• WTI steigt am Donnerstag um über 2 % und erholt sich von seinem tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten.
  • Der verbesserte Verkehr durch die Straße von Hormus mildert Versorgungsängste, obwohl neue Risiken im Nahen Osten die Händler vorsichtig bleiben lassen.
  • Technische Indikatoren bleiben bärisch, wobei WTI unter wichtigen gleitenden Durchschnitten hält und der RSI nahe überverkauften Niveaus schwankt.

US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt am Donnerstag leicht an und beendet damit eine dreitägige Verlustserie, da Short-Covering die Preise nach dem jüngsten Ausverkauf auf ein mehr als dreimonatiges Tief anhebt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird WTI bei rund 71,50 USD gehandelt, ein Tagesplus von mehr als 2 %.

Trotz des intraday Anstiegs bleiben die Ölpreise auf dem Niveau, das zuletzt zu Beginn des US-Iran-Kriegs gesehen wurde, da der Verkehr durch die Straße von Hormus sich weiter verbessert und die Versorgungsängste mildert.

Die Lage im Nahen Osten bleibt jedoch angespannt. Der Iran erklärte, dass nur von Teheran ausgewiesene Routen für den Transit durch die Straße von Hormus erlaubt sind und dass Schiffe vor dem Betreten der Wasserstraße die Genehmigung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) einholen müssen. Berichten zufolge haben iranische Behörden Schiffe zurückgewiesen, die versuchten, die neue südliche Route zu nutzen.

Separat belebten Berichte über ein vor der Küste Omans getroffenes Schiff eine gewisse geopolitische Risikoprämie.

Unterdessen spielte der US-Außenminister Marco Rubio die Pläne Irans, Transitgebühren in der Straße von Hormus zu erheben, herunter und sagte, es gebe „null Unterstützung unter den Golfstaaten für Mautgebühren in Hormus“.

Analysten von TD Securities, Ryan McKay und Bart Melek, erklärten, dass die Rohölströme durch die Straße von Hormus sich allmählich normalisieren, obwohl rund 10-11 Millionen Barrel pro Tag der Produktion aus dem Nahen Osten weiterhin offline sind.

„Ohne eine rasche Erholung der Produktion im Nahen Osten in den kommenden Wochen werden anhaltende Lagerbestandsrückgänge und aufgeblähte Short-Positionen ein ideales Setup für eine Erholung der Rohölpreise schaffen“, sagten die Strategen.

Daten der Energy Information Administration (EIA) zeigten am Mittwoch, dass die Rohölbestände in der vergangenen Woche um 6,088 Millionen Barrel zurückgingen, verglichen mit Erwartungen eines Rückgangs um 5,1 Millionen Barrel. Der Rückgang war jedoch geringer als der 8,262 Millionen Barrel starke Abbau der Vorwoche.

Technische Analyse:

Im Tageschart behält WTI eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da es unter dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 73,02 USD und deutlich unter dem 100-Tage SMA bei 86,25 USD bleibt.

Der steigende Average Directional Index (ADX) nahe 28 deutet auf eine zunehmende Trendstärke hin, während der Relative Strength Index (RSI) um 32 knapp über dem überverkauften Bereich schwankt, was darauf hindeutet, dass zwar weiterhin Abwärtsdruck besteht, sich das Tempo des jüngsten Ausverkaufs jedoch abschwächen könnte.

Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung auf dem horizontalen Niveau von 70,00 USD gesehen, gefolgt von einer tieferen Unterstützung nahe 65,00 USD.

Auf der Oberseite bietet der 200-Tage SMA bei 73,02 USD ersten Widerstand, gefolgt von den horizontalen Barrieren bei 75,00 und 80,00 USD, wobei der entfernte 100-Tage SMA bei 86,25 USD eine breitere Begrenzung für Erholungsversuche darstellt, sofern Käufer nicht höheres Terrain zurückerobern.

(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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