• EUR/USD hat die Gewinne vom Montag ausgebaut und ein neues Jahreshoch erreicht.
  • Der US-Dollar hat seine Verluste auf ein Drei-Monats-Tief beschleunigt. 
  • US-Präsident Trump wird am Mittwoch früh vor dem Kongress sprechen.

EUR/USD setzte am Dienstag seine starke Erholung fort und stieg in die Zone von 1,0560, um ein neues Jahreshoch zu erreichen, während der US-Dollar (USD) weiter schwächte und auf Niveaus zurückfiel, die zuletzt Anfang Dezember unter der Marke von 106,00 gehandelt wurden, gemessen am US-Dollar-Index (DXY).

Zölle, Geopolitik und Marktstimmung

Und so begann es. Die 25% Zölle von Präsident Trump auf Importe aus Kanada und Mexiko traten am Dienstag in Kraft, zusammen mit 20% Zöllen auf chinesische Waren. Als Reaktion darauf verhängte Peking zusätzliche Zölle auf US-Importe, während Kanada ebenfalls 25% Zölle auf amerikanische Waren einführte, die sofort in Kraft traten.

Bisher können diese Zölle die Währungen auf verschiedene Weise beeinflussen: 

- Wenn sie die Inflation anheizen, könnte die Federal Reserve (Fed) zu einer strafferen Politik tendieren, was oft den USD stärkt. 

- Wenn sie das Wirtschaftswachstum verlangsamen, könnte die Fed eine dovishere Haltung einnehmen, was tendenziell den USD belastet.

Aus europäischer Sicht könnte jeder US-Schritt zur Verhängung von Zöllen auf EU-Waren den Euro belasten und EUR/USD nach unten ziehen.

In der Zwischenzeit bot die geopolitische Landschaft in den letzten Stunden einen Hoffnungsschimmer. Berichte über einen möglichen Friedensvertrag im Russland-Ukraine-Krieg hoben die Marktstimmung und gaben riskanteren Anlagen einen dringend benötigten Schub – willkommene Nachrichten nach dem angespannten (und Berichten zufolge katastrophalen) Treffen zwischen Präsident Trump und Präsident Zelenskyy im Weißen Haus in der letzten Woche.

Zentralbanken im Fokus

Die Fed hat kürzlich ihren Leitzins bei 4,25%–4,50% belassen und dabei das solide US-Wachstum, die stabile Inflation und den starken Arbeitsmarkt hervorgehoben. Darüber hinaus hat Vorsitzender Jerome Powell wiederholt gesagt, dass es zu früh sei, um über Zinssenkungen nachzudenken, und dabei auf anhaltende inflationäre Druck und gesunde Beschäftigungszahlen verwiesen. Außerdem sind sich die Fed-Beamten auch bewusst, dass Handelsstreitigkeiten die Verbraucherpreise in die Höhe treiben könnten, was die Inflation schwerer zu managen macht.

Auf der anderen Seite wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Hauptzinssatz am Donnerstag um 25 Basispunkte senken wird, um das schwache Wachstum in der Eurozone zu unterstützen. In ihren letzten Äußerungen hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Forderungen nach einer größeren Zinssenkung um 50 Punkte widerstanden und sich stattdessen dafür entschieden, datengestützt zu bleiben. Lagarde glaubt weiterhin, dass die Inflation bis 2025 das Ziel der EZB erreichen kann, was darauf hindeutet, dass jede weitere Lockerung schrittweise erfolgen wird.

Wichtige Niveaus und Indikatoren im Blick

EUR/USD handelt komfortabel über der Marke von 1,0500, etwas niedriger als die früheren Jahreshöchststände um 1,0560.

Unmittelbarer Widerstand steht beim Jahreshoch von 1,0559 (4. März). Ein erfolgreicher Durchbruch über diese Barriere könnte 1,0572 (ein wichtiges Fibonacci-Retracement) anvisieren, gefolgt von 1,0629 (dem Hoch von Dezember 2024).

Auf der Abwärtsseite entsteht die erste Unterstützung bei 1,0359 (Tief vom 28. Februar). Darunter sind 1,0282 (Tief vom 10. Februar) und 1,0209 (Tief vom 3. Februar) zu beobachten. Ein ausgeprägterer Rückgang könnte auf 1,0176 (das Jahrestief von Januar 13) abzielen.

Die Momentumsignale bleiben gemischt. Der RSI nahe 59 deutet auf einen moderaten Anstieg des bullischen Momentums hin, während der ADX um 13 auf einen insgesamt schwachen Trend hinweist.

EUR/USD Tageschart

Kurzfristige Aussichten

EUR/USD bleibt den wechselnden Handelspolitiken, divergierenden Strategien der Zentralbanken, dem schwachen Wachstum in der Eurozone und politischen Entwicklungen in Deutschland ausgeliefert. Bis es mehr Klarheit über Zölle oder eine klarere Richtung von der Fed und der EZB gibt, könnte das Paar weiterhin in einem relativ engen Bereich schwanken.

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