Der Euro hat in den letzten Tagen deutlich an Boden verloren und ist im Verhältnis zum US-Dollar auf 1,03 gefallen – ein Niveau, das zuletzt im November 2022 erreicht wurde. Während der US-Dollar von seiner Stärke profitiert, die durch ein risikoscheues Marktumfeld und hohe Nachfrage nach sicheren Häfen gestützt wird, bleibt der Euro eine der schwächsten Währungen. Vor allem die anhaltende Schwäche in der Eurozone und die Unsicherheiten über die weiteren Schritte der US-Notenbank belasten den Kurs.

Frische Zahlen aus der Eurozone unterstreichen die anhaltende Schwäche in der Region. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe, veröffentlicht von der Hamburg Commercial Bank (HCOB), wurde leicht nach unten korrigiert – von 45,2 auf 45,1. Damit verharrt der Indikator weiterhin deutlich unter der Schwelle von 50, die Wachstum signalisiert. Der Bericht hebt hervor, dass sich die Bedingungen in der Industrie seit zweieinhalb Jahren kontinuierlich verschlechtern.
Für den Euro ist das ein klar negatives Signal. Schwache Konjunkturdaten machen es unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer bisherigen restriktiven Geldpolitik festhält, was die Attraktivität der Währung weiter schmälert.
Auf der anderen Seite zeigt der US-Dollar weiterhin Stärke. Dies liegt zum einen an den makroökonomischen Rahmenbedingungen in den USA, zum anderen an politischen Entwicklungen. Die Aussicht auf eine mögliche Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus und die damit verbundenen wirtschaftspolitischen Änderungen sorgen für Unruhe an den Märkten – was den Dollar als sicheren Hafen attraktiv macht.
Zudem spielt die Geldpolitik der US-Notenbank eine entscheidende Rolle. Die Federal Reserve hat zwar angedeutet, die Zinssenkungen langsamer anzugehen, doch die jüngsten Signale deuten darauf hin, dass die Zinsen länger hoch bleiben könnten. Dieses „higher for longer“-Narrativ gibt dem Dollar zusätzlichen Auftrieb.
Am Mittwoch wurden die MBA-Hypothekenanträge für die Woche bis zum 27. Dezember veröffentlicht, die um 12,6 % zurückgingen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zur Vorwoche, die bereits ein Minus von 0,7 % verzeichnet hatte. Später am Tag stehen noch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der finale Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe auf dem Programm. Diese Zahlen könnten zusätzliche Hinweise auf die Richtung der US-Wirtschaft und damit auf den Kurs des US-Dollars geben.
An den internationalen Aktienmärkten zeigt sich ein gemischtes Bild. Während die meisten asiatischen und europäischen Indizes Verluste verzeichnen, deuten die Futures an der Wall Street auf einen freundlichen Handelsstart hin. Diese Unsicherheit spiegelt die Nervosität der Märkte wider, die auf klare Signale aus den USA und Europa warten.
Technischer Ausblick: EUR/USD bleibt unter Druck
Die technische Analyse des EUR/USD-Paares zeigt eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung.
Tageschart: Der Euro befindet sich in einer dritten Verlustserie in Folge. Der Kurs liegt knapp über dem Tagestief von 1,0313, während die 20-Tage-Linie (SMA) weiter fällt und weit unter den 100- und 200-Tage-Linien bleibt. Der Bereich um 1,0450 fungiert als dynamischer Widerstand. Indikatoren wie der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisieren ebenfalls weiteren Abwärtsdruck.
4-Stunden-Chart: Auch im kurzfristigen Zeitrahmen bleibt der Trend klar bearish. Die gleitenden Durchschnitte zeigen steile Abwärtssignale, und die Indikatoren bewegen sich tief im negativen Bereich, ohne Anzeichen einer Erholung.
- Unterstützungen: 1,0310 | 1,0285 | 1,0240
- Widerstände: 1,0375 | 1,0410 | 1,0450
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