Der Silberpreis steht vor einer Entscheidung, die Anleger nicht unterschätzen sollten. Auf den ersten Blick sieht die Lage gar nicht so dramatisch aus. Silber notiert bei 60,63 US-Dollar, einige technische Indikatoren drehen nach oben und nach dem Tief bei 55,96 US-Dollar scheint sich der Markt etwas zu beruhigen.
Doch genau hier liegt die Gefahr.
Denn unter der Oberfläche bleibt das Chartbild klar angeschlagen. Der übergeordnete Abwärtstrend ist intakt, oberhalb des aktuellen Kurses wartet ein massiver Widerstandsbereich und die laufende Seitwärtsbewegung könnte sich als klassische Bärenflagge entpuppen.
Damit rückt bei der aktuellen Silberpreis Prognose vor allem eine Frage in den Mittelpunkt: Sehen wir hier gerade die Vorbereitung auf eine Erholung oder nur die Ruhe vor dem nächsten Kursrutsch?
Die Antwort dürfte vor allem an zwei Zonen fallen. Auf der Oberseite geht es um den Bereich zwischen 63 und 64 US-Dollar. Auf der Unterseite ist die Marke von 55,96 US-Dollar entscheidend.
Solange Silber den Widerstandsbereich nicht nachhaltig überwindet, bleibt für mich ein Rückfall in Richtung 50 US-Dollar und möglicherweise noch tiefer das gefährlichere Szenario.

Der Silberpreis steckt weiter im Abwärtstrend
Seit dem Hoch bei 77,35 US-Dollar hat sich das Chartbild bei Silber deutlich verändert. Der Markt ist in einen klaren Abwärtstrend übergegangen und notiert inzwischen bei 60,63 US-Dollar.
Besonders wichtig ist dabei der Blick auf die gleitenden Durchschnitte. Der Silberpreis liegt sowohl unter dem 50-Tage-SMA bei 71,45 US-Dollar als auch unter dem 200-Tage-SMA bei 63,37 US-Dollar.
Damit bleibt die Struktur technisch bärisch.
Das allein wäre noch kein Grund für Panik. Deutlich interessanter wird die Lage aber durch den ADX. Dieser steht bei 36,52 und zeigt zusammen mit dem dominierenden negativen Directional Indicator, dass der Abwärtstrend nicht nur vorhanden, sondern vergleichsweise stark ist.
Auch der SuperTrend sendet kein Entwarnungssignal. Er steht weiterhin auf Rot und verläuft bei 70,45 US-Dollar.
Was bedeutet das für Anleger?
Eine Erholung kann jederzeit kommen. Doch solange die entscheidenden Trendmarken nicht zurückerobert werden, ist eine steigende Notierung noch kein Beweis für eine echte Trendwende. Im Gegenteil: Gerade in starken Abwärtstrends können zwischenzeitliche Rallys heftig ausfallen, bevor die nächste Verkaufswelle beginnt.
Genau deshalb sollte man den aktuellen Anstieg nicht vorschnell mit einer nachhaltigen Bodenbildung verwechseln.
Die größte Gefahr ist eine Bärenflagge
Seit dem Tief bei 55,96 US-Dollar bewegt sich Silber grob in einer Spanne zwischen 56 und 63 US-Dollar.
Man könnte diese Entwicklung positiv sehen. Der Kurs fällt nicht weiter, Käufer verteidigen die Tiefs und der Markt sammelt offenbar neue Kraft.
Doch es gibt eine zweite Interpretation. Und die dürfte für Anleger deutlich unangenehmer sein.
Die aktuelle Seitwärtsbewegung könnte Teil einer Bärenflagge sein. Dieses Muster entsteht häufig dann, wenn ein Kurs nach einem deutlichen Rückgang zunächst konsolidiert, bevor sich der vorherige Abwärtstrend fortsetzt.
Nach aktuellem Stand ist die Formation ungefähr zu 70 % ausgebildet.
Entscheidend ist das Tief bei 55,96 US-Dollar. Diese Marke wurde bislang einmal verteidigt. Fällt sie, könnte der Verkaufsdruck schnell wieder zunehmen.
Auf der Oberseite liegt der wichtige Widerstand bei 63,73 US-Dollar. Dort trifft ein vorheriges Swing High auf die Nähe des 200-Tage-SMA.
Noch kritischer wird der Bereich durch die Fibonacci-Marken. Ausgehend von der Bewegung vom Hoch bei 77,35 US-Dollar bis zum Tief bei 55,96 US-Dollar liegt das 38,2%-Retracement bei 64,13 US-Dollar. Das 50%-Retracement verläuft bei 66,65 US-Dollar.
Damit wartet oberhalb des aktuellen Kurses kein einzelner Widerstand. Es handelt sich um eine ganze Zone.
Genau deshalb ist der Bereich zwischen rund 63 und 66,65 US-Dollar für die weitere Silberpreis Prognose so wichtig.
Auf der Unterseite liefert die 127,2%-Fibonacci-Extension ein erstes großes Ziel bei 50,14 US-Dollar.
Sollte Silber also unter 55,96 US-Dollar fallen, wäre ein Rückgang in den Bereich zwischen 50 und 48 US-Dollar technisch nicht überraschend.
Einige Indikatoren machen Hoffnung – aber reicht das wirklich?
Ganz so eindeutig ist die Lage kurzfristig allerdings nicht.
Der MACD hat ein bullisches Crossover geliefert. Mit -3,485 liegt er über dem Wert von -3,739. Der Abwärtsdruck lässt damit zumindest vorübergehend nach.
Auch beim Ichimoku-System gibt es ein erstes positives Signal. Der Kurs liegt über dem Tenkan-sen bei 59,71 US-Dollar. Das spricht für eine kurzfristige Stabilisierung.
Hinzu kommt die Reaktion an den Bollinger-Bändern. Silber drehte am unteren Band bei 55,46 US-Dollar nach oben. Damit läuft derzeit eine klassische Mean-Reversion.
Vereinfacht gesagt: Der Kurs bewegt sich nach einem starken Rückgang wieder in Richtung seines kurzfristigen Durchschnitts.
Das klingt zunächst positiv. Für eine echte Trendwende reicht es aus meiner Sicht aber noch nicht.
Auf Tagesbasis fehlen bullische Divergenzen bei RSI und MACD. Das spricht eher für eine Pause als für einen überzeugenden Boden.
Auch das sinkende Volumen während der Konsolidierung ist kein starkes Kaufsignal. Es zeigt, dass bislang weder Käufer noch Verkäufer mit voller Überzeugung auftreten.
Dazu passt die Tageskerze vom 10. Juli 2026. Bei 60,63 US-Dollar entstand ein Doji. Diese Formation steht für Unentschlossenheit.
Der Markt wartet.
Und genau das sollten Anleger möglicherweise ebenfalls tun.
Zwischen 58 und 62 US-Dollar wird es gefährlich unklar
Der Bereich zwischen 58 und 62 US-Dollar ist aktuell wenig attraktiv.
Silber bewegt sich dort rund um den VWAP in einer unruhigen Seitwärtszone. Die Richtung wechselt häufig, klare Signale fehlen und Fehlausbrüche können schnell teuer werden.
Für Trader ist das genau die Art von Marktphase, in der viel Aktivität nicht automatisch zu guten Ergebnissen führt.
Die entscheidenden Signale liegen außerhalb dieser Zone.
Auf der Oberseite wäre ein Ausbruch über 63,37 US-Dollar wichtig. Dort verläuft der 200-Tage-SMA.
Auf der Unterseite bleibt der Bruch von 55,96 US-Dollar das zentrale Warnsignal.
Dazwischen ist Geduld wahrscheinlich die bessere Strategie.
Dieses Short-Szenario ist jetzt besonders interessant
Das bärische Szenario bleibt mein Favorit.
Besonders interessant ist der Bereich zwischen 63 und 64,50 US-Dollar. Dort treffen der 200-Tage-SMA, das 38,2%-Fibonacci-Retracement und die Unterkante der Ichimoku-Cloud aufeinander.
Das ist eine technisch starke Widerstandszone.
Ein aggressiver Einstieg auf der Short-Seite wäre bei rund 63 US-Dollar denkbar, sofern es dort zu einer klaren Ablehnung kommt.
Konservativer wäre ein Einstieg bei 55,80 US-Dollar nach einem Tagesschluss unter dem bisherigen Tief von 55,96 US-Dollar.
Der Stop liegt bei 66,80 US-Dollar. Damit befindet er sich oberhalb des 50%-Fibonacci-Retracements und des Kijun-sen.
Das erste Kursziel liegt bei 50,14 US-Dollar. Dort verläuft die 127,2%-Fibonacci-Extension. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei ungefähr 3,38 zu 1.
Das zweite Ziel befindet sich bei 48,75 US-Dollar. Dort liegt der VPVR Point of Control. Das Chance-Risiko-Verhältnis steigt auf rund 3,75 zu 1.
Das dritte Ziel liegt bei 42 US-Dollar. Dort wartet ein historischer Support. Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt in diesem Fall etwa 5,52 zu 1.
Auch das Risikomanagement ist klar definiert.
Nach dem ersten Ziel könnte der Stop auf den Einstiegskurs gezogen werden. Nach dem zweiten Ziel wäre es möglich, den Stop mit einem Abstand von ungefähr dem 1,5-Fachen der ATR nachzuführen.
Sollte der Stop ausgelöst werden, könnte der Bereich um 70,50 US-Dollar interessant werden. Dort würde ein Bruch des SuperTrends eine neue Ausgangslage schaffen.
Besonders wichtig wäre ein steigendes Volumen bei einem Durchbruch nach unten. Bleibt gleichzeitig der ADX hoch, würde das die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Abwärtstrends erhöhen.
So könnten die Bullen doch noch zurückschlagen
Trotz des negativen Gesamtbildes ist ein bullisches Szenario nicht ausgeschlossen.
Doch Anleger sollten sich bewusst sein, dass es sich zunächst um einen Kontertrend handeln würde.
Die größte Hürde liegt direkt über dem aktuellen Kurs. Mehrere gleitende Durchschnitte, die Ichimoku-Wolke und der SuperTrend blockieren den Weg nach oben.
Ein aggressiver Long-Einstieg wäre bei 60,70 US-Dollar möglich, sofern das Momentum des MACD anhält.
Deutlich stärker wäre allerdings ein Tagesschluss über 64 US-Dollar. Damit würde Silber den 200-Tage-SMA zurückerobern.
Für diesen konservativen Einstieg liegt der Stop bei 61 US-Dollar und damit unter dem 20-Tage-SMA.
Das erste Ziel wäre der SuperTrend bei 70,45 US-Dollar. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei rund 2,15 zu 1.
Das zweite Ziel befindet sich bei 72,90 US-Dollar am oberen Rand der Ichimoku-Cloud. Hier beträgt das Chance-Risiko-Verhältnis ungefähr 2,96 zu 1.
Das dritte Ziel ist das vorherige Hoch bei 77,35 US-Dollar. Das Chance-Risiko-Verhältnis würde damit auf etwa 4,45 zu 1 steigen.
Nach dem ersten Kursziel könnte der Stop auf Break-even gesetzt werden. Nach dem zweiten Ziel wäre es sinnvoll, den Stop unter den jeweils steigenden Tagestiefs nachzuziehen.
Wird der Stop ausgelöst, könnte der Bereich um 50,14 US-Dollar später wieder interessant werden, um nach neuen Setups zu suchen.
Für eine überzeugende Trendwende fehlen allerdings noch wichtige Bestätigungen.
Der RSI müsste über die Marke von 50 steigen. Noch wichtiger wäre ein sauberer Tagesschluss über dem 200-Tage-SMA bei gleichzeitig höherem Volumen.
Erst dann hätten die Bullen ein wirklich starkes Argument.
Meine Silberpreis Prognose: Diese zwei Marken entscheiden jetzt
Der Silberpreis befindet sich an einem Punkt, an dem Anleger besonders genau hinsehen sollten.
Auf der einen Seite lässt der unmittelbare Verkaufsdruck nach. Der MACD dreht nach oben, der Kurs hat am unteren Bollinger-Band reagiert und liegt wieder über dem Tenkan-sen.
Auf der anderen Seite bleibt der übergeordnete Abwärtstrend klar intakt.
Genau das macht die aktuelle Lage so gefährlich.
Die erste entscheidende Marke liegt zwischen 63 und 64 US-Dollar. Schafft Silber einen überzeugenden Ausbruch über diesen Bereich, könnte sich das Chartbild deutlich verbessern.
Die zweite Marke liegt bei 55,96 US-Dollar. Fällt diese Unterstützung, wäre die laufende Bärenflagge aktiviert.
Dann rückt zunächst der Bereich um 50,14 US-Dollar in den Fokus. Darunter warten 48,75 und im Extremfall 42 US-Dollar.
Für mich bleibt deshalb das bärische Szenario aktuell das wahrscheinlichere.
Der wichtigste Lernpunkt ist dabei simpel: Eine Seitwärtsphase in einem starken Abwärtstrend ist nicht automatisch ein Boden. Häufig ist sie nur eine Pause.
Genau deshalb könnte die nächste Bewegung beim Silberpreis größer werden, als viele Anleger derzeit erwarten.
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Der Zcash-Kurs zeigt während der frühen asiatischen Handelsstunden eine leichte Erholung und steigt auf die Marke von 500 USD zu. Die Einzelhandelsnachfrage unterstützt die Erholung von ZEC, mit einem Anstieg des Open Interest bei den Futures um 18 %, der wahrscheinlich mit der Ankündigung des Ironwood Shielded Pools zusammenhängt. Technisch gesehen sollte ZEC einen wichtigen Fibonacci-Widerstand bei etwa 520 USD überwinden, um sein Allzeithoch von 690 USD zu testen.
Das sollten Sie am Freitag, den 10. Juli, im Blick behalten:
Die Kursbewegungen an den Finanzmärkten bleiben zum Wochenende hin volatil, da sich die Marktteilnehmer aufgrund der Unsicherheit rund um den Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten davor scheuen, große Positionen einzugehen. In der zweiten Tageshälfte wird der kanadische Arbeitsmarktbericht für Juni die einzige Veröffentlichung sein, die eine Marktreaktion auslösen könnte.