12.110 Punkte sind im Deutschen Aktienindex aus technischer Sicht jetzt der Widerstand, den es gilt zu überwinden, um weiteres Potenzial in Richtung 12.500 Punkte freizusetzen. Helfen könnten dabei die heute veröffentlichten Zahlen aus China. Die Wirtschaft ist im ersten Quartal um 6,4 Prozent gewachsen und lag damit über den Erwartungen. Ebenso konnten der Einzelhandel und die Industrieproduktion mit ihren Zahlen überzeugen.
 
Das ist genau das, worauf die Anleger in Frankfurt jetzt hoffen. Wenn es in den USA und China konjunkturell wieder aufwärts geht, dann vollzieht das die deutsche Wirtschaft normalerweise mit einer zeitlichen Verzögerung von gut einem Quartal nach. Und so setzen die Anleger auf eine Steigerung der Unternehmensgewinne im zweiten Halbjahr auch hierzulande. Das treibt die Kurse weiter nach oben.

An der Wall Street wurde gestern der Chipsektor beflügelt, nachdem der Chiphersteller Qualcomm einen Patentstreit mit Apple beigelegt hatte und die Aktie kräftig zulegen konnte. Die vorgelegten Quartalszahlen der anderen Unternehmen fielen eher gemischt aus. Aber die Messlatte für die derzeit laufende Berichtssaison liegt so tief, dass es insgesamt ein Leichtes sein dürfte, die Erwartungen zu übertreffen. 

Und die Zentralbanken wiegen die Bären in den Schlaf. Sie legen eine ungeahnte Lockerheit an den Tag. Wir könnten durchaus die Situation erleben, in der die Notenbanken mit immer neuen Zusicherungen die Kurse immer weiter nach oben treiben. Das geldpolitische Argument ist noch nicht langweilig geworden. Anleger hören es immer wieder gerne, dass die Geldpolitik den Zeitpunkt neuer Straffungen immer weiter in die Zukunft verschiebt.

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