Vielleicht gelingt dem Deutschen Aktienindex ja zum heutigen Wochenschluss der Ausbruch aus seiner nun schon neuntägigen Seitwärtsspanne, die seit der nachösterlichen Rally das Handelsgeschehen prägt. Die Vorgaben dafür stimmen: An der Wall Street geht die Rekordjagd unvermindert weiter und China meldet heute Morgen den größten Wachstumssprung seit Beginn der quartalsweisen Messungen vor 30 Jahren, was auch dem Basiseffekt eines starken Einbruchs der Wirtschaft im Reich der Mitte zu Beginn der Pandemie geschuldet ist. 

Wieder fallende Renditen am US-Anleihemarkt beflügeln die Technologieaktien. Die Zinsen notieren jetzt wieder auf dem Niveau von Mitte März, als sich der Markt in großem Stil vor einem weiteren dynamischen Zinsanstieg sorgte. Mit dem gestrigen Rückgang ist zumindest aus technischer Sicht die Angst vor diesem Szenario ein wenig gewichen. Die Tatsache, dass die Dynamik aus den Zinsen raus ist, ist mit für die derzeitige Stabilität des Aktienmarktes verantwortlich. Die Leidtragenden allerdings sind die Finanz- und Bankentitel, die auch in den USA trotz guter Quartalszahlen kaum gefragt sind.

Die deutsche Wirtschaft blickt mit einem Auge auf die Rekordwerte bei den Neuinfektionen in der dritten Welle und prüft den bundesweiten Lockdown auf die Wirksamkeit, diese brechen zu können. Nachdem die Dynamik an der Zinsfront abgenommen hat, wird der DAX durch die Dynamik im Infektionsgeschehen etwas aufgehalten. Der Index befindet sich seit Tagen in einer Seitwärtsbewegung. Trends aber sterben keinen Alterstod und die Konsolidierung ändert technisch nichts an der Tatsache, dass dieser im DAX weiterhin aufwärts gerichtet ist. Die Anleger warten jetzt auch auf neue Impulse der US-Berichtssaison, die erst in der kommenden Woche so richtig anlaufen wird.

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