten TikTok-Deal nicht zustimmt. Außerdem deutete er an, Importzölle von 25 % auf Waren aus Mexiko und Kanada zu prüfen. Die Folge? Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen rutschten unter 4,6 %, und Gold konnte weiter an Stärke gewinnen.

Auch der Mittwoch brachte Rückenwind für Gold, denn wichtige Wirtschaftsdaten blieben aus, was den Fokus auf geopolitische Unsicherheiten lenkte. In der Spitze kletterte der Preis über 2.760 US-Dollar – der höchste Stand seit Oktober.

US-Arbeitsmarktdaten und Trumps Äußerungen treiben Gold weiter nach oben

Am Donnerstag veröffentlichte das US-Arbeitsministerium neue Daten zum Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen auf 223.000, nach 217.000 in der Vorwoche. Die Märkte reagierten kaum darauf. Erst am Freitag kam wieder Bewegung ins Spiel, als Trump in einem Interview Zölle als „mächtiges Druckmittel“ bezeichnete, aber betonte, dass er sie nicht unbedingt anwenden wolle. Der US-Dollar geriet erneut unter Druck, und Gold konnte die Gewinne auf über 2.780 US-Dollar ausbauen.

Am selben Tag wurden auch neue Konjunkturdaten veröffentlicht: Der S&P Global Composite PMI fiel von 55,4 auf 52,4 Punkte und deutete auf eine nachlassende Dynamik in der US-Wirtschaft hin. Dies reichte nicht aus, um dem Dollar neue Impulse zu geben, sodass Gold seine Position nahe dem Wochenhoch halten konnte.

Was nächste Woche wichtig wird

Ein Highlight der kommenden Woche ist die erste Zinssitzung der US-Notenbank im Jahr 2025. Laut dem CME FedWatch Tool rechnet der Markt derzeit nicht mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte. Vielmehr wird es auf die begleitende Stellungnahme und die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell ankommen.

Fed

Bereits im Dezember hatte die Fed ihre Prognosen angepasst und signalisiert, dass in diesem Jahr zwei Zinssenkungen anstehen könnten. Powell machte damals klar, dass die restriktive Haltung vor allem aufgrund der hartnäckigen Inflation und des starken Arbeitsmarkts notwendig sei. Sollte Powell nun eine weniger besorgte Haltung zur Inflation einnehmen und sich positiv zur moderateren Handelspolitik Trumps äußern, könnte dies den US-Dollar unter Druck setzen – und Gold weiter nach oben treiben. Umgekehrt könnte eine weiterhin vorsichtige Haltung der Fed Gold kurzfristig ausbremsen.

Ein weiterer wichtiger Termin steht am Donnerstag an: Die Veröffentlichung des US-BIP für das vierte Quartal. Überraschungen in die eine oder andere Richtung könnten starke Marktbewegungen auslösen. Ein robustes Wachstum könnte dem US-Dollar Auftrieb geben und Gold ausbremsen. Schwächere Zahlen hingegen würden Gold weiter in die Karten spielen.

Daneben bleiben auch geopolitische Themen auf der Agenda. Trump drängt auf eine Lösung im Ukraine-Konflikt – Fortschritte in dieser Hinsicht könnten die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen dämpfen.

Technische Analyse: Steht eine Korrektur bevor?

Gold

Gold bleibt technisch betrachtet in einer starken Aufwärtsbewegung, aber der Markt könnte kurzfristig eine Pause einlegen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt auf dem Tageschart leicht über 70 und signalisiert eine überkaufte Lage. Auch der Kurs bewegt sich am oberen Ende eines fünf Wochen alten Aufwärtskanals.

Ein wichtiger Widerstandsbereich liegt bei 2.790 bis 2.800 US-Dollar – hier befindet sich das bisherige Allzeithoch und eine psychologisch bedeutende Marke. Sollte Gold darüber ausbrechen, wäre das nächste Ziel die 2.900-US-Dollar-Marke.

Auf der Unterseite bieten 2.750 US-Dollar eine erste Unterstützung, gefolgt von der Spanne zwischen 2.710 und 2.700 US-Dollar, die den unteren Rand des aktuellen Aufwärtskanals darstellt. Eine weitere Auffangzone liegt bei 2.680 US-Dollar, wo die 20-Tage-Linie verläuft.

Fazit: Gold bleibt im Fokus – neue Höhen möglich

Der Goldpreis befindet sich in einer vielversprechenden Ausgangslage, und die Chancen auf neue Rekordhochs stehen gut. Kurzfristige Rücksetzer könnten jedoch eine gute Gelegenheit für Anleger bieten, um auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die kommenden Tage versprechen jede Menge Spannung, vor allem mit Blick auf die Fed-Sitzung und mögliche neue geopolitische Entwicklungen. Gold bleibt der sichere Hafen der Wahl – aber wie immer gilt es, die Risiken im Auge zu behalten.

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