• Gold steuert auf den dritten wöchentlichen Verlust in Folge zu, da die Erwartungen an eine länger anhaltend restriktive Fed-Politik die Stimmung belasten.
  • Händler preisen nach dem hawkischen FOMC-Treffen dieser Woche eine 70%ige Chance für eine Zinserhöhung der Fed im September ein.
  • Technisch bleibt XAU/USD unter dem mittleren Bollinger-SMA-Band, während der RSI auf anhaltenden bärischen Schwung hinweist.

Gold (XAU/USD) bleibt am Freitag unter Druck, da Händler die neuesten Nachrichten über das US-iranische Friedensabkommen und die hawkische geldpolitische Ankündigung der Federal Reserve (Fed) bewerten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD um die 4.150 USD gehandelt, nachdem es zuvor am Tag ein Ein-Wochen-Tief von 4.121 USD erreicht hatte.

Ein moderater Pullback beim US-Dollar (USD) hält die Abwärtsbewegung in Grenzen, doch das Metall steuert weiterhin auf den dritten wöchentlichen Verlust in Folge zu. Gold ist fast 25 % unter seinem Allzeithoch gefallen, nachdem der US-iranische Krieg die Händler dazu veranlasst hat, Zinssenkungswetten der Fed für dieses Jahr auszuschließen, während die hawkische Ausrichtung der Fed die Erwartungen verstärkte, dass die Zinssätze länger höher bleiben würden.

Händler sehen laut dem CME FedWatch Tool nun eine 70%ige Chance, dass die US-Notenbank bereits im September die Zinsen anheben könnte. Die Verschiebung hin zu einer strafferen Geldpolitik folgt darauf, dass fast die Hälfte der FOMC-Mitglieder auf der Juni-Sitzung diese Woche mindestens eine Zinserhöhung bis zum Jahresende signalisiert hat.

Als nicht verzinsliches Asset hat Gold in einem Umfeld hoher Zinssätze tendenziell Schwierigkeiten, da Investoren zinstragende Anlagen wie Anleihen bevorzugen.

Die zunehmend hawkische Haltung spiegelt eine sich verschlechternde Inflationsprognose wider, die teilweise durch den jüngsten Anstieg der Ölpreise getrieben wird, was die jährliche Inflation im Mai auf 4,2 % anhob – deutlich über dem 2%-Ziel der Fed. Der neu ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh bekräftigte, dass die Zentralbank weiterhin verpflichtet ist, die Inflation auf 2 % zurückzuführen.

Schwache physische Nachfrage verschärft die Probleme von Gold. Laut Quellen, die von indischen Medien zitiert werden, sind die Goldimporte nach Indien, einem der weltweit größten Goldverbraucher, seit der Anhebung der Einfuhrzölle von 6 % auf 15 % im letzten Monat um fast 70 % zurückgegangen. Langfristig bleibt der Ausblick für Gold jedoch durch stetige Käufe der Zentralbanken gestützt.

Auf geopolitischer Ebene hat das 60-tägige Memorandum of Understanding (MoU) zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Marktstimmung verbessert.

Das Weiße Haus teilte mit, dass der US-Vizepräsident JD Vance eine geplante Reise in die Schweiz verschoben hat, wo er eine neue Gesprächsrunde mit dem Iran hätte leiten sollen. Das iranische Außenministerium erklärte später, das MoU sei bereits digital unterzeichnet worden, wodurch das Treffen am Freitag in der Schweiz nicht mehr dringend sei. Unterdessen berichtete Reuters, dass Israel und die Hisbollah einem Waffenstillstand zugestimmt hätten, so ein hochrangiger US-Beamter.

Technische Analyse: XAU/USD bleibt unter Druck unterhalb des mittleren Bollinger-Bands

Im Tages-Chart setzt XAU/USD seine korrigierende Abwärtsbewegung unterhalb des mittleren Bollinger Simple Moving Average (SMA) bei 4.357 USD fort. Das Metall hält sich näher an der unteren Hälfte der Bollinger-Bänder, während der Relative Strength Index (RSI) bei rund 35 auf bärischen Schwung hindeutet und der Average Directional Index (ADX) im mittleren 30er-Bereich eine sich verstärkende Abwärtsdynamik signalisiert.

Auf der Oberseite zeigt sich der erste Widerstand am mittleren Bollinger-SMA-Band nahe 4.356 USD, während das obere Bollinger-Band bei etwa 4.636 USD als weiter entferntes Limit bei einer beschleunigten Erholung fungiert. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung nahe der jüngsten Basis bei rund 4.150 USD, gefolgt vom unteren Bollinger-Band bei etwa 4.077 USD, wo Verkäufer zögern könnten, bevor sie eine tiefere Ausweitung des aktuellen Rückzugs in Betracht ziehen.

(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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