• USD/CHF gewinnt, da der US-Dollar angesichts von Befürchtungen über Zinserhöhungen der Fed zulegt.
  • Der globale Ausverkauf bei Anleihen trieb die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 4,80%.
  • Haddad von BBH weist darauf hin, dass das Nullzinsumfeld und die niedrige Inflation den Schweizer Franken zur am schlechtesten performenden G10-Währung im dritten Quartal machen.

USD/CHF gewinnt den zweiten Tag in Folge und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch bei rund 0,8130. Das Paar legt zu, da der US-Dollar (USD) angesichts steigender Anleiherenditen und stark anziehender Ölpreise zulegt, was die Sorgen über anhaltende Inflation und die Wahrscheinlichkeit möglicher Zinserhöhungen neu entfacht hat.

Getrieben von einem globalen Ausverkauf bei Anleihen sprang die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 4,80% und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2025. Verstärkt wurden diese inflationären Druckfaktoren durch den deutlichen Anstieg der Rohölpreise nach der Eskalation der Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, was die Sorgen über mögliche Störungen der Energieflüsse aus dem Nahen Osten verschärfte.

Unterdessen liefert die jüngste US-Konjunktur ein gemischtes Bild für die allgemeine Marktstimmung. Die JOLTS-Stellenangebote für Juli fielen mit 7,27 Millionen unter die Markterwartungen, während sich der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August leicht von 55,6 auf 54,6 abschwächte. Trotz der verfehlten Prognosen bleibt der PMI klar im Expansionsbereich und deutet auf einen robusten Fertigungssektor hin. Die Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den bevorstehenden ADP-Beschäftigungsbericht und die Nonfarm Payrolls am Freitag, um den nächsten Schritt der Federal Reserve bei den Zinssätzen einzuschätzen.

Der SVME-Einkaufsmanagerindex (PMI) der Schweiz erholte sich im August deutlich auf 57,1 von 53,2 im Juli, dem Fünfmonatstief, und markierte damit den höchsten Wert seit Mai. Dieses Momentum im verarbeitenden Gewerbe spiegelt sich auch in der Konsumnachfrage wider: Die realen Einzelhandelsumsätze stiegen im Juli im Jahresvergleich um 2,3%, übertrafen damit die Prognose von 1,3% und bauten auf dem revidierten Wachstum von 1,9% im Juni auf. Die Anleger beobachten die später heute anstehenden SVME-PMI-Daten genau, um weitere Hinweise auf das wirtschaftliche Momentum zu erhalten.

Franken schwächer, da die unveränderte Haltung der SNB den CHF belastet

Elias Haddad von Brown Brothers Harriman unterstreicht die Auswirkungen des gedämpften Inflationsumfelds in der Schweiz und der verlängerten Pause der SNB bei 0,00% und merkt an, dass "CHF bislang die am schlechtesten performende G10-Währung in diesem Quartal ist," da das Niedrigzinsumfeld die Unterstützung für den Franken weiterhin schmälert.

Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.

Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.

Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.

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