Wie auch schon die Einkaufsmanagerdaten am Dienstag, zeigte auch der viel beachtete Ifo-Index ein vitales Bild. Laut Ifo Institut war die Stimmung in deutschen Unternehmen zuletzt im August 2011 so gut wie derzeit.
Nach 109,9 Punkten im Vormonat, legte der Geschäftsklimaindex auf 111,0 Punkte zu. Es wurde im Vorfeld mit einem stabilen Wert gerechnet. Auch die Subindizes „aktuelle Situation“ mit 118,4 (+1,5 Punkte) und „Erwartungen“ 104 (+0,8 Zähler) legten entgegen den Prognosen weiter zu.
Deutschland, das häufig dazu neigt, tiefzustapeln und Erfolge kleinzureden, nimmt Kurs auf ein Stimmungshoch. Ähnlich wie in den USA befinden sich die deutschen und europäischen Sentimentindikatoren mehrheitlich auf einem Niveau, das sich unseren sportlichen Wachstumserwartungen deutlich annähert.

Etwas weniger optimistisch zeigten sich die Verbraucherin der aktuellen GfK-Konsumklima-Umfrage. Das weniger stark im Fokus stehende GfK Konsumklima sank im Februar 10,0 nach 10,2 Punkte im Vormonat. Allerdings ist das Niveau immer noch als sehr komfortabel zu bezeichnen und der Rückgang nach drei Anstiegen in Folge kein Grund zur Sorge.

Der DAX goutierte die Daten und sprang wieder über die 12.000-Punkte Marke. Auf diesem Niveau lag der deutsche Hauptaktienindex seit beinahe zwei Jahren nicht mehr. Dennoch ist trotz der Hausse seit November 2016 bis heute der Index nicht übertrieben hoch bewertet bewertet. Die Dividendenrendite liegt aktuell um 3,0%, während die klassiche 10Y-Bundesanleihe in den letzten Tagen ebenfalls sehr gesucht war und wieder mit nur 0,26% p.a. rendiert, nachdem diese vor wenigen Wochen noch bei 0,50% lag. Die klassische Lehre der Schwankungsanfälligkeit von Wertpapieranlagen sowie der risikolose Zins (maßgeblich für langfristige Verpflichtungen) erscheinen in diesem verzerrten Markt wie Theoreme aus einer grauen Vorzeit.
Am Ende des Tages schloss der Index knapp unterhalb der 12.000 Punkte. Es gibt nur wenige Anzeichen, dass die psychologisch wichtige Zahl nicht schnell hinter uns bleibt. Denn auch außerhalb Deutschlands, beim wichtigen Handelspartner Frankreich sieht es immer besser aus. Mit dem erneut gestiegenden Geschäftsklima setzt unser Nachbarland seine gute Datenreihe fort und liegt mit aktuell 107 Zählern auf dem höchsten Stand seit Juli 2011.
Der schwache Euro, der gestern zeitweise unter die 1,05 Marke ruschte, wird noch weiteres Kurspotenzial bei den exportlastigen Unternehmen freisetzen. Die Frage ist nur, wann und nicht ob das bisherige Allzeithoch von 12.391 Punkten fällt. Gleichzeitig steigt die kurzfristige Rückschlagsgefahr in diesem Terrain.
In unserem Jahresausblick (https://www.fxstreet.de.com/analysis/forex-marktueberblick-bremer-landesbank/2016/12/14) finden Sie unsere Bandbreitenprognosen für das laufende Jahr. Im Dax waren wir wahrscheinlich zu hanseatisch zurückhaltend (Höchststände bei 12.000-12.200 Punkten), während das EUR/USD- Szenario mit Tiefstkursen von 1,00-1,03 wieder Thema geworden ist. Wir weisen gleichzeitig darauf hin, dass dieser Wechselkurs keine langfristige Tragfähigkeit hat, denn der fundamentale Unterbau fehlt.
Die Verbraucherpreisentwicklung von 1,8% im Januar wurde mit Veröffentlichung der finalen Daten bestätigt. Im Dezember lag der Preisauftrieb bei 1,1%. Der Aufwärtstrend versteilert sich damit weiter. Die aktuelle Situation mit einer stärkeren Konjunktur und niedrigerem Wechselkurs gepaart mit stark steigenden Energiepreisen (+8,1%) sorgt dafür, dass in den nächsten Monaten die Verbraucherpreise weiter auf hohem Level bleiben werden. Die Kernrate, die Energie- und Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt, liegt mit 0,9% auf dem selben Level wie in den Vormonaten. Die EZB wertet die Inflation als vorübergehendes Phänomen. Wir gehen davon aus, dass man sich ab dem dritten Quartal nicht mehr um Diskussionen über Tapering im EZB-Rat verschiessen kann.

Die US-Währungshüter zeigten sich in dem letzten veröffentlichten Protokoll ihrer Sitzung vorsichtig optimistisch für eine baldige Zinserhöhung. Eindeutig im Magen liegt den Notenbankern aber der immer weiter aufwertende US-Dollar, der nicht nur Inflation importiert, sondern den Export bremst, der immerhin 10% der Wirtschaftsleistung ausmacht. In der US-Regierung wird der starke Dollar offiziell als Zeichen der Zuversicht in der Wirtschaft gesehen...Weitere Zinserhöhungen brächten zusätzliche Währungsgewinne. Fed und Regierung wären also glücklich? Wohl kaum, denn die Fed muss früher oder später die immer höhere Inflation einfangen, während die Regierung ein Interesse an einem dauerhaften und selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung haben muss.
Eine deutliche Zunahme zeigte sich mit einer Zunahme von 3,3% im Januar beim Absatz von genutzten Wohnimmobilien. Es wurden 5,69 Mio. Einheiten verkauft, was über den erwarteten 5,54 Mio. Immobilien lag. Sowohl Wohnungen wie auch Einfamilienhäuser wurden deutlich häufiger verkauft als zuletzt. Wohnungen wurden um 8,3% mehr umgeschlagen als Hausverkäufe, die um 2,6% stiegen. Dieser Monat stellt den Höchstwert von insgesamt verkauften Immobilien seit Februar 2007 dar.

Fazit:
Im Dax sollte sich die Rally in Richtung der bisherigen Rekordstände fortsetzen, während bei EUR/USD kurz- und mittelfrisitg das Thema Parität in den Fokus rücken könnte. Durch den sich abzeichnenden politischen Streß (Superwahljahr), könnten die Finanzmärkte in Anomalien verfallen, die aber in kurzer Zeit wieder abgebaut werden dürften. Die US-Wahl war hier ein Vorgeschmack, wie schnell Profi-Investoren bei Möglichkeiten auf Schnäppchen zugreifen und vor allem wie schnell sich die Bewertung im Markt drehen kann. Der regelmäßig prophezeite Weltuntergang wird uns auch in 2017 genau so wenig treffen wie das Auseinanderbrechen der Euro Zone.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0350-1.0320 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
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