Die anlaufende Berichtssaison bleibt der stärkste Kurstreiber für den DAX. Die Anleger setzen darauf, dass die Bilanzen vieler Unternehmen gut genug ausfallen, um die Rally am Laufen zu halten. Wenn es ein Thema gibt, das die Berichtssaison maßgeblich positiv beeinflussen wird, dann ist es das US-Geschäft deutscher Unternehmen. Die Aussicht auf eine erneute Wachstumsbeschleunigung dank der wirtschaftsfreundlichen Politik von Donald Trump ist da. Eine starke Wirtschaft dort und ein schwacher Euro hier sollten die Bilanzen insgesamt verbessern.
Allerdings ist der DAX bereits stark gestiegen, die Erwartungen sind hoch. Und wenn die Messlatte erst einmal so hoch liegt, wird es für die Unternehmen schwieriger, darüber zu springen. Schon jetzt zeichnet sich ein Trend ab: Unternehmen, die Quartalszahlen vorlegen, die den Erwartungen entsprechen, werden nur mit unterdurchschnittlichen Kurssteigerungen belohnt, während Unternehmen, die enttäuschen, doppelt abgestraft werden.
Der Spielraum für Enttäuschungen ist bei einem DAX von über 21.200 Punkten gering. Es bedarf schon sehr guter Quartalszahlen, um auf die laufenden Kursgewinne noch etwas draufzulegen. Allerdings zeigt sich der DAX aktuell sehr widerstandsfähig. Die Zinswende der Fed könnte vorzeitig beendet werden, die Renditen sind stark gestiegen, das Wachstum kommt nicht in Schwung. Solange aber die Fundamentaldaten der Unternehmen stimmen, scheint das alles der Hausse nichts anhaben zu können. Die Börsenampeln bleiben auf grün, zumal die US-Indizes den Ausbruch auf neue Rekordhochs wagen. Von der Wall Street geht ein zusätzlicher Sog aus, dem sich auch der DAX nicht entziehen kann.
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