Nach einem heftigen Rücksetzer in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche hat sich der GBP/USD-Kurs wieder stabilisiert. Am Montag schloss das Paar im Plus, und auch am Dienstag hält es sich rund um die Marke von 1,2700 während der europäischen Handelssitzung.

Positive Arbeitsmarktdaten geben dem Pfund Auftrieb

Die am Dienstagmorgen veröffentlichten britischen Arbeitsmarktdaten brachten gute Nachrichten für das Pfund Sterling. Laut dem britischen Statistikamt (ONS) blieb die ILO-Arbeitslosenquote in den drei Monaten bis Oktober bei 4,3 % – genau wie erwartet. Besonders bemerkenswert war der Anstieg der Beschäftigungszahl um 173.000. Noch beeindruckender: Die jährliche Lohninflation ohne Boni kletterte von zuvor 4,9 % auf 5,2 %.

Diese Zahlen untermauern die Robustheit des britischen Arbeitsmarkts. Trotz einer allgemeinen Risikoaversion auf den globalen Märkten konnte der GBP/USD-Kurs dadurch die 1,2700-Marke verteidigen. Dass der US-Dollar angesichts der aktuellen Marktlage ebenfalls Stärke zeigt, unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des Pfunds.

Spannung vor den US-Einzelhandelsumsätzen und der Fed-Sitzung

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die für den Nachmittag erwarteten US-Einzelhandelsumsätze. Analysten rechnen mit einem Anstieg von 0,5 % im November, nach einem Zuwachs von 0,4 % im Oktober. Obwohl positive Daten dem US-Dollar weiteren Rückenwind geben könnten, dürften die Marktreaktionen angesichts der bevorstehenden Fed-Zinssitzung eher verhalten bleiben. Sollte die Wall Street jedoch schwach eröffnen, könnte der US-Dollar weiter zulegen und den GBP/USD-Kurs unter Druck setzen.

Entscheidender Moment: Britische Inflationsdaten stehen bevor

Am Mittwochmorgen wird das britische Statistikamt die Inflationsdaten für November veröffentlichen. Diese Veröffentlichung könnte den Markt ordentlich bewegen. Steigende Preise könnten die Bank of England unter Zugzwang setzen, was das Pfund deutlich stützen würde.

Technischer Ausblick für GBP/USD: Abwarten angesagt

GBPUSD

Ein Blick auf die technischen Indikatoren zeigt: Der Relative-Stärke-Index (RSI) im 4-Stunden-Chart liegt leicht über 50, was auf eine abwartende Haltung am Markt hindeutet. Entscheidend wird sein, ob das Währungspaar die Unterstützung bei 1,2700 halten kann – diese Marke wird durch den 100-Perioden-SMA und das 38,2%-Fibonacci-Retracement der letzten Abwärtsbewegung gestützt.

Gelingt ein Ausbruch nach oben, könnten 1,2730 (200-Perioden-SMA) und 1,2750 (Fibonacci 50%) die nächsten Widerstände sein. Sollte der Kurs jedoch unter 1,2700 fallen, kommen 1,2660 (20-Perioden-SMA) und 1,2620 (Fibonacci 23,6%) ins Spiel.

Entscheidende Tage stehen bevor

Der GBP/USD-Kurs hat sich nach seinem Rückgang wieder stabilisiert, doch die Märkte bleiben nervös. Während die starken britischen Arbeitsmarktdaten für Optimismus sorgen, bleibt die Unsicherheit vor den bevorstehenden US-Einzelhandelsdaten, der Fed-Sitzung und der britischen Inflationsveröffentlichung groß. Anleger sollten sich auf einen volatilen Markt einstellen. Die kommenden Tage könnten entscheidend sein.

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