• WTI-Rohöl bleibt unter Druck bei mid-$65 aufgrund dünnflüssigem Feiertagshandel und einem Mangel an frischen Katalysatoren.
  • Händler bleiben vorsichtig vor dem OPEC+-Treffen am 5. Juli und der Frist am 9. Juli für mögliche US-Zollmaßnahmen.
  • Es wird erwartet, dass OPEC+ eine dritte aufeinanderfolgende Produktionssteigerung für August genehmigt, obwohl die tatsächliche Produktion unter dem Ziel bleibt.

Die Preise für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) bleiben am Freitag gedämpft, setzen die Verluste vom Vortag fort und pendeln sich in der Mitte der 65 USD ein, was auf dünnen Feiertagshandel, anhaltende Nachfragebedenken und einen Mangel an neuen Katalysatoren zurückzuführen ist. Der US-Benchmark handelt innerhalb der Handelsspanne vom Mittwoch, was auf eine abwartende Haltung der Händler hinweist.

Die Marktstimmung bleibt vorsichtig vor zwei wichtigen Risikoevents, dem Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+) am 5. Juli und der bevorstehenden Frist am 9. Juli für mögliche US-Zölle.

Ölhändler beobachten die bevorstehende OPEC+-Entscheidung genau, da von der Gruppe allgemein erwartet wird, eine dritte aufeinanderfolgende Produktionssteigerung um 411.000 Barrel pro Tag für August zu genehmigen. Während dieser Schritt darauf abzielt, den Markt zu stabilisieren und die Sommernachfrage zu decken, bleibt die tatsächliche Produktion unter dem Ziel, da mehrere Mitglieder Schwierigkeiten haben, das Angebot zu erhöhen. Unterdessen haben sich die geopolitischen Spannungen nach dem Waffenstillstand zwischen Iran und Israel sowie Irans erneuter Verpflichtung zum Atomwaffensperrvertrag verringert.

Während die Entwicklungen auf der Angebotsseite im Fokus bleiben, wird die Stimmung auch durch schwache Nachfragesignale belastet. Jüngste Daten zeigten einen überraschenden Anstieg der US-Rohöllagerbestände und einen Rückgang des Benzinverbrauchs trotz der Hochsaison für Sommerfahrten. Die Energy Information Administration (EIA) berichtete von einem Anstieg der Bestände um 3,8 Millionen Barrel in der vergangenen Woche, während die Benzinnachfrage stark zurückging, was auf eine schwächelnde Verbraucheraktivität hindeutet. Auf globaler Ebene haben nach unten korrigierte Prognosen für das Wachstum der Ölnachfrage durch die Internationale Energieagentur (IEA) die Stimmung weiter gedämpft. Zusammen halten diese nachfrageseitigen Gegenwinde und angebotsseitigen Unsicherheiten WTI-Rohöl in einer engen Konsolidierungsphase.

Aus technischer Sicht handelt WTI-Rohöl in einer engen Konsolidierungszone und schwebt derzeit um 65,70 USD, nur knapp über einer kritischen horizontalen Unterstützungszone bei etwa 64,00 USD. Dieses Niveau war zuvor von April bis Mai ein wichtiger Widerstand und hat sich nun in eine Schlüsselunterstützung verwandelt. Ein klarer Durchbruch unterhalb dieser Zone könnte die Tür für eine tiefere Korrektur in Richtung des unteren Bollinger Bands öffnen, das derzeit bei etwa 60,45 USD liegt.

Die Bollinger-Bänder beginnen sich leicht zu verengen, was auf einen Rückgang der Preisvolatilität hinweist. Der Preis bleibt jedoch unter der Mittellinie (20-Tage gleitender Durchschnitt), die jetzt bei etwa 67,70 USD liegt und als dynamischer Widerstand fungiert. Solange WTI unter diesem Niveau bleibt, bleibt die Tendenz kurzfristig leicht bärisch.

Der Relative Strength Index (RSI) liegt derzeit bei etwa 49, was auf einen neutralen Ton und einen Mangel an Überzeugung unter den Händlern hinweist. Dies steht im Einklang mit der handelsspannenartigen Preisbewegung in den letzten Sitzungen.


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