• Silber erholt sich nach Unterstützung bei 56,60 USD, obwohl die Zinserhöhungserwartungen der Fed weiterhin die Aufwärtsbewegung begrenzen.
  • Anleger warten auf den US-JOLTS-Bericht über offene Stellen, um neue Hinweise auf die Stärke des Arbeitsmarktes zu erhalten.
  • Der US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) am Donnerstag könnte in dieser Woche der wichtigste Katalysator für das Edelmetall sein.

Silber (XAG/USD) erholt sich am Dienstag und notiert bei rund 58,80 USD, ein Plus von 0,96 % zum Zeitpunkt der Erstellung, nachdem es zuvor Unterstützung bei 56,60 USD gefunden hatte. Trotz der Erholung handelt das weiße Metall weiterhin in einem ungünstigen fundamentalen Umfeld, da die Märkte weiterhin erwarten, dass der nächste Zinsschritt der Federal Reserve (Fed) eine weitere Zinserhöhung sein wird.

Dem CME FedWatch Tool zufolge sehen Anleger nun eine fast 80%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Fed vor Jahresende mindestens eine weitere Zinserhöhung vornimmt. Höhere Zinssätze erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von nicht-verzinslichen Vermögenswerten wie Silber und belasten weiterhin die Nachfrage der Anleger nach Edelmetallen.

Die Marktaufmerksamkeit richtet sich nun auf die US-Daten zum Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) für Mai, die um 14:00 GMT veröffentlicht werden. Ökonomen erwarten, dass die Arbeitgeber 7,3 Mio. offene Stellen gemeldet haben, nach 7,618 Mio. im April. Eine stärkere als erwartete Verlangsamung am Arbeitsmarkt könnte die Erwartungen an weitere geldpolitische Straffungen dämpfen, während ein stärkerer Wert die Wetten auf zusätzliche Zinserhöhungen verstärken würde.

Über den JOLTS-Bericht hinaus wird das wichtigste Ereignis der Woche der US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP) für Juni am Donnerstag sein. Die Anleger werden die Arbeitsmarktdaten genau beobachten, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh erklärt hatte, dass die Forward Guidance der Zentralbank nicht mehr gut zum aktuellen geldpolitischen Umfeld passt.

Silber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

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