- Der US-Dollar fällt auf seinen schwächsten Stand seit dem 29. Mai, da die langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen deutlich sinken.
- Das US-Finanzministerium kündigt größere Rückkäufe langfristiger Staatsschulden an.
- Händler warten auf das FOMC-Protokoll, um neue Hinweise auf die Zinsaussichten der Fed zu erhalten.
Der US Dollar Index (DXY) gerät am Mittwoch erneut unter Verkaufsdruck, da die längerfristigen Renditen von US-Staatsanleihen nach der Entscheidung des Finanzministeriums, seine Rückkaufoperationen auszuweiten, stark fallen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert der Index, der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, bei rund 98,86, dem niedrigsten Stand seit Ende Mai, und liegt im Tagesverlauf 0,80% im Minus.
Das US-Finanzministerium teilte mit, dass es den Höchstbetrag seiner Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Staatsanleihen mindestens verdoppeln wird. Die Käufe in den Laufzeitsegmenten 10 bis 20 Jahre und 20 bis 30 Jahre werden von 2 Milliarden USD auf mindestens 4 Milliarden USD je Operation steigen.
Nach der Ankündigung steigen langlaufende US-Staatsanleihen, wodurch die Renditen deutlich sinken. Die richtungsweisende 10-jährige Rendite notiert bei rund 4,64% und damit mehr als 5 Basispunkte niedriger, während die 30-jährige Rendite um fast 9 Basispunkte auf 5,19% fällt. Die 30-jährige Rendite war am Dienstag über 5,30% gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2007.
Sinkende Renditen von US-Staatsanleihen verringern die relative Attraktivität von US-Vermögenswerten und setzen den Greenback zusätzlich unter Druck, der bereits durch nachlassende Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) belastet wurde, nachdem in den vergangenen Wochen eine Reihe schwacher US-Konjunkturdaten veröffentlicht worden war.
Allerdings bleibt die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem geldpolitischen Ausblick der Fed bestehen, da der Energieschock durch den Krieg im Nahen Osten die Inflationsaussichten trübt und Händler daran hindert, eine Zinserhöhung später in diesem Jahr auszuschließen.
Mit Blick nach vorn werden Händler die Veröffentlichung des Protokolls der Juli-Sitzung des FOMC, die um 18:00 GMT ansteht, genau beobachten.
Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.
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