• EUR/USD stieg zum dritten Mal in Folge und erreichte Zwei-Wochen-Hochs nahe 1,1360.
  • Der US-Dollar wurde erneut auf dem Rückfuß gehandelt und fiel wieder unter 100,00.
  • Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf die bevorstehenden vorläufigen PMIs in Europa und den USA.

Der Euro (EUR) legte am Mittwoch weiter zu, wobei EUR/USD in Richtung Zwei-Wochen-Hochs im Bereich von 1,1360-1,1370 kletterte und durch den intensiven Pullback des US-Dollars (USD) weiter unterstützt wurde.

In Bezug auf Letzteren fiel der US-Dollar-Index (DXY) unter seine kritische Unterstützungszone um die 100,00-Marke, da die Bedenken über die US-Fiskalpolitik zunahmen, während die Investoren die Entwicklungen rund um Trumps Steuerreform verfolgten.

Handels Hoffnungen bieten begrenzte Unterstützung

In der Zwischenzeit hat sich das Paar zuletzt stabilisiert, nachdem der US-Dollar einen rückläufigen Preisverlauf verzeichnete. Die Märkte begrüßten zunächst ein vorläufiges Handelsabkommen zwischen den USA und China, das am 10. Mai vorgestellt wurde und eine Rücknahme der Zölle von über 100 % auf 10 % sowie eine 90-tägige Pause bei weiteren Erhöhungen beinhaltete. Ein 20%iger Zoll auf fentanylinkreierte Importe bleibt jedoch bestehen, was die effektive Zollbelastung auf etwa 30 % belässt.

Trotz optimistischer Rhetorik von Präsident Trump und jüngster Handelsbewegungen mit dem Vereinigten Königreich hat das Fehlen detaillierter Folgemaßnahmen den Aufwärtstrend des Dollars untergraben und die Unterstützung für die Gemeinschaftswährung und andere risikosensitive Vermögenswerte erneuert.

Fed-ECB-Divergenz bleibt ein entscheidender Faktor

Die Divergenz der Geldpolitik zwischen der Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) prägt weiterhin die Preisbewegungen von EUR/USD.

Während die Fed die Zinsen stabil gehalten hat und vorsichtig in Bezug auf kurzfristige Senkungen bleibt, spiegelt die Marktpreisgestaltung weiterhin Erwartungen für zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende wider, die durch die gedämpfte Inflation im April und nachlassende Handelsrisiken angetrieben werden.

Im Gegensatz dazu senkte die EZB ihren Einlagenzins im letzten Monat um 25 Basispunkte auf 2,25 % und könnte im Juni weiter lockern. Dennoch bleiben die Entscheidungsträger vorsichtig. Isabel Schnabel bekräftigte das Engagement der EZB, die Inflation wieder auf das Ziel zu bringen, warnte jedoch, dass externe Risiken, wie Handelskonflikte, die Aussichten komplizieren könnten. Klaas Knot teilte diese Ansicht und deutete an, dass es zu früh sei, sich ohne klarere Hinweise auf die Inflationsfaktoren zu einer Zinssenkung im Juni zu verpflichten.

Früher am Mittwoch sagte der (mega dove) EZB-Vertreter Mario Centeno, dass die Bank ihren Leitzins möglicherweise unter den geschätzten neutralen Bereich von 1,50 % bis 2,00 % senken müsse, um zu verhindern, dass die Inflation unter das Ziel von 2 % fällt, angesichts der fragilen Verfassung der Wirtschaft.

Spekulatives Interesse bleibt Euro-unterstützend

CFTC-Daten für die Woche bis zum 13. Mai zeigten, dass die Netto-Long-Positionen im EUR auf etwa 84,7K Kontrakte gestiegen sind, was den höchsten Stand seit Monaten darstellt, während das gesamte offene Interesse zum ersten Mal seit Dezember 2023 750K Kontrakte überschritt. Die kommerziellen Akteure blieben unterdessen netto short, was auf anhaltende Vorsicht unter institutionellen Investoren hindeutet.

Technisches Bild: Bullen haben Arbeit zu tun

Ein weiteres Aufwärtspotenzial in EUR/USD sollte die 2025er-Hochs von 1,1572 (21. April) herausfordern, gefolgt von der 1,1600-Marke und dem Hoch von Oktober 2021 bei 1,1692 (28. Oktober).

Auf der Abwärtsseite liegt die vorläufige Unterstützung am 55-Tage-SMA bei 1,1105, vor dem Mai-Tief von 1,1064 (12. Mai) und der psychologischen 1,1000-Marke. Der Verlust letzterer könnte einen Test des 200-Tage-SMA bei 1,0803 wieder auf die Radar der Investoren bringen.

Die Momentum-Indikatoren zeigen ein gemischtes Bild. Der Relative Strength Index (RSI) ist über 58 gestiegen, was auf einen bullischen Ton hindeutet, während der Average Directional Index (ADX) nahe 27 darauf hindeutet, dass der Trend zwar noch besteht, aber an Schwung verlieren könnte.

EUR/USD Tageschart

Ausblick

EUR/USD wird voraussichtlich kurzfristig volatil bleiben, da die Märkte die divergierenden Wege der Zentralbanken, spekulative Positionierungen und anhaltende geopolitische und politische Unsicherheiten abwägen. Während der Euro durch Flussdynamiken und relative Widerstandsfähigkeit unterstützt bleibt, könnten weitere Gewinne eine größere Klarheit über die Handelspolitik und die Absichten der Zentralbanken erfordern.

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