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Silberpreis vor neuer Abwärtswelle? Diese Marke ist jetzt kritisch

Der Silberpreis steht an einem entscheidenden Punkt. Nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Wochen bleibt der übergeordnete Trend klar nach unten gerichtet. Gleichzeitig sind einige technische Indikatoren inzwischen so stark gefallen, dass eine Gegenbewegung jederzeit möglich wäre.

Genau das macht die aktuelle Lage interessant.

Am 28. Oktober 2026 um 2:28 Uhr EDT notiert Silber bei 54,005 US-Dollar. Damit liegt der Silberpreis unter sämtlichen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der 20-Tage-EMA verläuft bei 57,7846 US-Dollar, die 50-Tage-Linie bei 62,8409 US-Dollar und die 200-Tage-Linie sogar bei 70,8071 US-Dollar.

Das technische Bild ist damit zunächst eindeutig: Der Markt bleibt angeschlagen.

Doch jetzt kommt es auf zwei Marken an. Unterhalb von 52,73 US-Dollar könnte sich der Abverkauf noch einmal deutlich beschleunigen. Oberhalb von 57,15 US-Dollar würde sich das Bild dagegen erstmals ernsthaft aufhellen.

Silberpreis: Die Verkäufer haben weiter die Kontrolle

Der Trend der vergangenen drei Monate spricht klar für die Bären. Das wahrscheinlichere Szenario bleibt deshalb mit einer Gewichtung von 75 % eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung.

Für eine Gegenbewegung nach oben werden aktuell 25 % angesetzt.

Der Unterschied ist wichtig. Eine Erholung wäre technisch durchaus möglich, weil mehrere kurzfristige Indikatoren inzwischen stark zurückgekommen sind. Das wäre aber noch keine echte Trendwende.

Der Silberpreis befindet sich weiterhin in einem fallenden Trendkanal. Die Folge tieferer Hochs ist intakt und zuletzt fiel der Kurs auch unter die frühere Nachfragezone zwischen 55 und 57 US-Dollar.

Damit hat sich ein Bereich, der vorher Unterstützung geboten hatte, inzwischen zu einem möglichen Widerstand entwickelt.

Auch von einem bestätigten Doppelboden kann bislang keine Rede sein. Das Oktober-Tief ist unter das Juli-Tief gefallen. Genau damit fehlt die klassische Bestätigung für eine Bodenbildung.

Es gibt allerdings erste Anzeichen dafür, dass sich die Käufer zumindest kurzfristig zurückmelden könnten.

Am 27. Oktober bildete sich ein Bullish-Engulfing-Muster. Hinzu kam eine Three-Inside-Up-Formation. Beide Candlestick-Muster sprechen grundsätzlich für die Möglichkeit einer Gegenbewegung.

Die Kerze vom 28. Oktober sieht dagegen bislang fast wie ein Doji aus. Sie befindet sich allerdings noch in der Entstehung und kann deshalb noch nicht als bestätigtes Signal gewertet werden.

Diese Silberpreis-Marke wird jetzt entscheidend

Besonders spannend wird es bei 52,73 US-Dollar.

Diese Marke ist aktuell der wichtigste Entscheidungspunkt auf der Unterseite. Auch die jüngste Analyse vom 26. Oktober hatte diesen Bereich bereits als entscheidende Unterstützung hervorgehoben.

Ein Tagesschluss unter 52,73 US-Dollar würde die bestehende Abwärtsbewegung bestätigen.

Dann wäre der Weg zunächst in Richtung 50,80 US-Dollar offen. Das zweite technische Ziel liegt bei 48,48 US-Dollar.

Die Gewichtung für dieses bearishe Szenario liegt bei 75 %.

Für einen aggressiven Short-Einstieg liegt die relevante Zone zwischen 55,75 und 56,26 US-Dollar. Der Stop befindet sich bei 57,00 US-Dollar, das erste Ziel bei 52,73 US-Dollar.

Bei einem Einstieg zu 55,75 US-Dollar würde das Risiko damit 1,25 US-Dollar betragen. Das mögliche Gewinnpotenzial bis zum ersten Ziel liegt bei 3,02 US-Dollar.

Das entspricht einem Chance-Risiko-Verhältnis von rund 2,4 zu 1.

Für das bestätigte Fortsetzungsszenario gilt dagegen ein anderer Ansatz. Entscheidend wäre ein Schlusskurs unter 52,73 US-Dollar. Der Einstieg würde dann auf diesem Niveau erfolgen, der Stop läge bei 54,00 US-Dollar.

Das erste Ziel bei 50,80 US-Dollar entspricht einem Chance-Risiko-Verhältnis von rund 1,5 zu 1. Das zweite Ziel bei 48,48 US-Dollar käme auf etwa 3,3 zu 1.

Warum Silber trotzdem plötzlich drehen könnte

Ganz abschreiben sollte man die Bullen allerdings nicht.

Der RSI liegt aktuell bei 31,95 und nähert sich damit dem überverkauften Bereich.

Auch der StochRSI ist bereits überverkauft. Der %K-Wert liegt bei 18,87, der %D-Wert bei 13,26.

Solche Werte können eine technische Gegenbewegung auslösen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Silberpreis seinen Abwärtstrend beendet hat. In starken Abwärtsbewegungen können Märkte längere Zeit überverkauft bleiben.

Auch der MACD spricht bislang noch nicht für eine klare Wende. Das Histogramm liegt bei -0,2445 und zeigt damit weiterhin schwaches Momentum.

Noch deutlicher wird die Dominanz der Verkäufer beim ADX und den Directional Indicators.

Der ADX liegt bei 35,14. Das spricht für einen vergleichsweise ausgeprägten Trend.

Der -DI erreicht 29,54, während der +DI lediglich bei 8,51 liegt.

Damit kontrollieren die Verkäufer weiterhin klar die Richtung.

Genau deshalb wäre eine kurzfristige Erholung zunächst eher als Gegenbewegung innerhalb eines bestehenden Abwärtstrends zu sehen.

Erst über 57,15 Dollar wird es für Silber wirklich spannend

Für eine echte Verbesserung des Chartbilds braucht es mehr.

Der entscheidende Trigger für ein bullishes Szenario wäre ein Tagesschluss oberhalb von 57,15 US-Dollar.

Damit würde der Silberpreis die zuvor gebrochene Zone zurückerobern und gleichzeitig den bestehenden Abwärtskanal schwächen.

Erst dann würde aus einer möglichen Erholung eine ernstzunehmende Trendwende.

Für dieses Szenario wird aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 25 % angesetzt.

Der mögliche Einstieg liegt bei 57,15 US-Dollar. Der Stop wäre bei 55,00 US-Dollar angesetzt.

Das erste Kursziel liegt bei 60,38 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,5 zu 1.

Das zweite Ziel befindet sich bei 62,46 US-Dollar. Hier würde das Verhältnis auf 2,5 zu 1 steigen.

Damit ist die technische Lage relativ klar: Solange Silber unter 57,15 US-Dollar bleibt, haben die Verkäufer den Vorteil. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das Kräfteverhältnis dagegen deutlich verändern.

Jetzt kommt die Fed ins Spiel

Die technische Ausgangslage ist allerdings nur ein Teil der Geschichte.

Am 28. Oktober steht um 14:00 Uhr EDT die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an.

Bereits einen Tag später folgen am 29. Oktober um 8:30 Uhr EDT die Daten zum Core PCE und zum Bruttoinlandsprodukt.

Beide Termine können die Erwartungen an den US-Dollar und die Zinsentwicklung innerhalb kürzester Zeit verändern.

Und genau das kann beim Silberpreis starke Bewegungen auslösen.

Sollten die Aussagen der Fed oder die Konjunkturdaten deutlich von den Erwartungen abweichen, könnte sich das technische Bild sehr schnell verändern.

Gerade deshalb sind die Marken bei 52,73 und 57,15 US-Dollar aktuell so wichtig.

Sie zeigen, wo die jeweilige Seite die Kontrolle übernehmen würde.

Mein Fazit zum Silberpreis

Der Silberpreis bleibt technisch angeschlagen.

Der fallende Trendkanal ist intakt, die Folge tieferer Hochs besteht weiter und ein bestätigter Doppelboden fehlt. Gleichzeitig zeigen RSI und StochRSI, dass Silber kurzfristig bereits stark unter Druck geraten ist und damit anfällig für eine Gegenbewegung wird.

Das wahrscheinlichere Szenario bleibt aktuell trotzdem die Fortsetzung des Abwärtstrends.

Ein Tagesschluss unter 52,73 US-Dollar würde dieses Bild bestätigen und zunächst 50,80 US-Dollar sowie später 48,48 US-Dollar in den Fokus rücken.

Auf der anderen Seite wäre ein Schlusskurs oberhalb von 57,15 US-Dollar das erste wirklich starke Signal dafür, dass sich das technische Bild verändert.

Bis dahin bleibt jede Erholung anfällig für neue Verkäufe.

Genau deshalb dürfte sich die nächste größere Bewegung beim Silberpreis an diesen beiden Marken entscheiden.

Wichtig ist dabei: Die genannten Wahrscheinlichkeiten von 75 % für die bearishe Fortsetzung und 25 % für eine bullishe Umkehr beziehen sich auf die jeweiligen Chart-Szenarien. Sie stellen nicht die Wahrscheinlichkeit dar, dass ein konkreter Trade erfolgreich sein wird.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien und anderen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Autor

Robert Zach

Robert Zach

FXStreet

Robert ist ein versierter Finanzexperte mit umfassender Erfahrung im Bank- und Investmentsektor.

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