- AUD/USD legt zu und nähert sich der wichtigen 0,6600-Marke.
- Der US-Dollar hält seinen wöchentlichen Abwärtstrend aufrecht und erreicht frische Monatstiefs.
- Der Arbeitsmarktbericht Australiens fiel stark aus und unterstützte den AUD.
Der Australische Dollar (AUD) erhält am Donnerstag zusätzlichen Aufwärtsimpuls, was AUD/USD dazu motiviert, kurz die Region um 0,6580 zu testen, oder Mehrtageshochs, und dabei seine vorläufigen 100-Tage- und 55-Tage-SMAs hinter sich lässt.
Zusätzliche Gewinne im Spot folgen auf einen weiteren bärischen Tag für den US-Dollar (USD), der den US-Dollar-Index (USD) auf Monatstiefs zurücksetzt, während die Wetten auf weitere Zinssenkungen der Fed und die Einschätzung der Anleger zu einem Deal zur Beendigung der US-Schließung stabil bleiben.
Australiens Wirtschaft: vorerst stabil
Die australische Wirtschaft läuft nicht gerade auf Hochtouren, erweist sich jedoch als robuster, als viele angenommen hatten. Die PMIs für Oktober erzählten eine gemischte Geschichte: Der verarbeitende Sektor fiel unter die 50-Marke auf 49,7 (von 51,4), während der Dienstleistungssektor auf 53,1 (von 52,4) anstieg.
Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni um 1,2%, und der Handelsüberschuss im September sprang auf 3,938 Milliarden AUD. Auch die Unternehmensinvestitionen verbesserten sich im Q2, was das BIP um 0,6% im Quartalsvergleich und um 1,1% im Jahresvergleich wachsen ließ, was zwar nicht überwältigend, aber stabil genug ist.
Der Arbeitsmarkt trug zum Gefühl der Widerstandsfähigkeit bei: Die Arbeitslosenquote im Oktober fiel auf 4,3% von 4,5%, und die Veränderung der Beschäftigung übertraf die Erwartungen mit einem Anstieg um 42,2K. Nach einer schwächeren Phase im Vormonat deuten die Arbeitsmarktdaten darauf hin, dass sich die Lage wieder stabilisieren könnte.

RBA bleibt vorerst ruhig
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hielt die Zinsen im frühen November bei 3,60% für die zweite Sitzung in Folge, was keine Überraschung war. Die Botschaft war maßvoll: kein Drang, die Politik in irgendeine Richtung anzupassen.
Die RBA erkannte an, dass die Inflation weiterhin etwas hartnäckig ist und der Arbeitsmarkt angespannt bleibt, selbst mit dem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Gouverneurin Michele Bullock beschrieb die aktuelle Haltung als "ziemlich nah an neutral", was wenig Appetit auf eine Zinserhöhung oder -senkung impliziert.
Sie betonte auch, dass die bereits um 75 Basispunkte gesenkten Zinsen noch nicht vollständig im System angekommen sind. Die Entscheidungsträger wollen sehen, wie sich die Nachfrage entwickelt, bevor sie entscheiden, was als Nächstes kommt.
Die Märkte erwarten in naher Zukunft nicht viel Bewegung: nur etwas über 1 Basispunkt an Zinssenkungen bis zur Sitzung am 9. Dezember und nur etwa 10 Basispunkte bis Juni 2026.
China bleibt der große Schwankungsfaktor
Die Geschicke Australiens sind weiterhin eng mit dem verbunden, was in China passiert. Das chinesische BIP wuchs im Q3 um 4,0% im Jahresvergleich, und die Einzelhandelsumsätze stiegen um 3,0%. Der RatingDog Manufacturing PMI fiel auf 50,6, während die Dienstleistungen im Oktober auf 52,6 sanken, was darauf hindeutet, dass die Erholung etwas an Schwung verlieren könnte.
Die Handelsdaten zeigten auch, dass der Überschuss von 103,33 Milliarden USD auf 90,45 Milliarden USD im September schrumpfte. Auf der positiven Seite bewegten sich die Verbraucherpreise im Oktober dank der Feiertagsausgaben wieder in den positiven Bereich: Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg um 0,2% im Jahresvergleich, übertraf die Erwartungen und erholte sich von -0,3% im September. Darüber hinaus stärkte sich der Kern-CPI auf 1,2% und erreichte damit das Hoch von Februar.
In der Zwischenzeit hielt die People's Bank of China (PBoC) ihre Loan Prime Rates (LPR) im Oktober bei 3,00% für ein Jahr und 3,50% für fünf Jahre unverändert, was den Prognosen entsprach.
Technische Landschaft
AUD/USD gewinnt an Tempo und scheint sich kurzfristig in Richtung des Widerstandsbereichs um 0,6600 zu bewegen, vorausgesetzt, die aktuelle Marktstimmung bleibt bestehen.
Unmittelbar nach oben kommt das Oktoberhoch von 0,6629 (1. Oktober), gefolgt von der 2025er Obergrenze von 0,6707 (17. September). Weiter oben liegt das 2024er Hoch bei 0,6942 (30. September), gefolgt von der runden Marke von 0,7000.
Alternativ gibt es eine erste Unterstützung an der wichtigen 200-Tage-SMA bei 0,6453, vor dem Oktoberboden bei 0,6440 (14. Oktober). Der Verlust des Letzteren könnte das Augusttal bei 0,6414 (21. August) wieder auf den Radar bringen, gefolgt von der Juni-Basis bei 0,6372 (23. Juni).
Darüber hinaus gewinnen die Momentum-Indikatoren wieder an Attraktivität: Der Relative Strength Index (RSI) springt auf etwa 54 und deutet auf einen beginnenden bullischen Ton hin, während der Average Directional Index (ADX) um 14 auf einen Trend hinweist, der derzeit an Kraft fehlt.
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Fazit
AUD/USD ist weiterhin in seinem vertrauten Korridor von 0,6400–0,6700 gefangen. Ein Ausbruch benötigt wahrscheinlich einen Katalysator, sei es frische chinesische Daten, Signale von der Fed, eine Änderung des Tons der RBA oder eine breitere Wende in der US-China-Stimmung.
Arbeitsmarkt - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.
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